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Windows Live® Suchergebnisse GlattwaleEnzyklopädieartikel
Glattwale, Familie der Bartenwale mit zwei oder drei Gattungen und vier oder fünf Arten. Glattwale weisen im Gegensatz zu Furchenwalen keine Kehlfurchen auf, und abgesehen vom Zwerg-Glattwal haben sie auch keine Rückenfinne. Die Gattung Eubalaena dieser Familie besteht aus drei statt (wie bislang meist angenommen) zwei Arten; dies wurde 2000 anhand von DNA-Analysen (siehe Nucleinsäuren) festgestellt: Heute werden der Nordpazifik-Glattwal (oder Nordpazifische Glattwal) und der Nördliche Glattwal (oder Nordkaper) jeweils als eigene Spezies eingeordnet, früher wurden sie als Nordkaper zusammengefasst. Glattwale der Gattung Eubalaena erreichen Körperlängen von 11 bis 18 Metern. Sie werden im Englischen als right whales, also als richtige Wale bezeichnet. Richtig waren sie für Walfänger: Diese Wale können leicht erbeutet werden, weil sie langsam schwimmen; tot treiben sie lange an der Oberfläche, und ihre als Blubber bezeichnete Fettschicht enthält viel Öl. Zudem konnten die Barten als „Fischbein”, u. a. zur Herstellung von Miedern, verkauft werden. Glattwale sind in nahezu allen Meeren anzutreffen, nicht jedoch in tropischen Breiten. Sie ernähren sich von Krill. Die Nahrungsgründe des Nördlichen Glattwales liegen im westlichen Nordatlantik unweit der nordamerikanischen Küsten, einige Wale dieser Art wurden auch im östlichen Nordatlantik beobachtet; die Jungen kommen vor den Küsten der südlichen USA zur Welt. Der Nördliche Glattwal ist die am stärksten bedrohte große Walart: Sein Gesamtbestand liegt nur bei etwa 350 Walen. Der Bestand des im nördlichen Pazifik verbreiteten Nordpazifik-Glattwales umfasst etwa 1 000 Individuen. Der Südkaper oder Südliche Glattwal ist durch große Schwielen an seinem Kopf gekennzeichnet, die von Walläusen (siehe Flohkrebse) besiedelt werden. Er sucht in antarktischen Gewässern nach Nahrung; seine Jungen werden in Küstengewässern Südamerikas, Südafrikas und Südaustraliens geboren. Walfänger erbeuteten allein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über 40 000 Wale dieser Art. Der heutige Bestand des Südkapers umfasst etwa 7 000 Tiere. Der 15 bis 20 Meter große Grönlandwal oder Nordwal ist nahe der arktischen Eisgrenze anzutreffen. Von ihm gibt es wahrscheinlich weniger als 8 500 Exemplare; um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten noch mindestens 50 000 Grönlandwale. Grönlandwale gelten als die langlebigsten Säugetiere; anhand der in den Augenlinsen eingelagerten Aminosäuren wurde für diese Art ein Höchstalter von mehr als 200 Jahren errechnet. In einem 2007 in Alaska von Eskimo erlegten Grönlandwal wurden Fragmente einer gegen Ende des 19. Jahrhunderts hergestellten Harpune gefunden; das Alter dieses Wales wurde auf 115 bis 130 Jahre geschätzt. Der fünf bis sechseinhalb Meter große Zwerg-Glattwal ist der kleinste Bartenwal; er wird manchmal einer eigenen Familie zugeordnet. Der Zwerg-Glattwal bewohnt Meere im Bereich von Südaustralien, Südafrika und Südamerika. Obwohl er nicht bejagt wurde, war er vermutlich schon immer selten; die Größe seines Gesamtbestands ist jedoch unbekannt. Systematische Einordnung: Glattwale bilden die Familie Balaenidae, Furchenwale die Familie Balaenopteridae. Der Nördliche Glattwal heißt wissenschaftlich Eubalaena glacialis, der Nordpazifik-Glattwal Eubalaena japonica, der Südkaper Eubalaena australis, der Grönlandwal Balaena mysticetus und der Zwerg-Glattwal Caperea marginata.
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