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EGNOS

Enzyklopädieartikel

EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service), ein europäisches Navigationssystem, bestehend aus einem Netzwerk aus drei geostationären Satelliten und zahlreichen Bodenstationen, das die Signale der amerikanischen und russischen Navigationssatelliten Global Positioning System (GPS) und Global Navigation Satellite System (GLONASS) hinsichtlich ihrer Genauigkeit überprüft und verbessert.

In der Luft- und Schifffahrt und im Landverkehr finden die satellitengestützten Navigationsverfahren immer mehr Verbreitung und werden wegen des dichter werdenden Verkehrs auch immer wichtiger. Lange Zeit gab es nur das amerikanische und das russische System mit jeweils 24 Satelliten. Die Signale dieser Satelliten sind aus verschiedenen Gründen – atmosphärische Störungen, Einflüsse der Umgebung (z. B. Hochhäuser), systembedingte technische Toleranzen – mit Fehlern und Ungenauigkeiten behaftet, über deren Ausmaß der Nutzer keine Information hat. Zudem sind GPS und GLONASS vor allem für militärische Zwecke von Bedeutung; für die zivile Nutzung wurde die Genauigkeit künstlich reduziert. Europäische Institutionen erhalten keinen Zugang zu den amerikanischen oder russischen Systemen. Deshalb haben die europäische Raumfahrtbehörde ESA, die Europäische Union (EU) und Eurocontrol (zuständig für die Kontrolle des europäischen Luftverkehrs) ein Satellitennavigationssystem initiiert, das den Nutzern Information über die augenblickliche Genauigkeit der von den GPS- und GLONASS-Satelliten ausgesendeten Navigationssignale geben soll. Mit EGNOS konnte die Präzision der Ortsbestimmung von 20 Metern auf rund drei Meter gesteigert werden.

EGNOS ist seit 2006 in Betrieb und besteht aus:

  • • 32 Bodenstationen (RIMS: Ranging and Integrity Monitoring Stations), die die Funksignale der amerikanischen und russischen Satelliten empfangen und an
  • • vier Master-Stationen weiterleiten, die die Signale hinsichtlich Zuverlässigkeit und Genauigkeit überprüfen und die Ergebnisse an
  • • sechs „Up-Link-Stationen” schicken, die diese an
  • • drei geostationäre Satelliten senden, die über dem Atlantik, über Afrika und über dem Indischen Ozean positioniert sind und die Signale der Bodenstationen wieder ausstrahlen, so dass sie von den Nutzern empfangen werden können. Zwei dieser Satelliten sind INMARSAT-Satelliten.

EGNOS ist das erste europäische Projekt in der Satellitennavigation und der Vorläufer des 30 Satelliten umfassenden Galileo-Systems, das Europa voraussichtlich ab 2009 eine größere Unabhängigkeit gegenüber den USA verschaffen soll.

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