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Töpferscheibe

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Töpferscheibe, Gerät zur Formung von rotationssymmetrischer Keramik.

Die Keramik gilt als der älteste künstliche Werkstoff der Menschheit und ist rund 12 000 Jahre alt. Figuren und Gefäße aus Ton gab es bereits im Jungpaläolithikum und tauchten erstmals in Afrika auf. Die ersten Tongefäße wurden zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und zum Kochen verwendet.

Für die Archäologie bilden prähistorische, unterschiedlich verzierte Gefäße das wichtigste Material für die zeitliche und räumliche Einteilung neolithischer Kulturen (u. a. Glockenbecherkultur, Bandkeramikkultur, Schnurkeramikkultur). Künstlerisch bedeutende Keramiken sind von den frühen Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens bekannt.

Der Rohstoff zur Herstellung von Keramik war Ton. Der war praktisch überall zu finden und daher war Keramik bereits um das Jahr null in fast allen Teilen der Welt bekannt. Ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur heutigen Keramikherstellung war die Erfindung der Töpferscheibe. Diese ist seit Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. in Mesopotamien bezeugt, mit Fußantrieb in Ägypten (um 3000 v. Chr.). In Mitteleuropa wurde sie gegen Ende der älteren Eisenzeit, um 500 v. Chr., bekannt.

Die Töpferscheibe besteht aus einer tischartigen, runden Drehscheibe aus Holz, die ursprünglich von Hand angetrieben wurde und die auch Blockscheibe oder langsame Scheibe genannt wird. Später wurde die Töpferscheibe mit den Füßen, heute mit Hilfe eines Elektromotors in Rotation versetzt.

Bei der Maschine sind zwei parallele, waagerecht liegende Scheiben durch eine senkrechte Welle miteinander verbunden. Dabei dient die untere, größere Scheibe zum Antrieb der oberen. Auf letztere Scheibe wird ein Tonklumpen gelegt, zentriert und zu einem Gefäß geformt, wobei das Material zwischen beiden Händen in die Höhe gezogen wird. Der gleichmäßige Aufbau des Gefäßes wird durch die rotierende Scheibe gewährleistet.

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