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Windows Live® Suchergebnisse James WhaleEnzyklopädieartikel
James Whale (1893-1957), britischer Filmregisseur. Mit Frankenstein (1931; Frankenstein), The Old Dark House (1932; Das alte finstere Haus) und Bride of Frankenstein (1935; Frankensteins Braut) schuf er Meisterwerke des frühen Horrorfilms. Whale wurde am 22. Juli 1893 als Sohn eines Industriearbeiters in Dudley (Worcestershire) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Künstlerisch begabt, begann er seine berufliche Laufbahn als Cartoonzeichner für eine Tageszeitung (siehe Comics), ehe er als Offizier am 1. Weltkrieg teilnahm. In deutscher Kriegsgefangenschaft kam er als Darsteller und Regisseur von Laienaufführungen mit der Schauspielerei in Berührung. Nach dem 1. Weltkrieg blieb er bei der Theaterarbeit, zunächst als Schauspieler, später auch als Ausstatter und Regisseur. Seine Inszenierung des erfolgreichen Stücks Journey’s End (1928), eines realistischen Antikriegsdramas, brachte Whale Einladungen an den Broadway und nach Hollywood ein, wo er von Howard Hughes als Dialogregisseur für dessen Fliegerfilm Hell’s Angels (1930; Die Engel der Hölle, mit Jean Harlow) engagiert wurde. Sein Debüt als Regisseur gab er mit der Filmadaption von Journey’s End (1930) bei der Filmgesellschaft Universal. Der Durchbruch gelang Whale bereits mit seiner zweiten Regiearbeit, Frankenstein (1931; Frankenstein), nach dem Roman von Mary Shelley. Der Horrorklassiker erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers der in einem Akt menschlicher Hybris aus Leichenteilen einen Menschen erschafft, ausgestattet mit dem Gehirn eines Verbrechers. In einer interessanten Perspektivenverschiebung verlieh er dem Monster, verkörpert von Boris Karloff, anrührend menschliche Züge, während die „normalen” Figuren inhuman erscheinen. Whale festigte seinen Ruf als Meister des Horrorfilms mit drei weiteren Spielfilmen für die Universal, die ebenfalls Klassiker des Genres sind: The Old Dark House (1932; Das alte finstere Haus), The Invisible Man (1933; Der Unsichtbare, nach H. G. Wells) und Bride of Frankenstein (1935; Frankensteins Braut), der als sein bestes Werk gilt. Beeinflusst von der Ästhetik des expressionistischen Films und unter Herausbildung eines individuellen Stils innerhalb des Studiosystems, gelangen ihm Bilder von großer visueller Schönheit. Merkmale seiner Filmsprache sind die dramatische Schwarzweißphotographie und die subtile psychologische Charakterisierung seiner Figuren, zudem bereicherte er den Horrorfilm durch grimmigen schwarzen Humor. Mit dem Musical Showboat (1936), dem Kriegsfilm The Road Back (1937), der Komödie Wives Under Suspicion (1938) und dem Mantel- und Degenfilm The Man in the Iron Mask (1938; Der Mann mit der eisernen Maske) inszenierte der vielseitige Regisseur auch außerhalb des Horrorgenres bemerkenswerte Arbeiten. Ende der dreißiger Jahre begann der Niedergang seiner Regiekarriere. Whale, als bekennender Homosexueller in Hollywood ein Außenseiter, erhielt nur noch wenige Aufträge. 1941 zog er sich vom Filmbusiness zurück, und widmete sich fortan der Malerei. Sein experimenteller Kurzfilm Hello Out There (1949) fand keinen Verleiher. In den fünfziger Jahren lebte er völlig zurückgezogen. James Whale starb am 29. Mai 1957 in Hollywood (Kalifornien). Unter ungeklärten Umständen ertrank er in seinem Swimmingpool, vermutlich nahm er sich das Leben.
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