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Windows Live® Suchergebnisse GebärmutterhalskrebsEnzyklopädieartikel
Gebärmutterhalskrebs, auch Cervixkrebs oder Cervixkarzinom (lateinisch cervix: Nacken, Hals), bösartiger Tumor auf dem in das Scheidengewölbe ragenden Teil des Gebärmutterhalses (Portio). Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich als Folge einer Infektion mit einer bestimmten Gruppe von humanen Papillomviren (den High-risk-HPV), die sexuell übertragbar sind. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von 2004 erkranken in Deutschland jährlich etwa 6 600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, der damit hinsichtlich der Häufigkeit verschiedener Krebsformen bei Frauen an neunter Stelle steht. Das durchschnittliche Erkrankungsalter von 52 Jahren ist im Vergleich zu anderen Krebsformen relativ früh. Gebärmutterhalskrebs entsteht an der Grenze zwischen Plattenepithel und Zylinderepithel, das sind Zellschichten aus platten- bzw. zylinderförmigen Zellen. Papillomavirus-Proteine blockieren hier Zellproteine, welche die Epithelzelle normalerweise in der G1-Phase (Ruhephase im Zellzyklus) arretieren. Damit können sich infizierte Zellen unkontrolliert teilen. Andere Zellproteine, welche die Lebensdauer der Zelle kontrollieren (Telomerasen) und Proteine, die das genetische Material reparieren, werden ebenfalls beeinflusst. Da nur relativ wenige Frauen, die mit High-risk-HPV infiziert sind, auch ein Karzinom entwickeln, spielen neben einer möglichen genetischen Prädisposition vermutlich Kofaktoren wie früher erster Geschlechtsverkehr, viele Geschlechtspartner, andere genitale Infektionen (etwa mit Herpes-simplex-Viren) und Zigarettenrauchen eine Rolle. Frauen mit einem Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium stellen gewöhnlich keinerlei Symptome fest. Wenn der Tumor größer ist, treten (oft nach dem Geschlechtsverkehr) Blutungen auf. Später leiden die Betroffenen auch unter übel riechendem Ausfluss und Schmerzen im Becken. Die Diagnose erfolgt mittels Abstrich oder Kolposkopie. Beim Abstrich werden Gebärmutterhalszellen abgestrichen und mikroskopisch untersucht. Tumorzellen lassen sich dabei leicht identifizieren. Für eine Kolposkopie wird die Portio optisch (mit einem vergrößernden Kolposkop) zuerst auf Unregelmäßigkeiten der Oberfläche und pathologische Gefäße untersucht. Anschließend werden zunächst Essigsäure und dann Iod aufgetupft und die Farbveränderungen betrachtet: Essigsäure hebt erkranktes Gewebe hervor, während Iod gesundes Plattenepithel erkennbar macht. Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Krebsstadium; im Vordergrund stehen verschiedene Operationsmethoden und Strahlentherapie. Im Frühstadium sind die weitaus meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs heilbar. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (mindestens einmal jährlich), bei denen bereits Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses erkannt werden, sind deshalb von großer Bedeutung. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Aussicht auf Heilung oftmals gering.
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