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Windows Live® Suchergebnisse QualzuchtEnzyklopädieartikel
Qualzucht, Haustierrasse, die züchtungsbedingt gesundheitliche Schäden, Verhaltensstörungen oder andere Merkmale aufweist, die bei den Tieren dieser Rasse Leiden oder eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens hervorrufen. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz ist die Zucht von Wirbeltieren verboten, wenn zu erwarten ist, dass bei deren Nachkommen „erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten” (§ 11b Abs. 1). Qualzuchten entstehen als Folge rücksichtsloser Zuchtziele, wobei einer Rasse durch fortgesetzte Auswahl extremer Exemplare Eigenschaften angezüchtet werden, die außerhalb der natürlichen Variationsbreite des Phänotyps der betreffenden Art liegen. Nachteilige Mutationen, beispielsweise die krumme Wirbelsäule und andere Missbildungen der Manxkatze, die in der Natur durch die natürliche Selektion eliminiert würden, werden so an Nachkommen weitergegeben. Solche tierquälerischen Zuchtziele basieren einerseits auf abnormen „ästhetischen” Vorstellungen sowie andererseits – vor allem bei landwirtschaftlichen Nutztieren – auf wirtschaftlichen Gewinnerwartungen. Ein Beispiel für Qualzucht ist der extreme Zwergwuchs bei Hunden und Kaninchen; diese Wachstumsstörung bedingt oft Knochen- und Knorpelschäden, Bandscheibenvorfall, Atemnot, Augenschäden und Zahnfehlstellungen aufgrund eines unproportional kurzen Kopfes. Tiere, denen das Fell weggezüchtet wurde, haben nicht nur Probleme, die Körpertemperatur zu regulieren; vielen Nackthunden fehlen außerdem Zähne, und die Nachkommen zweier Nackthunde sind kaum oder gar nicht lebensfähig. Zur Weiterzucht von Nackthunden und vielen anderen Qualzuchten verwenden Züchter deshalb Zuchtpaare, bei denen immer nur eines der Tiere den betreffenden Defekt aufweist. Auch Katzen wie die Scottish Fold und Kaninchen mit verdrehten oder geknickten Ohren gelten als Qualzuchten, ebenso Rassen mit bestimmten Pigmentdefekten, die unter Seh- und Hörstörungen leiden, sowie Tiere mit stark gefalteter Haut (z. B. der Shar-Pei) und solche, denen der Schwanz fehlt. Hausmäuse mit rötlichem oder gelblichem Fell (so genannte Farbmäuse) leiden fast immer unter Fettleibigkeit, während die so genannten Tanzmäuse aufgrund eines genetischen Defekts einen gestörten Gleichgewichtssinn haben. Qualzuchten an Vögeln sind Haubenenten, die unter Hirnschäden leiden, flugunfähige Lachtauben mit seidigem Gefieder und die so genannten Feather-duster-Wellensittiche (englisch feather duster: Staubwedel), die extremes Federwachstum zeigen und ebenfalls flugunfähig sowie stark verhaltensgestört sind. In der Viehzucht kommen ebenfalls Qualzuchten vor, insbesondere wenn der Fleischertrag maximiert werden soll. Dies gilt beispielsweise für Rinderrassen wie das Piemonteserrind, dessen Beine das Gewicht des extrem muskulösen Körpers nur schwer halten können; die Kälber solcher Rinder müssen oft per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Auch bei Truthühnern sind übergewichtige Qualzuchten verbreitet.
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