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Wiesenbrüter

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Wiesenbrüter, als Bodenbrüter auf Wiesen lebende, zumeist gefährdete Vogelarten.

Wiesen gibt es in Mitteleuropa heute nur noch in geringem Umfang als ursprüngliche Vegetationsform, sondern vor allem als landwirtschaftliche Nutzflächen in Form von Dauergrünland. Zu den am Boden brütenden Vogelarten, die diese Lebensräume besiedeln, gehören Watvögel wie Bekassinen, Kiebitze, Rotschenkel, Uferschnepfen und Brachvögel, aber auch Sperlingsvögel wie Wiesenpieper, Feldlerchen und Braunkehlchen, sowie Rallen wie Wachtelkönige. Brachvögel, die auch in den ebenfalls stark gefährdeten Mooren brüten, brauchen z. B. weite, übersichtliche Flächen ohne Bäume und Sträucher, um herannahende Feinde frühzeitig erkennen zu können. Der langschnäbelige Brachvogel ist außerdem darauf angewiesen, im feuchten, nicht allzu dichten Boden nach Nahrung (vor allem nach wirbellosen Tieren) stochern zu können.

Wiesenbrüter sind u. a. dadurch gefährdet, dass Moore und Wiesen entwässert und immer mehr Wiesen zu Ackerland umgebrochen werden, damit wirtschaftlich lukrativere Maisäcker angelegt werden können. Noch vorhandene Wiesen werden häufig intensiv bewirtschaftet: Sie werden zur Brutzeit der Wiesenvögel gewalzt, gedüngt und gemäht. Beim Walzen, das den Boden verdichtet und die Befahrbarkeit der Wiese mit landwirtschaftlichen Maschinen erleichtert, werden viele Gelege zerstört. Aufgrund der Düngung wird der Bewuchs dichter, so dass sich die Jungvögel schlecht zwischen der ursprünglich lückigen Grasvegetation fortbewegen können und bei Feuchtigkeit schnell verklammen. Tief mähende Kreiselmäher sind eine zusätzliche Gefahr für die noch flugunfähigen Jungen.

Ein weiteres Risiko für Wiesenbrüter geht vom Viehtritt auf intensiv genutztem Weideland aus. Zur Intensivierung der Grünlandwirtschaft gehört häufig auch das Roden von Feldhecken, die Lebensraum u. a. von Heckenbrütern wie dem Neuntöter sind, sowie das Fällen von Kopfbäumen, in denen beispielsweise Steinkäuze brüten. Auch leiden Wiesenbrüter häufig unter anthropogenen Störungen, etwa durch Modellflugzeuge. Schutzprogramme für Wiesenvögel umfassen den Ankauf von Flächen durch Naturschutzorganisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz oder dem Naturschutzbund sowie staatliche Ausgleichszahlungen für Landwirte, wenn diese zur Brutzeit (Anfang März bis Mitte Juli) darauf verzichten, ihre Wiesen zu walzen, intensiv zu düngen und zu mähen.

Siehe auch Vogelschutz; biologische Landwirtschaft; extensive Weidewirtschaft

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