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Windows Live® Suchergebnisse TropenholzEnzyklopädieartikel
Tropenholz, wirtschaftlich wertvolles Holz von Bäumen, die vor allem oder ausschließlich in den Tropen wachsen und dort oft ausgedehnte Urwälder bilden. Tropenholz stammt u. a. von Mahagoni-, Ebenholz-, Teak-, Balsa-, Palisander-, Caesalpinia-, Sandelholz- und Rosenholzbäumen. Tropenholzbäume werden vor allem in Lateinamerika (in erster Linie in Amazonien), in West- und Zentralafrika sowie in Süd- und Südostasien (insbesondere Indonesien) geschlagen. Der wirtschaftliche Wert von Tropenholz ist auf mehrere Eigenschaften zurückzuführen. Das Kernholz ist oft durch braune und rote Farbstoffe gefärbt und deshalb optisch eindrucksvoll, zugleich gewährleisten diese in die Zellen eingelagerten Farbstoffe eine Resistenz gegen Schädlingsbefall durch Pilze und Insekten. Aufgrund weiterer Einlagerungen kann das Holz sehr stabil sein; Teakholz z. B. wird durch Silicat sehr fest und schwer. Zusätzliche natürliche Imprägnierstoffe können eine besondere Wasserfestigkeit bedingen, zudem lassen sie manche Hölzer – etwa Rosenholz oder Sandelholz – einen angenehmen Duft ausströmen. Tropenholz wird als Edelholz für wertvolle Möbel in Innenräumen genutzt, aber auch für Furniere und Drechslerarbeiten sowie als Bauholz, für Gartenmöbel und sogar für Verpackungszwecke. Der Begriff Tropenholz gelangte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Symbol für den Raubbau an der Natur ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, da die weltweite Nachfrage nach dem hochwertigen Holz zu einer rücksichtslosen, oft illegalen Abholzung vieler tropischer Waldbestände führte (siehe Entwaldung). Die tropischen Regenwälder sind jedoch nicht nur die – neben den Korallenriffen – wohl artenreichsten Ökosysteme der Erde, sondern tragen mit ihrem dichten Stockwerkbau der Vegetation auch einen großen Teil zur globalen Sauerstofferzeugung bei. Für viele der Tropenholz exportierenden Länder ist die Holzindustrie eine wichtige Devisenquelle. Aufgrund der niedrigen Arbeitslöhne in den meisten dieser Länder sind die Hölzer auf dem Weltmarkt preislich deutlich unterbewertet. Die 1985 gegründete Internationale Tropenholzorganisation (ITTO) gehört zu denjenigen Organisationen, die sich deshalb in Zusammenarbeit mit Händlern und Forschungsanstalten für eine Anhebung der Erlöse aus dem Verkauf und für eine nachhaltige, ressourcenschonende Waldbewirtschaftung einsetzen. Verschiedene Umweltschutzorganisationen wie Robin Wood, Greenpeace, der World Wide Fund for Nature (WWF) sowie der BUND empfehlen, Tropenhölzer ausschließlich dann zu kaufen, wenn diese das FSC-Siegel des Forest Stewardship Council tragen. Diese nichtkommerzielle, unabhängige Organisation garantiert mit ihrem Siegel, dass die damit zertifizierten Hölzer aus nachhaltiger, umwelt- und sozialverträglicher Waldbewirtschaftung stammen. Als Alternative zum Tropenholz bietet sich schnell wachsendes Holz aus den gemäßigten Breiten an – etwa das Holz der Robinie –, dessen Nutzung wirksamer geregelt ist und weitaus geringere ökologische Konsequenzen hat.
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