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SARS

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Schutz vor SARS-VirenSchutz vor SARS-Viren

SARS (severe acute respiratory syndrome: schweres akutes Atemwegssyndrom), 2003 entdeckte Atemwegserkrankung.

Als SARS-Erreger wurde ein bislang unbekanntes Coronavirus identifiziert, das SARS-assoziierte Coronavirus (SARS-CoV), ein RNA-Virus (siehe Nucleinsäuren). Coronaviren sind nach dem Erscheinungsbild ihrer Virushülle benannt: Glykoproteinstäbchen erinnern bei Betrachtung des Virus unter dem Elektronenmikroskop an eine Krone (lateinisch corona). Für Vögel und Säugetiere sind Coronaviren in vielen Fällen gefährlicher als für den Menschen; manche verursachen Erkältungen oder Brechdurchfall. Der SARS-Erreger stammt möglicherweise von wild lebenden chinesischen Raubtieren, die auf südchinesischen Märkten als Schlachttiere zum Verzehr angeboten werden (Science, 2003). Dem SARS-CoV ähnliche Viren oder Antikörper, die auf eine vorherige Infektion schließen lassen, wurden in Larvenrollern (einer Schleichkatzenart), Marderhunden und einem China-Sonnendachs (Melogale moschata) nachgewiesen (nicht jedoch, wie ursprünglich auf Grund eines Übersetzungsfehlers berichtet, in Zibetkatzen); alle untersuchten Tiere stammten von einem Markt in der chinesischen Provinz Guangdong. Darüber hinaus waren auch 55 Markthändler auf diese Antikörper untersucht worden: 40 Prozent der Tierhändler, aber nur 1 Prozent der Gemüsehändler waren Antikörperträger. Man vermutet daher, dass der Erreger bei der Handhabung oder dem Verzehr eines Tieres (der genannten Arten oder einer anderen Art) auf den Menschen übergesprungen ist.

Die Krankheit wird vor allem durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen; das Ansteckungsrisiko entspricht etwa dem der Grippe. Ansteckungsgefahr besteht insbesondere für Personen, die sich nicht weiter als einen Meter von einem Infizierten entfernt aufhalten; eine Atemschutzmaske gilt als wirksamer Schutz. Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann der Erreger allerdings längere Zeit außerhalb des menschlichen Körpers überleben: auf einer Kunststoffoberfläche bei Raumtemperatur bis 24 Stunden, im menschlichen Stuhl vier Tage. Eine Übertragung des Erregers etwa durch kontaminierte Türklinken oder Toiletten ist damit theoretisch möglich. Abgetötet wird der Erreger durch übliche Desinfektionsmittel oder Temperaturen über 56 °C.

Die Latenzzeit (Inkubationszeit) von SARS beträgt drei bis elf Tage, erst nach Ausbruch der Krankheit lässt sich das Virus identifizieren. Hauptsymptome sind starker Husten, Atemnot, Halsschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber über 38,5 °C; als Nebensymptome können auftreten: Kopfschmerzen, Durchfall, Hautausschlag, Appetitlosigkeit und Verwirrtheit. Erkrankte erholen sich in den meisten Fällen nach etwa einer Woche. Vor allem über 40-Jährige, die bereits durch andere Krankheiten geschwächt sind, können sich jedoch eine schwere Lungenentzündung zuziehen. Bislang gibt es weder einen Impfstoff noch ein spezielles Medikament. Das Robert-Koch-Institut entwickelte jedoch einen kommerziell verfügbaren diagnostischen Test (Immunfluoreszenztest), mit dem sich Antikörper gegen das Virus nachweisen lassen.

Nach Angaben der WHO nahm die Epidemie in Guangdong ihren Ausgang; hier wurde seit November 2002 eine später als SARS identifizierte Infektionswelle registriert. Bis Mitte Juli 2003 starben weltweit über 800 Menschen an SARS, ungefähr 730 in China (knapp die Hälfte davon in Hongkong). Auch in anderen asiatischen Ländern sowie in Nordamerika (insbesondere Kanada), Europa und in Einzelfällen in Australien, Neuseeland, Südafrika und Südamerika trat SARS auf. Erkrankt waren bis Mitte Juli 2003 weltweit etwa 8 400 Menschen, über 90 Prozent davon in China. Nach Einschätzung der WHO war der Höhepunkt der weltweiten Epidemie bereits im Vormonat überschritten worden. Anfang Juli wurde Taiwan als letztes Land von der WHO-Liste der Infektionsgebiete gestrichen, nachdem dort 20 Tage kein neuer Krankheitsfall aufgetreten war.

Im Herbst 2003 traten jedoch in Singapur und Taiwan erneut Einzelfälle auf; die Betroffenen hatten sich in Labors mit SARS-Viren infiziert. Ein weiterer SARS-Fall wurde im Dezember desselben Jahres aus China gemeldet. Dieser Patient hatte sich weder in einem Labor angesteckt noch Kontakt zu Schleichkatzen gehabt; eine Infektion durch Ratten wurde für möglich gehalten. Dennoch ließ die chinesische Regierung entgegen einer Empfehlung der WHO etwa 10 000 gefangen gehaltene Larvenroller töten. Auch in der ersten Jahreshälfte 2004 traten in China einzelne SARS-Fälle auf, eine Patientin starb an der Krankheit.

Der Entdecker von SARS, der italienische Mediziner Carlo Urbani, ein Mitarbeiter der WHO, war am 29. März 2003 im Alter von 46 Jahren in Bangkok an dieser Infektionskrankheit gestorben.

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