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Wladimir Köppen

Enzyklopädieartikel

Wladimir Köppen (1846-1940) deutscher Klimatologe, Meteorologe und Botaniker. Sein Hauptwerk ist die bis heute gebräuchliche, vorwiegend effektive Klimaklassifikation, die er etwa ab 1900 entwickelte und zuerst 1923 in dem Band Die Klimate der Erde – Grundriß der Klimakunde ausführlich erläuterte.

Wladimir Köppen wurde am 25. September 1846 als Abkömmling einer im 18. Jahrhundert nach Russland ausgewanderten deutschen Familie in Sankt Petersburg geboren. Das Studium der Naturwissenschaften (vor allem der Botanik) in Sankt Petersburg, Heidelberg und Leipzig schloss er 1870 mit der Promotion ab. 1872 erhielt Köppen am Physikalischen Zentralobservatorium in Sankt Petersburg eine erste Anstellung als Meteorologe, bevor er 1875 von Georg Balthasar von Neumayer an die Deutsche Seewarte in Hamburg berufen wurde. An diesem Institut, aus dem das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hervorgegangen ist, war der wegen seiner großen Verdienste zum Admiralitätsrat ernannte Forscher fast 44 Jahre lang in führenden Ämtern tätig. 1924 zog Köppen mit seiner Familie nach Graz, wo er am 22. Juni 1940 verstarb.

In seinem langen Leben beschäftigte sich Wladimir Peter Köppen in mehr als 500 Publikationen mit zahlreichen Phänomenen des Wetters und Klimas, z. B. mit periodischen Schwankungen der Windstärke, den Zugbahnen der Tiefdruckgebiete, mit Gewittern, Wolken und Böen. Sein besonderes Interesse galt der Erforschung der höheren Luftschichten. Dafür richtete er 1903 die Drachenstation der Deutschen Seewarte in Groß Borstel (Hamburg-Nord) ein. Andere wichtige Forschungsfelder waren die maritime Meteorologie, die Auswirkungen des Klimas in der Geschichte und die Paläoklimatologie, zu der er 1924 zusammen mit seinem Schwiegersohn Alfred Lothar Wegener ein weiteres bedeutendes Werk mit dem Titel Die Klimate der geologischen Vorzeit veröffentlichte.

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