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Windows Live® Suchergebnisse Braune NachtbaumnatterEnzyklopädieartikel
Braune Nachtbaumnatter, im indopazifischen Raum beheimatete Giftschlangenart aus der Familie der Nattern. Die bis drei Meter lange Braune Nachtbaumnatter ist ursprünglich in Nordaustralien, Neuguinea und auf den Salomonen heimisch, hat inzwischen aber auch andere indopazifische Inseln kolonisiert. Ihr Körper ist überwiegend braun gefärbt und recht gedrungen, der Kopf ist kurz und breit. Die Nasenlöcher liegen, wie bei allen Arten aus der Unterfamilie der Trugnattern, seitlich an der Schnauze; die Augen besitzen elliptische, grünliche, katzenartige Pupillen. Die nachtaktive Braune Nachtbaumnatter lebt vorwiegend auf Bäumen. Auf der Jagd wickelt sie das hintere Körperende um einen Ast und hält sich so in Position für ihre Stoßattacken. Ihre bevorzugte Beute sind Vögel, Echsen, Fledermäuse und andere Kleinsäuger, die sie beim Verschlingen lähmt und vorverdaut. Die Giftzähne sitzen hinten im Oberkiefer und enthalten ein für erwachsene Menschen harmloses Gift, das in zwei umgewandelten Speicheldrüsen gebildet wird. Die Braune Nachtbaumnatter ist ein Beispiel für die oft drastische Veränderung von Ökosystemen durch eingeführte Arten (siehe Faunenverfälschung). Nachdem die Schlange in den späten vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts das US-Außengebiet Guam im Indopazifik kolonisiert hatte – sie war anscheinend unabsichtlich in einem Militärflugzeug eingeschleppt worden –, rottete sie innerhalb von 50 Jahren nahezu die gesamte Vogelwelt der Insel sowie einige Echsen- und Fledermausarten aus. Sie profitierte dabei von der Abwesenheit räuberischer Schlangen auf Guam, an deren Bedrohung sich die einheimischen Tiere hätten anpassen können. Infolge des Verschwindens insektenfressender Vögel vermehrten sich deren Beutetiere, und schließlich auch die Spinnen, die sich von Insekten ernähren. Systematische Einordnung: Der wissenschaftliche Name der Braunen Nachtbaumnatter lautet Boiga irregularis. Sie gehört zur Unterfamilie Boiginae der Familie Colubridae.
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