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Windows Live® Suchergebnisse Sir Richard OwenEnzyklopädieartikel
Sir Richard Owen (1804-1892), englischer Anatom, Zoologe und Paläontologe, Begründer des Natural History Museum in London. Richard Owen wurde am 20. Juli 1804 in Lancaster (England) geboren. Nach vier Jahren Lehre bei einem Chirurgen ging er 1824 für ein Jahr an die Universität Edinburgh, bevor er seine medizinische Ausbildung am Saint Bartholomew’s Hospital in London abschloss. Im Anschluss eröffnete er eine eigene Praxis und wurde Mitglied des Royal College of Surgeons, wo er Kurator der von John Hunter zusammengestellten umfangreichen Sammlung von Tierpräparaten wurde, die als Grundlage anatomischer Studien diente und die Owen in Wort und Bild beschrieb. Seine Schriften begründeten Owens Ruhm als Naturwissenschaftler, weithin bekannt wurde u. a. seine Beschreibung des Nautilus und eine zweibändige vergleichende Studie der Zähne von Tieren. 1834 wurde Owen in die Royal Society aufgenommen; zwei Jahre später übernahm er den von Hunter geschaffenen Lehrstuhl am Royal College und wurde im folgenden Jahr Professor, der erste seiner vielen bedeutenden Posten und Ehrungen im England Königin Viktorias. 1856 gab er seine Praxis auf, wurde Superintendent der naturgeschichtlichen Abteilung des Britischen Museums – die auf Owens Betreiben 1881 ein eigenes Museum wurde – und widmete sich fortan ausschließlich der Forschung. Mit seiner Pensionierung 1884 wurde Owen in den Adelsstand erhoben. Er starb am 18. Dezember 1892 in Richmond, einem Vorort von London. Richard Owens Bedeutung als Wissenschaftler ist zwiespältig. Er identifizierte bzw. beschrieb zahlreiche ausgestorbene und lebende Tierarten (z. B. den Gorilla), trug entscheidend zur modernen Systematik bei und prägte viele heute noch gebräuchliche zoologische Namen und Begriffe, u. a. Homologie, Analogie und Parthenogenese. 1842 gab Owen einer Gruppe neu entdeckter fossiler Reptilien (u. a. Iguanodon), deren Knochen er im Vergleich zu anderen Reptilien als eindeutig andersartig erkannt hatte, den Namen Dinosaurier. 1863 schrieb er die erste Monographie über den „Urvogel” Archaeopteryx. Seine Missachtung der Arbeiten anderer brachte ihm jedoch immer wieder Kritik und persönliche Rivalitäten ein. Owen stand zeitlebens Charles Darwins Theorie der Evolution durch natürliche Selektion ablehnend gegenüber; er erkannte die morphologischen Studien seines Freundes Darwin an (dessen Untersuchungsmaterial er teilweise selbst beschrieben hatte), war aber mit Darwins Schlussfolgerungen nicht einverstanden. Owens Denken war eher naturphilosophisch als streng wissenschaftlich ausgelegt. Wie Georges Cuvier, den er 1830 erstmals traf, war er zunächst ein Anhänger der Katastrophentheorie, nach der alle Arten von einer von Gott geschaffenen „idealen Form” abzuleiten und unveränderlich sind. Später übernahm er Étienne Geoffroy Saint-Hilaires Konzept der Archetypen (seine „Homologien”) und akzeptierte zumindest den Grundgedanken einer fortschreitenden Evolution.
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