Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Brustkrebs", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Brustkrebs |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse BrustkrebsEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Brustkrebs, Krebserkrankung insbesondere der weiblichen Brust. Wie bei anderen Krebsarten beginnt diese Krankheit mit einer Veränderung des Erbguts von Zellen, was zu einem abnormen, unkontrollierten Zellwachstum führt. Die Zellen vermehren sich schneller als normal, bis sie einen Tumor bilden. Wenn Zellen aus diesem Tumor abwandern und über die Blutbahnen oder das Lymphsystem in andere Körperteile und Organe gelangen, breitet sich der Brustkrebs aus. Die Zellen vermehren sich dann z. B. in der Wirbelsäule oder der Lunge und bilden dort Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen.
Zu den Brustkrebssymptomen gehören: Geschwulstbildung, Veränderung der Größe oder Form der Brust, Falten- und Grübchenbildung auf der Haut der Brust, Deformierung der Brustwarzen, Anschwellen des Oberarmes bzw. Schwellungen in der Achselhöhle oder direkt oberhalb der Brust und Schmerzen oder Unwohlsein (Schmerzen gehören allerdings zu den eher seltenen Symptomen des Brustkrebses). Zu beachten ist, dass nur eine von etwa 40 Frauen, die ihrem Arzt von einem oder mehreren der oben genannten Symptome berichten, tatsächlich an Krebs leidet.
Brustkrebs ist in den Industrieländern die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von 2006 erkranken in Deutschland jährlich etwa 55 000 Frauen neu an Brustkrebs, ungefähr 18 000 sterben daran; 42 Prozent aller diagnostizierten Fälle betreffen Frauen unter 60 Jahre. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 62 Jahren und damit sieben Jahre unter dem durchschnittlichen Erkrankungsalter bei anderen Krebsformen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate nach der Diagnose beträgt heute durchschnittlich 79 Prozent. Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen bei Frauen relativ günstig (bei Magenkrebs z. B. beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate 29 Prozent und bei Lungenkrebs nur 14 Prozent). Auch etwa 250 Männer sterben in Deutschland jedes Jahr an Brustkrebs. Wie bei den meisten anderen Krebsarten gilt auch für Brustkrebs: Je früher er erkannt wird, umso besser sind die Chancen auf Heilung.
Die Früherkennung ist von großer Bedeutung, da viele Tumoren erst dann metastasieren, wenn sie einen oder mehrere Zentimeter groß sind. Bei etwa jeder vierten Brustkrebspatientin wurden jedoch bereits Metastasen in Lymphknoten nachgewiesen, als der Primärtumor lediglich wenige Millimeter Größe erreicht hatte (European Journal of Cancer, 2003). In Deutschland haben Frauen über 30 Jahre Anspruch auf eine jährliche Früherkennungsuntersuchung, die in einer Tastuntersuchung besteht und/oder in einer Unterweisung, wie sie ihre Brust selbst abtasten können. Beim Abtasten der Brust achtet man auf ungewöhnliche Knotenbildung oder andere Veränderungen wie Absonderungen der Brustwarzen oder Blutungen. Besonders für solche Frauen, in deren näherer Verwandtschaft Brustkrebs aufgetreten ist und bei denen daher eine genetische Prädisposition für Brustkrebs besteht, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Ab dem 50. Lebensjahr wird eine jährliche Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) empfohlen, die allerdings u. a. aufgrund der Strahlenbelastung nicht unumstritten ist. Eine Mammographie führt man auch durch, wenn das Abtasten der Brust einen Befund ergeben hat. Den Autoren einer dänischen Studie zufolge, die Daten von einer halben Million Frauen auswerteten, ist der Nutzen der als Screening (deutsch etwa: Überprüfen, Durchleuchten) bezeichneten jährlichen Reihenuntersuchungen allerdings fraglich. Der Studie entsprechend verlängert sich zwar die Überlebenszeit bei durchschnittlich einer von 2 000 Frauen, die zehn Jahre an einem Screening-Programm teilnehmen, weil bei ihr Brustkrebs entdeckt wird und sie danach behandelt wird. Zugleich werde jedoch bei jeweils zehn gesunden Frauen fälschlich Brustkrebs diagnostiziert, die daraufhin unnötig behandelt würden (Cochrane Review, 2006). Die Magnetresonanztomographie (siehe Kernspintomographie) gilt als die zuverlässigste Methode zur Diagnose von Brustkrebs. Bei diesem Verfahren werden Energieveränderungen im Gewebe gemessen, die beim Anlegen eines elektromagnetischen Feldes entstehen. Zur Früherkennung von Brustkrebs wird auch das Verfahren der Mamma-Sonographie (Brust-Ultraschall) eingesetzt. Mit dieser Methode lassen sich bereits millimetergroße Tumoren nachweisen. Eine weitere Methode zur Früherkennung ist die Entnahme und Untersuchung von Gewebe. Dazu werden meist so genannte minimalinvasive Eingriffe (siehe Mikrochirurgie) durchgeführt, u. a. die Feinnadelbiopsie, bei der Zellen durch eine dünne Hohlnadel angesaugt werden, und die Vakuumsaugbiopsie, bei der Gewebezylinder durch Erzeugung eines Vakuums entnommen werden. Bei einer anderen Methode zur Frühdiagnose wird mit Hilfe eines Katheters (eines Röhrchens) eine Salzlösung durch die Drüsenkanäle des Brustgewebes geleitet und wieder hinausbefördert; in dieser Flüssigkeit lassen sich eventuell vorhandene Krebszellen aufspüren. Zudem kann ein Mikroendoskop, dessen Dicke lediglich dem Durchmesser weniger Haare entspricht, über die Brustwarze in die Milchgänge eingeführt werden. Damit lässt sich insbesondere bei Frauen mit erhöhtem Krebsrisiko das so genannte duktale Karzinom (Krebs der Drüsenkanäle) in einem sehr frühen Stadium aufspüren.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |