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  • Johann Christian Günther – Wikipedia

    Johann Christian Günther (* 8. April 1695 in Striegau, † 15. März 1723 in Jena) war ein deutscher Lyriker.

  • Johann Christian Günther:

    M ein Kind, ich bin der Huld nicht wert, Die mir von deiner Hand so häufig widerfährt. Drum zürne nicht, wenn ich Mich in dies seltne Glücke

  • Johann Christian Günther: Gedichte

    Gedichte von Johann Christian Günther. Abendlied Abschiedsaria Abschied von seiner ungetreuen Liebsten Leonorens Antwort Als Herr Tobias Ehrenfried Fritsche [...] die ...

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Johann Christian Günther

Enzyklopädieartikel

Johann Christian Günther (1695-1723), deutscher Dichter. Er gilt als wichtigster Vertreter des schlesischen Barock. Sein lyrisches Werk deutet voraus auf die subjektive Erlebnis- und Bekenntnislyrik des Sturm und Drang.

Günther wurde am 8. April 1695 in Striegau (Schlesien) geboren und besuchte das Gymnasium in Schweidnitz. Schon als Schüler fand er mit seinen Gelegenheitsgedichten viel Anerkennung, ab 1714 entstanden seine ersten Liebesgedichte, Ausdruck seiner Beziehung zu der um sechs Jahre älteren Leonore Jachmann. Ein Jahr nach der Aufführung seines Schuldramas Die von Theodosio bereute Eifersucht (1715) ließ er sich als Student der Medizin an der Universität Wittenberg zum Dichter krönen. Als Günther im Mai 1717 eine Schuldhaft verbüßen musste, kam es zum endgültigen Bruch in der konfliktreichen Beziehung zum Vater. Er ging nach Leipzig und reüssierte dort mit formvollendeter Casualpoesie, es gelang ihm aber nicht, einen Mäzen zu gewinnen oder eine dauerhafte Anstellung als Hofdichter in Dresden oder Wien (Ode an Prinz Eugen, 1718) zu finden. Die letzten Lebensjahre verbrachte er wieder in Schlesien, sie sind gekennzeichnet von seinem vergeblichen Bemühen, eine bürgerliche Existenz zu gründen. Im Sommer 1720 schrieb er im Armenhaus von Lauban seine Klagegedichte, zwischen 1719 und 1721 entstanden auch die Abschiedsgedichte an Leonore sowie die Werbungsgedichte für die Bischdorfer Pfarrerstochter Johanna Barbara Littmann. Günther starb am 15. März 1723 in Jena (Thüringen).

Günthers tragisches Leben und sein früher Tod gaben Anlass für die literarische Legendenbildung und seine Stilisierung zum „deutschen Villon”. Seine Lyrik wurde lange als unmittelbarer Ausdruck eines exzessiv individualistischen Empfindens interpretiert, erst in der neueren literaturwissenschaftlichen Forschung wird Günthers souveräner Umgang mit dem überlieferten Formenrepertoire aufgezeigt. In den rund 600 Gedichten (posthum gesammelt erschienen unter dem Titel Deutsche und lateinische Gedichte, 4 Bde., 1724-35) spiegelt sich der Epochenumbruch: Barocke Rhetorik steht neben direkter Ichaussprache, anakreontische Tändelei und derbe Studenten- und Trinklieder neben zarten Liebesgedichten, Huldigungs- und Gelegenheitsdichtung neben geistlicher Lyrik mit Anklängen an die pietistische Seelenaussprache. Seine Werke (1998) wurden herausgegeben von Rainer Bölhoff.

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