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Windows Live® Suchergebnisse InsektenbekämpfungEnzyklopädieartikel
Insektenbekämpfung, Bekämpfung schädlicher oder lästiger Insekten. Allgemein unterscheidet man bei Schadinsekten zwischen Lästlingen, Hygieneschädlingen, Vorratsschädlingen und Materialschädlingen. Weit verbreitete Lästlinge sind etwa die in Mitteleuropa heimischen Stechmücken und Heimchen; zu den krankheitsübertragenden Hygieneschädlingen zählt man u. a. verschiedene Läusearten wie Kopfläuse, Kleiderläuse und Filzläuse, aber auch Pharaonenameisen (Monomorium pharaonis), die ins Haus eindringen und Lebensmittel verunreinigen, sowie Schaben. Ausgesprochene Vorratsschädlinge aus der Familie der Zünsler sind Dörrobstmotten (Plodia interpunctella) und Mehlmotten (Ephestia kuehniella). Zur Gruppe der Materialschädlinge zählt im Hausbereich u. a. der Messingkäfer (Niptus hololeucus), ein Diebskäfer, dessen Larven sich beispielsweise in Getreide oder Leder entwickeln. Große Schäden richten Insekten vor allem in der Landwirtschaft an. Weltweit werden die durch Insektenbefall verursachten jährlichen Verluste auf über 10 Prozent der gesamten Getreideernte geschätzt. Ein großes Problem stellen die Vorratsschädlinge dar, ein anderes die direkten Pflanzenschädlinge. Deren Massenvermehrung begünstigen die modernen Anbaumethoden in der Landwirtschaft, vor allem die Monokulturen, da sie den Schädlingen optimale Nahrungsbedingungen bieten. Darüber hinaus haben Pflanzen zwar im Lauf der Evolution bestimmte Abwehrstoffe gegen Insekten entwickelt, Kulturpflanzen wurden diese Stoffe aber häufig, z. B. aus Geschmacksgründen, weggezüchtet. Pflanzenschädlinge fressen nicht nur erhebliche Mengen des weltweiten Ernteertrags, sondern behindern auch das Wachstum von Nutzpflanzen oder bringen sie gar zum Absterben, indem sie an ihnen saugen oder sie mit Krankheitserregern infizieren (siehe Pflanzenkrankheiten). Bekannte Fraßschädlinge sind etwa Kartoffelkäfer und Baumwollkapselkäfer. Zu den saugenden und Krankheitserreger übertragenden Schädlingen zählen Blattläuse, Schildläuse und Rebläuse (siehe Zwergläuse). Im Pflanzen-, Vorrats-, Materialschutz und im Hygienebereich wird zur Insektenbekämpfung vor allem auf Insektizide zurückgegriffen. Deren häufigste Wirkstoffe sind organische Phosphorverbindungen, Chlorkohlenwasserstoffe und Pyrethroide. Insektizide wirken als Kontaktgifte, Fraßgifte oder Atemgifte in den meisten Fällen über das Nervensystem. Ihr Einsatz ist jedoch aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen umstritten. Insektizide wie das in Holz- und Pflanzenschutzmitteln verwendete Lindan, das in Holzschutzmitteln verwendete Endosulfan oder das früher weltweit in Pflanzen- und Holzschutzmitteln angewendete DDT sind auch für den Menschen gefährlich. Ebenfalls umstritten ist die gentechnische Insektenbekämpfung. Durch gentechnische Veränderungen werden insektenresistente Sorten gezüchtet, indem man ihnen das Erbmerkmal für ein natürliches Insektizid einbaut. So enthält etwa der so genannte Bt-Mais ein Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt). Diese Veränderung führt dazu, dass Schädlinge wie der Maiszünsler sterben, wenn sie von der Pflanze gefressen haben. Neben der chemischen und gentechnischen Insektenbekämpfung kommen auch biologische Mittel zur Anwendung. So setzt man Nützlinge aus, die Insekten fressen. Hierzu zählen beispielsweise Marienkäfer, die als Larven und Imagines Blattläuse erbeuten. Zum Einsatz kommen auch biotechnische Verfahren wie das Versprühen von Pheromonen: Insektenmännchen (etwa des Borkenkäfers) finden auf diese Weise keine Geschlechtspartnerinnen, und die Vermehrung des Schädlings wird eingedämmt.
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