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Windows Live® Suchergebnisse GeschlechterturmEnzyklopädieartikel
Geschlechterturm, wehrhafter Turm an städtischen Wohnbauten des 12. bis 15. Jahrhunderts. Obwohl der Geschlechterturm zur Stadtarchitektur gehört, steht er dem Wehr- bzw. Burgenbau, als Wohnturm vor allem dem Bergfried und dem Donjon, dem Wohnturm französischer Burgen (z. B. Schloss Chambord), nahe. Die Entstehung des Geschlechterturms in Italien steht in engem Zusammenhang mit der sozialen Struktur der oberitalienischen Städte, die zu dieser Zeit vor allem von den mitunter gewalttätigen Rivalitäten einzelner Patrizierfamilien geprägt war. Zunächst zu Verteidigungzwecken gedacht, waren die Geschlechtertürme weitgehend schmucklose Turmbauten aus Hausteinmauerwerk mit einer zentrierten Fensterachse. Der Herrschaftsanspruch der Familien äußerte sich zunächst weniger in einer dekorativ-repräsentativen Gestaltung des Bauwerks als in einer Steigerung der Turmhöhen bis zu mehr als 50 Meter, wie die Stadtsilhouette von San Gimignano in der Toskana anschaulich bezeugt. Bekannte Beispiele sind u. a. der Torre Asignelli in Bologna, der Torre della Castagna in Florenz, der der Stadt auch als erstes Rathaus diente, sowie der Hochapfelsche Turm in Regensburg, einer der wenigen Geschlechtertürme in Deutschland.
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