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    Militärgeschichte (auch: Kriegsgeschichte) ist die Dokumentation und Erforschung von konfliktträchtigen Ereignissen in der Menschheitsgeschichte und den Militärapparaten der ...

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    Diese wissenschaftlich orientierte Einrichtung bietet Informationen und eine Linkliste zur Verbindung militärischer Operationsgeschichte und moderner Historiographie.

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Militärgeschichte

Enzyklopädieartikel

Militärgeschichte, früher als Kriegsgeschichte oder Wehrgeschichte bezeichnet, Teilgebiet der Geschichtswissenschaft, das sich mit der Geschichte des Militärwesens befasst.

Als Kriegsgeschichtsschreibung kann Militärgeschichte bis in die Antike zurückdatiert werden, bis zu Herodots Beschreibung der Perserkriege, zu Thukydides’ Geschichte des Peloponnesischen Krieges, Xenophons Anabasis und Caesars De Bello Gallico. Das Mittelalter brachte kaum militärhistorische Schriften hervor, und die frühe Neuzeit beschränkte sich zumeist auf Rückgriffe auf antike Autoren.

Ausschlaggebend für die Herausbildung der Militär- bzw. Kriegsgeschichte als eigenständiger Disziplin waren Absolutismus und Aufklärung und die zunehmende Bedeutung stehender Heere in dieser Epoche. Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Verwissenschaftlichung der Militärgeschichte markierte das Jahr 1779, als Kaiser Joseph II. seinen Generalstab beauftragte, alle österreichischen Feldzüge seit 1740 historisch aufzuarbeiten – nicht zuletzt wegen der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Österreichischen Erbfolgekrieg und im Siebenjährigen Krieg. Sozusagen im Gegenzug wurde innerhalb des preußischen Kriegsministeriums zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Historische Abteilung geschaffen. General Gerhard von Scharnhorst sah ihre Aufgabe in der „Vervollkommnung der Kriegskunst” mittels einer auch militärhistorischen Ausbildung des preußischen Offizierskorps. Carl von Clausewitz schloss sich im Wesentlichen dieser Auffassung an; ihm zu Folge kann die (Militär-)Geschichte zwar keine „Grundsätze, Regeln oder Methoden” liefern, wie Kriege gewonnen werden können, aber durchaus „zur Übung des Urteils befähigen”.

Die so seit Ende des 18. Jahrhunderts betriebene Militärgeschichte blieb bis ins späte 19. Jahrhundert weitgehend militärische Operationsgeschichte. Als solche fragte sie nur nach der Erstellung von Feldzugsplänen sowie nach dem Ablauf von Aufmärschen und Entscheidungsschlachten, wobei der Akzent meist auf der Leistung eines großen Heerführers oder dem Heldentum Einzelner lag. Ziel war – neben regierungstreuer Heldengeschichtsschreibung – vor allem die Ableitung von in der Zukunft verwertbaren Lehren aus der operationsgeschichtlichen Vergangenheit.

Erst ab 1880 überwand die Militärgeschichte die engen Grenzen eines nur anwendungsorientierten Lehrfaches für angehende Offiziere, abgeschirmt von der politischen Öffentlichkeit. Als Erster löste sich der „zivile” Militärhistoriker Max Jähns aus der Generalstabswissenschaft und schlug so eine Bresche für den Begründer der modernen Militärgeschichte, Hans Delbrück, Schüler und Nachfolger des Historikers Heinrich von Treitschke. Delbrück verknüpfte als Erster Analyse und Kritik der Quellen des preußischen Generalstabes mit Methoden der allgemeinen Historiographie, kriegsgeschichtliche Forschung mit allgemeiner Geschichtsschreibung – in logischer Inversion des berühmten Clausewitz-Satzes: „Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”. Mit seinem vierbändigen Werk Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte (1900-1920) begründete Delbrück die Militärgeschichte als „zivile” wissenschaftliche Disziplin. In seinem epochalen, damals von Fachkollegen und Offizieren kritisierten Werk wurde erstmals Militärgeschichte mit politischer, sozialer und Wirtschaftsgeschichte verknüpft, um historische Epochen in ihrer Gesamtheit verstehen zu können.

Die von Delbrück formulierten Denkanstöße und wissenschaftlichen Grundlagen gerieten in den Jahren 1920 bis 1945 politisch bedingt zwar vorübergehend aus dem Blickfeld, wurden aber nach 1945 von der Geschichtswissenschaft erneut aufgegriffen, wenngleich in Zeiten des Kalten Krieges und des Wettrüstens misstrauisch beäugt von der sich entwickelnden Friedensbewegung und -forschung.

Heute ist Militärgeschichte anerkannter Teil der Geschichtswissenschaft. Sie schließt die militärische Operationsgeschichte im Sinn von Scharnhorst und Clausewitz ein, geht aber weit über Schlachtenbeschreibungen und dergleichen hinaus. Sie fragt nach Strukturen, Ursachen und Wirkungen und untersucht alles Militärische nicht isoliert, sondern als Beziehungsgefüge, das abhängig von gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und technischen Zusammenhängen entsteht und funktioniert – z. B. nach Dingen wie dem Umgang der Militärs mit Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung, nach Verwundeten und Kriegsverbrechern oder Deserteuren. Ein Beispiel sowohl für den breiten Ansatz der modernen Militärgeschichte wie für ihre potentielle öffentliche Wirksamkeit ist die vom Hamburger Institut für Sozialforschung erarbeitete Ausstellung Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944.

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