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Friedrich Müller

Enzyklopädieartikel

Friedrich Müller, genannt Maler Müller, (1749-1825), Schriftsteller, Maler und Kupferstecher. Als Erzähler, Lyriker und Dramatiker zählt das „pfälzische Genie” zu den Hauptvertretern des Sturm und Drang.

Müller wurde am 13. Januar 1749 als Sohn eines Bäckers in Bad Kreuznach geboren und ging 1765 nach Zweibrücken in die Lehre bei dem Maler Daniel Hien. Mit dem Lied eines bluttrunknen Wodanadlers, 1774 im Göttinger Musenalmanach veröffentlicht, fand Müller Aufnahme in den Kreis der Sturm-und-Drang-Bewegung. Seine in rascher Folge erschienenen Hymnen, Lieder, Balladen und Oden wurden von Friedrich Heinrich Jacoby, Jakob Michael Reinhold Lenz, Friedrich Maximilian Klinger, Christian Friedrich Daniel Schubart u. a. enthusiastisch gefeiert. 1775 ging Müller nach Mannheim, wo er Umgang mit von Dalberg, von Gemmingen und den Mitgliedern der „Deutschen Gesellschaft” pflegte. Der Verleger Christian Friedrich Schwan bot in den Jahren 1775 bis 1778 mit der Zeitschrift Die Schreibtafel ein von Müller reichlich genütztes Publikationsforum.

Mit der Ballade Golo und Genovefa und dem Drama Fausts Leben. Erster Theil (1778) schuf Müller zwei für den Sturm und Drang exemplarische kraftgenialische Werke. Daneben fand er mit seinen heiteren bäuerlichen Prosaidyllen wie Der Satyr Mopsus (1775) und Die Schaaf-Schur (1775) Anklang beim zeitgenössischen Publikum. 1778 ging Müller nach Rom, wo er seinen Lebensunterhalt als Antiquar und Fremdenführer bestritt. Sowohl in der Malerei als auch in der Dichtung wandte er sich unter dem Eindruck der antiken Kunstschätze dem Klassizismus zu, wie sein lyrisches Drama Adonis (1825) belegt. Für die Münchner Sammlungen des Kronprinzen Ludwig von Bayern erwarb er Bilder und Skulpturen. 1805 erfolgte seine Ernennung zum bayerischen Hofmaler. In seinen letzten Lebensjahren befasste er sich mit der Fertigstellung eines zweiten, metrischen Faustdramas. Müller starb am 23. April 1825 in Rom. Die erste Werkausgabe mit Texten ausschließlich aus der frühen Schaffensperiode besorgte in drei Bänden Ludwig Tieck 1811.

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