Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Abdoulaye WadeEnzyklopädieartikel
Abdoulaye Wade (*1926), senegalesischer Politiker, Staatspräsident des Senegal (seit 2000). Wade wurde am 29. Mai 1926 in Saint-Louis geboren. Zum Studium ging er 1951 nach Frankreich, wo er an mehreren Universitäten Diplome in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Philosophie und Mathematik ablegte und schließlich in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften promovierte. 1960 kehrte er nach Senegal zurück, lehrte zunächst an der Universität in Dakar als Professor für Rechts- und Staatswissenschaften und war als Anwalt tätig, bevor er sich für eine politische Laufbahn entschied und sich der Partei des Staatsgründers Léopold Sédar Senghor, der Union progessiste sénégalaise, der Vorläuferin des Parti Socialiste (PS), anschloss. 1974 gründete er seine eigene Partei, den Parti Démocratique Sénégalais (PDS), und machte sie zur führenden Oppositionskraft gegen den PS unter dem Senghor-Nachfolger Abdou Diouf. Dabei nahm er als Anführer teilweise gewaltsamer Proteste gegen Dioufs Regierung auch Verurteilungen und Haftstrafen in Kauf (1988, 1994). Auf der anderen Seite beteiligte er sich zeitweise (1991/92 und 1995 bis 1997) aber auch als Minister an der Regierungsarbeit. 1998 ging Wade ins freiwillige Exil nach Frankreich, aus dem er im Oktober 1999 zurückkehrte. Bei den Präsidentschaftswahlen besiegte er – nachdem er sich viermal (1978, 1983, 1988, 1993) erfolglos um die Präsidentschaft beworben hatte – in der Stichwahl am 19. März 2000 den seit 1981 regierenden Diouf mit 58,5 Prozent der Wählerstimmen und wurde am 1. April als neues Staatsoberhaupt vereidigt. Der friedliche Machtwechsel ohne Systemkrise bestätigte Senegal als eine der wenigen stabilen und funktionierenden Demokratien Afrikas. Im Parlament verfügte jedoch weiterhin der PS über die absolute Mehrheit der Mandate und konnte dadurch die Mehrparteien-Minderheitsregierung Wades immer wieder blockieren. Im Januar 2001 wurde per Referendum eine neue Verfassung verabschiedet, die es dem Präsidenten erlaubte, das Parlament aufzulösen und vorgezogene Neuwahlen auszuschreiben. Aus den vorgezogenen Wahlen, die im April 2001 stattfanden, ging Wades Wahlbündnis SOPI, eine vom PDS geführte Parteienkoalition, mit der absoluten Mehrheit der Mandate hervor und beendete nun auch im Parlament die Herrschaft des PS. Bei den Präsidentschaftswahlen im Februar 2007 wurde Wade schon im ersten Wahlgang mit mehr als 55 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |