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Windows Live® Suchergebnisse SchädlingeEnzyklopädieartikel
Schädlinge, aus wirtschaftlicher Sicht Bezeichnung für Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien oder Viren, die das Wachstum von Nutzpflanzen behindern oder diese zum Absterben bringen, indem sie an ihnen fressen oder saugen oder sie mit Krankheiten infizieren und somit wirtschaftlichen Schaden bewirken. Zu den tierischen Schädlingen zählen bestimmte Insekten wie Kartoffelkäfer sowie Milben und Fadenwürmer, aber auch Schnecken, manche Nagetiere und Vögel. Im weiteren Sinne werden zu den Schädlingen auch Unkräuter, manche Pilze und Viren gezählt. Die modernen Anbaumethoden in der Landwirtschaft, vor allem Monokulturen, begünstigen eine Massenvermehrung von Schädlingen, da sie diesen optimale Nahrungsbedingungen bieten. In der konventionellen Landwirtschaft wird zur Schädlingsbekämpfung vor allem auf so genannte Pflanzenschutzmittel (Pestizide) zurückgegriffen. Dies sind chemische Wirkstoffe, welche die Entwicklung der Schädlinge stören oder hemmen oder sie direkt töten. Weltweit sind rund 800 dieser Wirkstoffe bekannt, deren Einsatz jedoch aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen umstritten ist. Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung kommen biologische Mittel zur Anwendung, beispielsweise indem man so genannte Nützlinge in großer Zahl aussetzt. Dies sind Organismen wie manche Insekten, die Schädlinge fressen und so zu einer Verminderung des Schadens an Kulturpflanzen beitragen. Hierzu zählen etwa Marienkäfer, die als Larven und Imagines Blattläuse erbeuten sowie Laufkäfer, die u. a. Schnecken und Larven der Kohlfliege fressen. Zur biologischen Schädlingsbekämpfung zählen aber auch biotechnische Verfahren wie das weitflächige Versprühen von künstlich produzierten Lockstoffen (Pheromonen), wodurch die Männchen keine Geschlechtspartnerinnen finden und so die Vermehrung der Schädlingsart eingedämmt wird. Beim integrierten Pflanzenschutz schließlich werden verschiedene Verfahren aufeinander abgestimmt, um den Schädlingsbefall an Nutzpflanzen unter der so genannten wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten und dabei unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren. Zunächst nutzt man dabei natürliche Schädlingsbegrenzungsfaktoren, etwa sinnvolle Fruchtfolgen. Wichtig sind auch Faktoren wie die sorgfältige Wahl von Pflanzenart und -sorte, Standortkriterien unter Berücksichtigung von Klima und Boden sowie der Einsatz von Nützlingen. Chemische Pflanzenschutzmittel werden hier idealerweise erst in zweiter Linie eingesetzt. Sind Nutzpflanzen von tierischen Schädlingen, Krankheiten oder Unkräutern bedroht, lohnen sich Bekämpfungsmaßnahmen erst, wenn die so genannte Schadensschwelle überschritten wird, wobei die Ertragsverluste durch den Befall höher liegen als die Kosten für die Schädlingsbekämpfung. Besondere Bedeutung erlangt in diesem Fall die Schadensprognose, also die Vorhersage, ob und in welcher Höhe bei einem Schädlingsbefall ein wirtschaftlicher Schaden zu erwarten ist. Diese basiert weitgehend auf Erfahrungswerten und berücksichtigt Faktoren wie etwa Pflanzenart und -sorte, Wuchszustand, Klima und Witterung, Eigenschaften der Schädlinge und Schadorganismen und etwaigen Befall in der Nachbarschaft. Siehe auch Pflanzenkrankheiten
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