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Reporter ohne Grenzen

Enzyklopädieartikel

Reporter ohne Grenzen (ROG, französisch: Reporters sans frontières, RSF), internationale Menschenrechtsorganisation, die sich weltweit für die Verteidigung der Presse- und Medienfreiheit einsetzt und Journalisten zur Seite steht, die staatlicher, politischer, religiöser, ethnischer oder ideologischer Verfolgung ausgesetzt sind.

Die Organisation wurde 1985 in Frankreich gegründet, hat ihren Sitz in Paris und gliedert sich in unterdessen neun nationale Unterorganisationen. Von der Zentrale in Paris aus werden durch das Internationale Sekretariat internationale Kampagnen und Aktionen koordiniert, an denen sich die nationalen Sektionen beteiligen; daneben verfolgen die nationalen Sektionen auch jeweils eigene Projekte. Anstoß für die Arbeit der RSF ist die beständige Bedrohung der freien Berichterstattung in vielen Teilen der Welt, die oft mit Repressalien und Angriffen auf Leib und Leben von Journalisten verbunden ist. Als Menschenrechtsorganisation gründet sie ihr Engagement darauf, dass die Unterdrückung der Pressefreiheit immer mit der Verletzung anderer grundlegender Menschenrechte einhergeht und es ohne Pressefreiheit keine Demokratie gibt. Die Organisation berichtet regelmäßig über mehr als 100 Staaten, in denen die Pressefreiheit beeinträchtigt oder völlig unterbunden wird, wobei Journalisten in Ausübung ihres Berufes diskriminiert, verfolgt, verhaftet, gefoltert und ermordet werden.

RSF arbeiten eng mit anderen Nichtregierungsorganisationen wie amnesty international oder dem Committee to Protect Journalists zusammen und hat Beraterstatus beim Europarat, der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen (UNHCHR) und der UNESCO. Alljährlich vergibt die Organisation zum 10. Dezember – dem internationalen Tag der Menschenrechte – einen Menschenrechtspreis an Journalistinnen oder Journalisten. Die Organisation wurde auch selbst mehrmals ausgezeichnet, u. a. 1997 mit dem Preis für Journalismus und Demokratie der OSZE und 2005 mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments.

Die deutsche Unterorganisation wurde 1994 von rund 50 Journalistinnen und Journalisten in Berlin gegründet, wo sie auch ihren Sitz hat. Den Anstoß hierzu gab der Tod des Journalisten Egon Scotland, der im Bosnisch-Kroatisch-Serbischen Krieg 1991 von Heckenschützen erschossen wurde. 1998 wurde in Wien die österreichische Sektion der Reporter ohne Grenzen gegründet.

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