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Kernspuremulsion

Enzyklopädieartikel

Kernspuremulsion (kurz auch Kernemulsion), besondere photographische Emulsion, die speziell für den Nachweis ionisierender Teilchen, z. B. in den kosmischen Strahlen, ausgelegt ist.

Ähnlich wie beim gewöhnlichen photographischen Film besteht die Kernspuremulsion aus einer Gelatineschicht, in die kleine Körnchen eines Silberhalogenids, meist Silberchlorid (AgCl) oder Silberbromid (AgBr), eingebettet sind. Durch Licht, andere elektromagnetische Strahlung oder ionisierende Teilchen wird das Halogenid zersetzt, so dass sich nach der photographischen Entwicklung dunkles Silber abscheidet.

Gegenüber gewöhnlichen photographischen Emulsionen haben Kernspuremulsionen mit rund 80 Prozent einen höheren Anteil an Halogeniden, aber deren Korngröße ist mit etwa 0,3 Mikrometern circa fünfmal kleiner. Außerdem werden Kernspuremulsionen in einer 100-mal größeren Schichtdicke auf den Film aufgetragen.

Die geringere Korngröße bewirkt eine geringere Empfindlichkeit gegen sichtbares Licht und eine deutlich höhere optische Auflösung, d. h., es können feinere Strukturen abgebildet werden.

Die auf die Platte meist schräg auftreffenden ionisierenden Teilchen regen die auf ihrer Bahn liegenden Silberhalogenidkristalle an, die danach entwickelt werden können. Dadurch werden die Teilchenspuren in der photographischen Schicht als schwarze Streifen erkennbar und können vermessen werden.

Der Einsatz von Kernspuremulsionen in der Teilchenphysik wurde weitgehend durch die Nutzung von elektronischen Teilchendetektoren verdrängt.

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