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    Luis Moreno Ocampo: Aktuelle Artikel, Bilder und Meinungen auf sueddeutsche.de ... Völkermord in Darfur Vor den Augen der Welt - 05.08.2008...Chefankläger des Internationalen ...

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Luis Moreno Ocampo

Enzyklopädieartikel

Luis Moreno Ocampo (*1951), argentinischer Jurist, erster Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag (seit 2003).

Luis Moreno Ocampo wurde 1951 in Argentinien geboren. 1978 schloss er sein rechtswissenschaftliches Studium an der Universität von Buenos Aires ab und war seitdem als Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Richter und Hochschullehrer (zuletzt als Gastprofessor in den USA an der Harvard und an der Stanford University) tätig. In seiner Heimat erwarb er sich seit Mitte der achtziger Jahre den Ruf eines unerschrockenen Kämpfers für die Menschenrechte, als er als Assistent von Staatsanwalt Strassera maßgeblich an der Anklage gegen die Verantwortlichen der argentinischen Militärjunta (1976-1983) beteiligt war. Es war dies die erste juristische Auseinandersetzung mit einer Militärdiktatur in Lateinamerika, und in diesem Verfahren gelang es Moreno Ocampo, die Befehlsstrukturen und Verantwortlichkeiten bei zahlreichen Menschenrechtsverletzungen offenzulegen. Von 1987 bis 1992 war Moreno Ocampo Generalstaatsanwalt in Buenos Aires. In dieser Funktion sorgte er für die Verurteilung von Militärs, die 1987 und 1988 Putschversuche gegen die junge Demokratie unternommen hatten, und er führte die Anklage in dem Revisionsprozess gegen die für den verlorenen Falklandkrieg von 1982 verantwortlichen Militärs.

Seit 1992 frei praktizierender Rechtsanwalt, wirkte Moreno Ocampo an international bedeutenden Verfahren mit, so als Vertreter von Angehörigen der Opfer eines Massakers, das Deutsche 1944 an Italienern verübt hatten und für das der ehemalige SS-Hauptsturmführer Erich Priebke 1997 in Rom zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Neben der Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen widmete sich Moreno Ocampo nun zunehmend dem Kampf gegen die Korruption im Staatsapparat. Schon 1989 hatte er die Organisation Poder Ciudadano („Bürgermacht”) mitbegründet, die die staatlichen Institutionen und Strukturen transparenter zu machen suchte, und ab 1995 gehörte er dem Leitungsgremium der internationalen Antikorruptionsorganisation Transparency International an und leitete zeitweise auch deren Lateinamerika-Sektion. Darüber hinaus fungierte er – dank seinen Erfahrungen und seinem Engagement bei der Verfolgung von Menschenrechtsvergehen und staatlicher Korruption – als viel gefragter Berater verschiedener internationaler Organisationen und Institutionen wie z. B. der Weltbank und anderer UN-Organisationen.

Im April 2003 wählten die Unterzeichnerstaaten des Internationalen Strafgerichtshofes Moreno Ocampo einstimmig zum ersten Chefankläger, und mit seiner Vereidigung am 16. Juni 2003 trat der „Weltstaatsanwalt” offiziell seine auf neun Jahre befristete Amtszeit an.

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