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Persönlichkeitsstörung

Enzyklopädieartikel

Persönlichkeitsstörung, Störung der normalen Persönlichkeit, wobei dauerhaft und durchgängig die Denk-, Verhaltens- und Empfindungsmuster eines Menschen unflexibel und an das Umfeld fehlangepasst sind.

Die gestörte Persönlichkeit ist im Gegensatz zur normalen Persönlichkeit unfähig, sich an die Lebensumstände im Alltag anzupassen und mit diesen flexibel umzugehen. Da es für diese Menschen schwer ist, sich im Leben zurechtzufinden und schwierige Situationen allein zu meistern, werden sie oft aus dem gesellschaftlichen Gefüge ausgegrenzt. Persönlichkeitsstörungen können je nach der Art des Denkens, Verhaltens, Wahrnehmens und Fühlens in elf Kategorien unterteilt werden. Allen diesen Störungen ist gemeinsam, dass sie zu dauerhaften Schwierigkeiten in der sozialen und beruflichen Integration und zu schweren subjektiven Beschwerden führen können.

Unter der paranoiden Persönlichkeitsstörung Leidende sehen hinter jedem alltäglichen Geschehen einen Hinterhalt und leben ständig in der Angst, andere Menschen wollten ihnen schaden. Ein ähnliches Misstrauen hegt die schizoide Persönlichkeit, die keine engen Beziehungen eingeht und sich kühl und emotionslos von Bekannten, Freunden und Familie abwendet, um das Leben eines Einzelgängers ohne eine vertraute Person zu führen. Die schizotypische Persönlichkeit nimmt außergewöhnliche Dinge mit meist übernatürlichen Zügen wahr, die sie zu starkem Aberglauben oder ähnlichem magischen Glauben verleiten. Charakteristisch für die antisoziale Persönlichkeitsstörung ist die Unfähigkeit, sich an gesellschaftliche Verhaltensregeln und Normen zu halten. Umgangssprachlich werden diese Menschen als Soziopathen oder Psychopathen bezeichnet.

Die Persönlichkeit des Borderliners leidet unter starken Stimmungsschwankungen, einem schwankenden Selbstbildnis und handelt in Folge dieser Instabilität destruktiv und selbstschädigend. Histrionische Persönlichkeiten sind übermäßig emotional in Verhalten und Gefühlsausdruck und handeln dementsprechend übertrieben theatralisch (ein Histrione war ein Schauspieler im antiken Rom). Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit sind extrem Ich-bezogen, nehmen sich selbst sehr wichtig und suchen ständig nach Bestätigung, Aufmerksamkeit und Bewunderung; im Gegensatz zur selbstunsicheren Persönlichkeit, die aus Angst vor Missbilligung und Kritik menschliche Kontakte scheut. Die zwanghafte Persönlichkeit (siehe Neurose) ist pedantisch und perfektionistisch; diese Unflexibilität führt zu großen Problemen im alltäglichen Zusammenleben. Durch Widersetzung gegen Leistungsanforderungen, wie z. B. absichtliche Ineffizienz oder vorsätzliche Trödelei, zeichnet sich die passiv-aggressive Persönlichkeit aus. Bei der selbstschädigenden Persönlichkeit verhält sich die Person in bis an Masochismus grenzendem Ausmaß selbstschädigend; bei der sadistischen Persönlichkeit hingegen richtet sich die Aggression nach außen, um die eigene Dominanz zu erhalten und sie auf grausame Art durchzusetzen.

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