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Beastie Boys

Enzyklopädieartikel

Beastie Boys, amerikanische Hip-Hop-Band. Sie zählt zu den stilbildenden Vorreitern des Rap und des Crossover-Hip-Hop.

Die Beastie Boys wurden 1981 von den drei aus der gehobenen weißen Mittelschicht stammenden Teenagern Adam Yauch alias „MCA” (*1967; Gesang, Bass), Michael Diamond alias „Mike D” (*1965; Gesang, Schlagzeug) und Adam Horovitz alias „King Ad-Rock” (*1966; Gesang, Gitarre) in New York gegründet. Die Band spielte zunächst Hardcorepunk und erwarb sich mit einer pubertär-albernen, rüpelhaften Attitüde einen zweifelhaften Ruf als lärmendes Dilettantentrio. Nach der Veröffentlichung ihrer Debüt-EP Polly Wog Stew (1981) trafen sie auf Rick Rubin, später Erfolgsproduzent u. a. von LL Cool J, der die gerade aufkommende Rapmusik mit einer weißen Band auch für ein weißes Publikum marktfähig machen wollte. Als „DJ Double R” produzierte Rubin die nächste EP der Beastie Boys, Cookie Puss (1983), die eine Mischung aus Hip Hop und hartem Punk darstellte.

1985 begleitete die Band Madonna als Vorgruppe auf ihrer US-Tour. Kurz darauf erschien ihr Debütalbum Licensed to Ill (1986), das als erstes Rapalbum überhaupt Platz eins der US-Charts eroberte. Die Mischung aus harten Beats, ungestümen Gitarrenriffs und herausgeschrienen derben Texten machte einige der Stücke wie Fight For Your Right oder No Sleep Til Brooklyn zu Welthits; die Platte zählt mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren bis heute zu den erfolgreichsten Alben der Popmusik. Die folgende Welttournee, während der die Band ihren eigenwilligen Crossover-Stil weiter kultivierte und dabei mit einer bizarren Bühnenshow provozierte, geriet zu einem riesigen Medienspektakel.

Nach einem vor Gericht ausgetragenen Streit mit Rubin, der für das Trio mit einer dreijährigen Sperrfrist endete, erschien das zweite Album Paul’s Boutique (1989), das mit seiner überfrachteten Sampleflut die Erwartungen enttäuschte und kommerziell ein Flop wurde. Das Album Check Your Head (1992) wurde wieder zu einem Welterfolg; die hier voll entfaltete unkonventionelle Mischung des Rapsprechgesangs mit lärmenden Gitarren und Elementen von Hardcorepunk, Funk und psychedelischem Acid Jazz wurde fortan zu einem Markenzeichen der Beasty Boys und machte sie zu Vorreitern und Stilbildnern des Crossover-Hip-Hop.

Die enorm erfolgreiche CD Ill Communication (1994) und die an die Punkvergangenheit anknüpfende EP Aglio e Olio (1996) festigten die Position der Beastie Boys zwischen Underground und Mainstream. Nach dem eigenwilligen Instrumentalalbum The In Sound From Way Out! (1996) erschien Hello Nasty (1998), das sich allein in der ersten Woche über 600 000-mal verkaufte. Die ideenreiche Produktion mit ihrer Hitsingle Intergalactic wurde mit zahlreichen Preisen, u. a. zwei Grammys, ausgezeichnet. Nach einer Schaffenspause von sechs Jahren besannen sich die Beastie Boys auf ihre Anfänge in den achtziger Jahren und veröffentlichten mit To the 5 Boroughs (2004) ein Album, das dem Old-School-Rap zuzurechenen ist.

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