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    English reviews "Kent Nagano, designierter Münchner Opernchef ab 2006, verspricht Großes für die Zukunft. Die... immens anspruchsvolle Partitur ist ...

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    Kent Nagano im Festspielhaus Baden-Baden ... Abb: Wolfgang Peter Kent Nagano gastiert gerne in unserem Baden-Badener Festspielhaus.

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Kent Nagano

Enzyklopädieartikel

Kent Nagano (*1951), amerikanischer Dirigent. Seit Mitte der achtziger Jahre ist er einer der international renommiertesten Dirigenten.

Nagano wurde am 22. November 1951 in Morro Bay (Kalifornien) als Sohn eines Architekten und einer Mikrobiologin japanischer Abstammung geboren (seine Großeltern waren von Japan in die USA eingewandert). Schon als Kind lernte er bei seiner Mutter Viola, Klarinette und Koto, studierte jedoch zunächst Rechtswissenschaften in Oxford, Santa Cruz und San Francisco. Erst mit 21 Jahren entschied sich Nagano für den Musikerberuf und studierte Komposition und Orchesterleitung. Besonders faszinierte ihn das kompositorische Werk von Olivier Messiaen, mit dem er bald in persönlichen Kontakt trat. Messiaen wurde prägend für Naganos musikalische Weltsicht. Andere wichtige Lehrer und Vorbilder waren Pierre Boulez, Seiji Ozawa und Leonard Bernstein.

Nagano begann seine musikalische Laufbahn als Korrepetitor an der Oper in Boston und ging anschließend als Dirigent zur Kammeroper von San Francisco, zum Oakland Ballet Orchestra und zum Berkeley Symphony Orchestra, mit dem er das gesamte Orchesterwerk Messiaens aufführte. 1983 empfahl Messiaen ihn für die Pariser Uraufführung seiner Oper Saint François d’Assise als Assistenten an den Dirigenten Seiji Ozawa. Diese Premiere machte Nagano in Fachkreisen berühmt; er leitete auch die Erstaufführungen dieses Werkes in Deutschland, Holland und Spanien. Gleichzeitig erregte er durch die Einspielung der Orchesterwerke des Rockmusikers Frank Zappa mit dem London Symphony Orchestra großes Aufsehen.

In der Folge war Nagano Ozawas Assistent am Boston Symphony Orchestra. Von 1986 bis 1989 war er Principal Guest Conductor des von Pierre Boulez geleiteten, auf zeitgenössische Musik spezialisierten Ensemble Intercontemporain in Paris. Als Nachfolger John Eliot Gardiners wirkte er von 1989 bis 1998 als musikalischer Leiter der Oper von Lyon, die unter seiner Leitung aus dem Mittelfeld zu einem weltweit beachteten Opernhaus aufstieg. Fast die ganzen neunziger Jahre hindurch arbeitete Nagano zudem als Principal Guest Conductor beim London Symphony Orchestra (1990-1998) sowie als musikalischer Direktor des Hallé-Orchesters in Manchester (1991-2000), das unter seiner Leitung ebenfalls einen beachtlichen Aufschwung erlebte. Außerdem dirigierte er während dieser Jahre die angesehensten Orchester der Welt und feierte auf den bedeutendsten Konzertbühnen wie bei den Salzburger Festspielen oder an der New Yorker Met Triumphe.

Von 2000 bis 2006 war Nagano als Nachfolger Vladimir Ashkenazys Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters in Berlin; als nach Ablauf seines Vertrags kein neuer Chefdirigent gefunden wurde, sagte Nagano für zwei weitere Spielzeiten je vier Konzertprojekte mit dem Orchester zu. Nagano ist zudem seit 2001 Principal Guest Conductor der von Plácido Domingo geleiteten Oper in Los Angeles. 2006 übernahm er nach dem Ausscheiden von Zubin Mehta interimistisch bis 2008 das Amt des Generalmusikdirektors der Bayerischen Staatsoper in München. Seinen Einstand gab Nagano im Oktober 2006 mit Salome von Richard Strauss und der Uraufführung von Wolfgang Rihms Das Gehege (Text von Botho Strauß).

Nagano ist berühmt für seine Platteneinspielungen eher abseitiger, wenig gespielter Werke, was ihm den – teilweise auch abfällig geäußerten – Ruf eines „Experten fürs Randrepertoire” einbrachte. So hat er im Lauf seiner Karriere kein Werk von Mozart, Beethoven, Brahms oder Bruckner eingespielt. Seine umfangreiche Diskographie umfasst stattdessen hauptsächlich Werke der Romantik und des 20. Jahrhunderts, etwa von Jacques Offenbach, Sergej Prokofjew, Hector Berlioz, Benjamin Britten, Ferruccio Busoni, Claude Debussy, Igor Strawinsky, Kurt Weill, Maurice Ravel, Richard Strauss und Gustav Mahler. Zu den von ihm uraufgeführten Komponisten zählen Toru Takemitsu, John Adams, Wolfgang Rihm, Maurice Ohana, John Casken und Kaija Saariaho.

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