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Windows Live® Suchergebnisse Michael GlosEnzyklopädieartikel
Michael Glos (*1944), deutscher Politiker (CSU) und Müllermeister, Vorsitzender der Landesgruppe der CSU und Erster Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag (1993-2005), Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (seit 2005). Michael Glos wurde am 14. Dezember 1944 in Brünnau (Unterfranken) geboren und entstammt einer seit vielen Generationen im Müllerhandwerk tätigen Familie. Nach der mittleren Reife und der Ausbildung zum Müller, die er 1968 mit der Meisterprüfung abschloss, übernahm er die väterliche Getreidemühle samt dazugehöriger Landwirtschaft; sein Vater war gestorben, als der Sohn zehn Jahre alt war. 1970 trat Glos in die CSU ein und stieg in der regionalen Parteiorganisation rasch auf, zumal seine Familie in Unterfranken bekannt und angesehen war. 1976 zog er, direkt gewählt im Wahlkreis Schweinfurt-Kitzingen, erstmals und als jüngster Abgeordneter der CSU in den Bundestag ein, dem er seitdem ohne Unterbrechung angehört. 1987 wurde er finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, und 1990 rückte er als stellvertretender Fraktionsvorsitzender in den engeren Führungskreis der CDU/CSU-Fraktion vor. Zuständig war Glos hier für die Bereiche Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Mittelstand. Als Wolfgang Bötsch Anfang 1993 als Postminister in die Bundesregierung berufen wurde, folgte Glos ihm auf den Posten des CSU-Landesgruppenchefs und des Ersten Stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden nach. Zugleich stieg er in Präsidium und Parteivorstand der CSU auf. Bei der Formierung der großen Koalition im November 2005 bewies Glos Flexibilität und sprang bei der Regierungsbildung als Ersatz für seinen wankelmütigen Parteichef Edmund Stoiber ein, der sich den Posten als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel reserviert hatte, es dann aber vorzog, als Ministerpräsident in Bayern zu bleiben. Berüchtigt für Verbalattacken auf missliebige Gegner und gerühmt für sein Integrationstalent im eigenen Lager, gilt Michael Glos – einer der wenigen deutschen Spitzenpolitiker ohne höhere Bildung – zwar als loyaler Parteisoldat, der sich aber dennoch seine Unabhängigkeit innerhalb der CSU bewahrt hat. In der Rolle eines Fürsprechers des Mittelstandes scheute sich der Unternehmer, der im eigenen Familienbetrieb drei Mitarbeiter beschäftigt, bei der Übernahme der Regierungsverantwortung nicht, die Großkonzerne an ihre soziale Verantwortung zu erinnern.
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