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    Aktionsethnologie, Jugendarbeitslosigkeit, Medienarbeit August 1990 bis Mai 1993 Rijksuniversiteit te Leiden, Niederlande / Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

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    Aktionsethnologie, Jugendarbeitslosigkeit, Medienarbeit; August 1990 bis Mai 1993 Rijksuniversiteit te Leiden, Niederlande / Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Diplomstudium:

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    Tatsächlich hat es noch nie eine derartige Weltkonferenz ohne Beteiligung der indigenen Völker gegeben", sagt Johannes Rohr vom "Institut für Ökologie und Aktionsethnologie".

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Aktionsethnologie

Enzyklopädieartikel

Aktionsethnologie (englisch action anthropology, advocacy anthropology), ursprünglich eine Methode der Feldforschung, bei der Forscher und untersuchte Gesellschaft in einen gleichberechtigten Dialog treten. Später hat sich aus der Aktionsethnologie eine eigene Schule entwickelt, die das aktive Engagement des Forschers für die gastgebende Gesellschaft über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn stellt und stark von ethischen Fragestellungen geprägt ist.

Der Ethnologe Sol Tax entwickelte Mitte des 20. Jahrhunderts während eines Forschungsprojektes bei den Fox (Mesquaki) in Iowa (USA) zusammen mit Studenten die Grundlagen der Aktionsethnologie. Methodisch rückte der interaktive Prozess zwischen Erkenntnisgewinn, Handlung und Auswertung in den Vordergrund. Ziele und Vorgehensweise eines Forschungsprojektes wurden nicht vorab festgelegt, sondern im Diskurs zwischen Forscher und Beforschten entwickelt.

In den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts führte die Beteiligung von Ethnologen an umstrittenen Projekten der US-Regierung zu einer Ethikdebatte in den Sozialwissenschaften. Gleichzeitig nahm die Bereitschaft indigener Völker ab, sich erforschen zu lassen. Die American Anthropological Association reagierte 1971 mit der Verabschiedung von Richtlinien zur Ethik. Einen Schritt weiter ging die Aktionsethnologie mit ihrer gezielten Verbindung von theoretischer Wissenschaft und praktischer Anwendung der Ergebnisse (Aktion) zum Vorteil der Untersuchten, wobei der Forscher nur auf deren Mandat hin tätig werden darf. Damit hebt sich die Aktionsethnologie von der Angewandten Ethnologie (Applied Anthropology) ab, die ihr Wissen fremdbestimmten Hilfsprojekten zur Verfügung stellt. Neben der Erforschung von Machtstrukturen, Akkulturationsprozessen und gesellschaftlichem Wandel stellt der Aktionsethnologe der untersuchten Gruppe Wissen (z. B. über die Strukturen der dominanten Gesellschaft) zur Verfügung. Die Forschung soll so zu einem Tauschverhältnis werden, von dem beide Seiten profitieren.

In Deutschland fand die Aktionsethnologie erst seit etwa 1980 durch die Publikationen von Karl Schlesier über die Cheyenne und später durch die Arbeiten von Friderike Seithel und Hermann Amborn Beachtung.

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