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Windows Live® Suchergebnisse Roh Moo-hyunEnzyklopädieartikel
Roh Moo-hyun (*1946), südkoreanischer Jurist und Politiker, Staatspräsident von Südkorea (2003-2008). Roh Moo-hyun wurde am 6. August 1946 in Gimhae, einem Dorf nahe der Hafenstadt Pusan im Südwesten des Landes, geboren und wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen auf. Da er sich den Besuch einer Hochschule finanziell nicht leisten konnte, erwarb er sich die Voraussetzungen für die Zulassung als Rechtsanwalt im Selbststudium und eröffnete 1978 seine eigene Kanzlei. In den achtziger Jahren schloss er sich der Demokratie- und Menschenrechtsbewegung gegen die Militärdiktatur unter Chun Doo Hwan (1980-1988) an, verteidigte rebellierende Gewerkschafter und Studenten vor Gericht und gehörte schließlich zu den Vorkämpfern gegen das Regime. Als Gefolgsmann des späteren Präsidenten Kim Dae Jung und Mitbegründer der Demokratischen Partei (1990) suchte er bei Parlamentswahlen mehrmals vergeblich den Einstieg in die nationale Politik, bis er 1997 erfolgreich den Präsidentschaftswahlkampf für Kim Dae Jung managte und sich damit einen Namen als effizienter Organisator machte. 1998 errang er in einer Nachwahl ein Abgeordnetenmandat für den aus der Demokratischen Partei hervorgegangenen Nationalkongress für Neue Politik (NCNP). Nachdem er sich in seiner Partei, die 2000 in Demokratische Millenniumspartei (MDP) umbenannt worden war, überraschend als Präsidentschaftskandidat durchgesetzt hatte, warb er in deutlicher Konfrontation zu seinem konservativen Gegenkandidaten für eine Fortsetzung der von Kim eingeleiteten Versöhnung mit dem bisher feindlichen Bruderstaat Nordkorea, der so genannten „Sonnenscheinpolitik”, sowie für eine gerechte Verteilung des Wohlstandes und eine selbstbewusste nationale Politik gegenüber der Schutzmacht USA. Die im Vorfeld des Irak-Krieges entfachten antiamerikanischen Emotionen in Südkorea schlugen sich auch im Wahlergebnis für Roh nieder: Er entschied mit 49 Prozent der Stimmen die Präsidentschaftswahl für sich und trat am 25. Februar 2003 die Nachfolge von Kim Dae Jung an. Im März 2004 setzte das Parlament im Rahmen eines Amtsenthebungsverfahrens Roh als Staatspräsident ab; er war der Verletzung des Wahlgesetzes für schuldig befunden worden, da er sich im Vorfeld der Parlamentswahlen positiv über die linksliberale Uri-Partei geäußert hatte; als Staatspräsident war er jedoch laut Gesetz zu strikter Neutralität verpflichtet. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lehnte die Absetzung des außerordentlich populären Roh ab und machte seinem Unmut in Großdemonstrationen Luft. Im Mai 2004 erklärte das Verfassungsgericht die Amtsenthebung Rohs für ungültig; es entlastete Roh zwar nicht vom Vorwurf der Verletzung des Wahlgesetzes, war aber der Auffassung, dass sein Vergehen eine Absetzung nicht rechtfertigte. Die Parlamentswahlen im April 2004 hatte im Übrigen überraschend und mit der absoluten Mehrheit der Mandate die Roh nahe stehende Uri-Partei gewonnen. Im Februar 2008 wurde Roh von seinem gewählten Nachfolger Lee Myung-bak von der konservativen Grand National Party (GNP) im Präsidentenamt abgelöst.
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