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Windows Live® Suchergebnisse FrühchristentumEnzyklopädieartikel
Frühchristentum, die durch den auferstandenen Jesus Christus ausgelöste missionarische Bewegung, die sich zunächst in Jerusalem und Palästina, später im gesamten Römischen Reich ausbreitete.
Die Entwicklung und Entstehung der ersten christlichen Gemeinden kann in drei Phasen unterteilt werden, die in der Apostelgeschichte ausführlich geschildert werden:
Auslöser für die frühchristliche Bewegung war das Osterereignis, die Auferstehung Jesu. Das geographische Zentrum der Bewegung lag zunächst in Jerusalem, wo unter der Leitung von Petrus und den anderen Aposteln um 30 n. Chr. die erste christliche Gemeinde gegründet wurde, die sich zunächst ganz unproblematisch als Teil der jüdischen Gemeinde verstand. Die kleine Gruppe nahm am jüdischen Leben teil und beachtete die jüdischen Gebote, unterschied sich jedoch grundlegend darin von ihren Glaubensgenossen, dass sie glaubte, den Messias entgegen jüdischer Heilserwartung bereits gefunden zu haben, was sie in den Augen Außenstehender zu einer Sekte machte. Zu den Grundlagen des frühen Christentums gehörten die Verkündigung des Heilsgeschehens, so wie Jesus es geboten hat (Matthäus 28, 19-20), die Feier des Abendmahls und die Taufe im Rahmen der Mission, die sich gemäß den Worten Jesu (Matthäus 10, 5-6 und 15, 24) zunächst ausschließlich auf Juden erstreckte. Die Missionserfolge bei den Juden waren jedoch eher gering, dafür fand das Christentum bald in der nichtjüdischen hellenistischen Welt Anklang. Auch hellenistisch geprägte Diasporajuden – Juden, die nicht in Palästina lebten – verbreiteten ihre Kenntnisse über die neu gegründete jüdische Sekte, was ihnen bald die Ablehnung und den Hass strenggläubiger Juden einbrachte und zu einer ersten Verfolgungswelle im Jahr 32/33 führte. Christusgläubige Diasporajuden flohen nach Phönikien, Zypern und Antiochia und trugen somit maßgeblich zur Verbreitung des Christentums bei. Die christliche Gemeinde in Antiochia bemühte sich als Erste um einen Konsens zwischen Juden und Nichtjuden, und von dort ging auch die erste gezielte Heidenmission aus. Die so genannte Antiochenische Streitfrage (Apostelgeschichte 15), bei der es darum ging, ob Heidenchristen den jüdischen Gesetzen unterworfen sind, wurde auf dem um das Jahr 44 abgehaltenen Apostelkonzil verneint, was weitreichende Folgen hatte: Während sich in der Folge das Christentum als das Neue Israel betrachtete, bedeutete dessen weltweite Öffnung eine klare Abspaltung von der jüdischen Mutterreligion. Von der antiochenischen Gemeinde war der ehemalige Christenverfolger Paulus stark geprägt, der sich mit seiner Bekehrung zum größten Befürworter der Heidenmission entwickelte. Mit seinen Missionsreisen brachte Paulus das Christentum in die Städte, nach Griechenland und Kleinasien und machte es dort heimisch. Unabhängig von seiner Missionstätigkeit breitete sich der christliche Glaube durch Kaufleute und hellenistische Juden im Römischen Reich aus. Zusätzlich wurde die Ausbreitung des Christentums durch verschiedene äußere Faktoren begünstigt, wie einheitliche Sprache und Kultur, rege Handelsverbindungen und gute Verkehrswege. Nach und nach wurde die Heidenmission immer mehr zu einer Sammelbewegung, die sich zur christlichen Großkirche entwickelte, in der auch die gesetzestreuen Judenchristen bald keinen Platz mehr hatten. Solange die Kirche nur als jüdische Sekte galt, wurde sie von den römischen Behörden geduldet und stand in den ersten dreißig Jahren wie das Judentum unter dem Schutz römischer Gesetze. Nach der Trennung von Juden- und Christentum verlor die Kirche jedoch die den Juden gewährten Privilegien. Zu einer ersten Christenverfolgung kam es unter Kaiser Nero im Juli 64 in Rom.
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