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Windows Live® Suchergebnisse Yad VashemEnzyklopädieartikel
Yad Vashem, israelische Forschungs- und Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust in Jerusalem. Zur Erinnerung an die nationalsozialistische Judenvernichtung beschloss das israelische Parlament 1953 den Bau eines Mahnmals, das zugleich als Museum, Archiv und historische Forschungseinrichtung dienen und sicherstellen sollte, dass die Toten niemals vergessen werden und der Holocaust als einzigartiges Ereignis der Geschichte der kollektiven Erinnerung der Menschheit verhaftet bleibt. Die weitläufige Anlage auf Har Hazikaron („Berg der Erinnerung”) wurde 1957 eröffnet; das Museum innerhalb der Anlage, das die Vernichtung der Juden dokumentiert, wurde 1973 eröffnet. Yad Vashem verleiht der Trauer über das Leiden und die Auslöschung etwa eines Drittels der seinerzeit auf der Welt lebenden Juden und ihrer Kultur Ausdruck, sammelt das historische Wissen über den Holocaust und präsentiert es auf dem jeweils neuesten Stand der Forschung in einer Dauerausstellung. Zentrum des Gedenkens ist die „Halle der Erinnerung”, in deren Boden Steinplatten mit den Namen der Konzentrations- und Vernichtungslager eingelassen sind, in denen Juden ermordet wurden, sowie die „Halle der Namen”, in der die Namen von über drei Millionen Toten verzeichnet sind. Mit einer Allee und einem Wald der „Gerechten unter den Völkern” werden nichtjüdische Menschen geehrt, die aus Gründen der Menschlichkeit und unter Einsatz ihres Lebens Juden vor ihrer Ermordung im Holocaust bewahrten. Das Archiv des Dokumentationszentrums verfügt u. a. über etwa 100 000 Buch- und Zeitschriftenbände zur Geschichte der Juden in Europa, Zehntausende von Zeugnissen von Überlebenden des Holocaust in Schrift-, Ton- oder Filmaufzeichnung sowie Berichte und Dokumente über die nationalsozialistische Judenverfolgung im Umfang von mehr als 55 Millionen Blatt; 100 000 Fotos vermitteln einen optischen Eindruck vom jüdischen Leben in Europa vor, während und nach der Zeit des Holocaust. Für die meisten Touristen und offiziellen Gäste Israels gehört der Besuch von Yad Vashem zum festen Bestandteil eines Besuchsprogramms in Jerusalem. 2005 wurde in Yad Vashem ein neu konzipiertes Holocaust-Museum eröffnet. Es ist in einem von Moshe Safdie entworfenen, etwa 180 Meter langen, an ein Zelt erinnernden Betonbau untergebracht, der teilweise unter der Erde liegt. Das Ausstellungskonzept des neuen Museums unterscheidet sich grundlegend von dem des Vorgängers: Wurde in dem alten Museum die Geschichte des Holocausts zwar ausführlich, aber sehr lexikalisch und trocken dokumentiert, so wird sie nun anhand einiger Einzelschicksale dargestellt und damit dem Besucher begreifbarer gemacht. Die Gestalter der Ausstellung bedienten sich dafür einer Fülle von Fotos und persönlicher Gegenstände und Zeugnisse von Holocaust-Opfern und präsentierten die Objekte mit Hilfe einer Reihe moderner multimedialer Mittel.
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