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Jahresrückblick 2006Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Januar ; Februar; März; April; Mai; Juni; Juli; August; September; Oktober; November; Dezember
3. September: Bei der Basketball-Weltmeisterschaft der Männer, die vom 19. August bis zum 3. September in Japan stattfand, gewann Spanien den Titel durch einen 70:47-Endspielsieg gegen Griechenland. 4. September: Drei Monate nach den Parlamentswahlen in der Tschechischen Republik wurde die neue, bürgerliche ODS-Minderheitsregierung mit Mirek Topolánek als Ministerpräsidenten eingesetzt. Die amerikanische Sopranistin Astrid Varnay starb 88-jährig in München. Der italienische Fußballer Giacinto Facchetti starb im Alter von 64 Jahren in Mailand. 9. September: Papst Benedikt XVI. begann seine vierte Auslandsreise, die ihn nach Deutschland in seine bayerische Heimat führte. Hier besuchte er wichtige Stationen seines Lebens: München, den Marienwallfahrtsort Altötting, seinen Geburtsort Marktl am Inn, Regensburg und Freising. Bei den 63. Filmfestspielen von Venedig wurde der Beitrag Sanxia Haoren (Still Life) des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-Ke, ein Film über den umstrittenen Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtsekiang, mit dem Goldenen Löwen prämiert. Ein Silberner Löwe für die beste Regie ging an den französischen Filmemacher Alain Resnais für sein Werk Private Fears in Public Places. 10. September: Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer gewann durch einen Viersatzerfolg im Endspiel gegen den Amerikaner Andy Roddick zum dritten Mal in Folge die US Open in New York. Bei den Damen setzte sich die Russin Maria Scharapowa gegen die Belgierin Justine Henin-Hardenne in zwei Sätzen durch. In der Mixed-Konkurrenz siegten die Amerikaner Bob Bryan und Martina Navratilova, die mit diesem Erfolg im Alter von 49 Jahren vom aktiven Sport zurücktrat. Die ersten Parlamentswahlen in Montenegro seit der Unabhängigkeit drei Monate zuvor gewann das Parteienbündnis „Koalition für ein europäisches Montenegro” von Ministerpräsident Milo Djukanović. In Tonga starb König Taufa’ahau Tupou IV. im Alter von 88 Jahren; er hatte das Land 45 Jahre lang regiert. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Georg Tupou V. 11. September: Im Alter von 79 Jahren starb in Kronberg (Taunus) der Publizist und Historiker Joachim Fest, der insbesondere mit seinen Biographien Adolf Hitlers und Albert Speers einem breiten Publikum bekannt wurde. 17. September: Aus den Abgeordnetenhauswahlen in Berlin ging die SPD unter Klaus Wowereit unter leichten Zugewinnen gegenüber 2001 mit 30,8 Prozent der Stimmen (53 Mandate) erneut als stärkste Kraft hervor, die CDU blieb mit 21,3 Prozent (37 Mandate) bei leichten Verlusten zweitstärkste Partei, Linkspartei und Grüne gewannen mit 13,4 Prozent bzw. 13,1 Prozent jeweils 23 Mandate. Die bisher regierende rot-rote Koalition unter Bürgermeister Wowereit verfügte also weiterhin über eine Mehrheit. Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern verlor die SPD gegenüber 2002 mehr als 10 Prozentpunkte, blieb jedoch mit 30,2 Prozent der Stimmen (23 Mandate) weiterhin knapp stärkste Partei vor der CDU mit 28,8 Prozent (22 Mandate). Drittstärkste Kraft wurde wieder die Linkspartei mit 16,8 Prozent (13 Mandate). Erstmals zog auch die rechtsextreme NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein (7,3 Prozent, sechs Mandate). Die bisherige rot-rote Koalition von Ministerpräsident Harald Ringstorff hatte ihre Mehrheit verloren. Die Reichstagswahlen in Schweden leiteten einen Machtwechsel ein: Zwar blieben die seit zwölf Jahren regierenden Sozialdemokraten mit 35,2 Prozent der Stimmen stärkste Partei, aber die bürgerliche Vier-Parteien-Allianz unter der Führung der Moderaten und ihres Vorsitzenden Fredrik Reinfeldt gewannen zusammen die absolute Mehrheit der Mandate. Ministerpräsident Göran Persson reichte seinen Rücktritt ein. Bei der Hockey-Weltmeisterschaft der Männer, die vom 6. bis zum 17. September in Mönchengladbach stattfand, verteidigte die deutsche Mannschaft unter Bundestrainer Bernhard Peters ihren Titel durch einen 4:3-Sieg im Endspiel gegen Australien. 19. September: In Thailand wurde in einem gewaltlosen Militärputsch Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gestürzt. 22. September: Auf der Versuchsstrecke in Lathen (Emsland) fuhr ein Transrapid mit einer Geschwindigkeit von rund 170 Kilometern pro Stunde auf ein Wartungsfahrzeug auf. Bei dem Unglück kamen 23 Menschen ums Leben, weitere zehn wurden zum Teil schwer verletzt. Wie sich bei Untersuchungen später herausstellte, war menschliches Versagen Ursache des Unglücks. Außerdem wurde festgestellt, dass die Versuchsstrecke über kein modernes Sicherheitskonzept verfügte. 23. September: In Estland wurde der sozialdemokratische Europaparlamentarier und frühere Außenminister Toomas Hendrik Ilves zum Nachfolger von Arnold Rüütel im Amt des Staatspräsidenten gewählt. Bei der Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen, die vom 12. bis zum 23. September in Brasilien stattfand, gewann Australien den Titel durch einen 91:74-Sieg im Finale gegen Russland. 24. September: Im irischen Straffan bei Dublin besiegte Europa, angeführt von Kapitän Ian Woosnam, die Mannschaft der USA mit 18,5:9,5 Punkten im Ryder Cup, dem wichtigsten Teamwettbewerb im Golfsport. 26. September: In Japan wurde Abe Shinzo zum Nachfolger von Koizumi Junichiro im Amt des Ministerpräsidenten gewählt.
1. Oktober: Aus den Nationalratswahlen in Österreich ging die bisher oppositionelle SPÖ unter Alfred Gusenbauer mit 35,3 Prozent (68 Mandate) als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der bisher regierenden ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die unter erheblichen Verlusten nur noch 34,3 Prozent der Stimmen (66 Mandate) errang. Die Grünen und die FPÖ errangen jeweils 11 Prozent (21 Mandate), dem bisher mitregierenden BZÖ gelang mit 4,1 Prozent (7 Mandate) nur knapp der Einzug in den Nationalrat. Der deutsche Regisseur Frank Beyer, einer der renommiertesten Filmemacher der DDR, starb im Alter von 74 Jahren in Berlin. 4. Oktober: Der deutsche Lyriker Oskar Pastior, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Georg-Büchner-Preis, starb 78-jährig in Frankfurt/Main. 6. Oktober: Der deutsche Biologe und Tierfilmer Heinz Sielmann starb im Alter von 89 Jahren in München. 8. Oktober: Der deutsche Soziologe und Publizist Wolf Lepenies wurde in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Mit den Rekordzahlen von 7 272 Ausstellern aus 113 Ländern und etwa 286 600 Besuchern ging die Frankfurter Buchmesse zu Ende. Das Gastland Indien präsentierte die Vielfalt der indischen Literaturen. Die Hockey-Weltmeisterschaft der Frauen, die vom 27. September bis zum 8. Oktober in Madrid ausgetragen wurde, endete mit dem sechsten Titelgewinn der Niederlande, die das australische Team im Finale mit 3:1 besiegte. 9. Oktober: Die französische Filmemacherin Danièle Huillet, Ehefrau und künstlerische Weggefährtin von Jean-Marie Straub, starb im Alter von 70 Jahren in Cholet (Departement Maine-et-Loire, Frankreich). Aus ihrer Zusammenarbeit gingen seit Anfang der sechziger Jahre mehr als 20 avantgardistische Filme hervor. 13. Oktober: In New York wählte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den südkoreanischen Außenminister Ban Ki-moon zum neuen UN-Generalsekretär; in diesem Amt löst er am 1. Januar 2007 Kofi Annan ab. 17. Oktober: In Elista, der Hauptstadt der autonomen russischen Teilrepublik Kalmückien, fand vom 21. September bis zum 17. Oktober der Vereinigungswettkampf um die Schachweltmeisterschaft zwischen Wladimir Kramnik (Russland) und Wesselin Topalow (Bulgarien) statt. Nachdem es nach Ablauf der zwölf regulären Partien 6:6 unentschieden gestanden hatte, setzte sich Kramnik in den vier Tiebreakpartien mit 2,5:1,5 Punkten durch und wurde damit alleiniger Schachweltmeister. 13 Jahre nach der Aufspaltung in die beiden Verbände FIDE und PCA endete damit die Spaltung im Weltschach. 21. Oktober: Der deutsche Lyriker Oskar Pastior wurde in Darmstadt posthum mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Pastior, der seit Mitte der sechziger Jahre experimentelle Arbeiten veröffentlicht hatte, war am 4. Oktober in Frankfurt/Main gestorben. 22. Oktober: Mit dem Grand Prix von Brasilien in São Paulo endete die Rennsaison in der Formel 1. Der Spanier Fernando Alonso verteidigte auf Renault seinen WM-Titel und distanzierte den deutschen Ferrari-Piloten Michael Schumacher. Dritter der Fahrer-WM wurde der Brasilianer Felipe Massa (Ferrari). Die Konstruktionswertung ging an Renault vor Ferrari und McLaren-Mercedes. Mit sieben Weltmeistertiteln und zahlreichen Rekorden beendete Michael Schumacher seine erfolgreiche Karriere. 25. Oktober: Der italienische Künstler Emilio Vedova starb im Alter von 87 Jahren in Venedig. 29. Oktober: In Brasilien wurde in der Stichwahl zum Präsidentenamt der Sozialist Luiz Inácio („Lula”) da Silva mit etwa 61 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Bei den Präsidentschaftswahlen in Bulgarien wurde Amtsinhaber Georgi Parwanow mit rund 75 Prozent der Stimmen wiedergewählt. In der Demokratischen Republik Kongo wurde in der Stichwahl zum Präsidentenamt Amtsinhaber Joseph Kabila mit etwa 58 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Die Grand-Prix-Rennen in Valencia (Spanien) beendeten die Rennsaison im Straßenmotorradsport. In der 125-Kubikzentimeter-Klasse gewann der Spanier Álvaro Bautista auf Aprilia überlegen den Weltmeistertitel. Mit einem vierten Platz im letzten Rennen setzte sich der Spanier Jorge Lorenzo auf Aprilia in der 250er-Klasse durch. In der MotoGP-Klasse wurde der Amerikaner Nicky Hayden auf Honda erstmals Weltmeister vor dem Italiener Valentino Rossi, dem Titelträger der vergangenen Jahre. 30. Oktober: Der amerikanische Ethnologe Clifford Geertz starb 80-jährig in Philadelphia (Pennsylvania). 31. Oktober: Im Alter von 90 Jahren starb der frühere südafrikanische Präsident Pieter Willem Botha.
1. November: In Wien gründeten Delegierte von mehr als 300 Gewerkschaften aus über 150 Ländern den Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB; englisch International Trade Union Confederation, ITUC). Der IGB, der etwa 180 Millionen Mitglieder hat, ist im Wesentlichen ein Zusammenschluss des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) und des Weltverbandes der Arbeitnehmer (WVA), die sich beide im Vorfeld der Neugründung auflösten. Der amerikanische Schriftsteller William Styron starb im Alter von 81 Jahren auf Martha’s Vineyard (Massachusetts). 5. November: Der frühere türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit starb 81-jährig in Ankara. Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein wurde von einem Sondertribunal in Bagdad wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt. 7. November: Bei den Kongresswahlen in den USA gewannen die Demokraten nach zwölf Jahren die Mehrheit in beiden Häusern zurück: Im Repräsentantenhaus errangen sie 232 der insgesamt 435 Mandate, und im Senat verbesserten sie sich auf 51 Sitze (inklusive zweier den Demokraten nahestehender Unabhängiger). Die Präsidentschaftswahlen in Nicaragua gewann der frühere Präsident Daniel Ortega von der linksgerichteten Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN); aus den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen ging die FSLN klar als stärkste Kraft hervor. 9. November: Im Alter von 83 Jahren starb Markus Wolf, langjähriger Chef des Auslandsspionagedienstes der DDR, in Berlin. 12. November: Bei den WTA-Weltmeisterschaften in Madrid gewann die belgische Tennisspielerin Justine Henin-Hardenne zum ersten Mal in ihrer Karriere den Titel. Im Endspiel besiegte sie die Französin Amélie Mauresmo mit 6:4 und 6:3. 16. November: Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger von 1976 Milton Friedman starb im Alter von 94 Jahren in San Francisco. 17. November: Der ungarische Fußballer Ferenc Puskás starb 79-jährig in Budapest. Er zählt zu den überragenden Spielern in der Geschichte des Fußballs. In den fünfziger Jahren galt er als bester Offensivspieler der Welt. 19. November: Mit einem klaren Dreisatzerfolg (6:0, 6:3, 6:4) besiegte der Schweizer Tennisprofi Roger Federer den Amerikaner James Blake im Endspiel des Masters Cups in Shanghai und wurde damit zum dritten Mal nach 2003 und 2004 ATP-Weltmeister. 20. November: Der amerikanische Filmregisseur Robert Altman starb im Alter von 81 Jahren in Los Angeles (Kalifornien). Mit seinen gesellschaftskritischen Arbeiten abseits der Ästhetik des Hollywood-Kinos gehörte er seit Anfang der siebziger Jahre zu den bedeutendsten Regisseuren des amerikanischen Films. 21. November: Im Libanon fiel Industrieminister Pierre Gemayel, der Sohn des früheren Präsidenten Amin Gemayel, einem Attentat zum Opfer. Der Mord an dem christlichen, antisyrischen Politiker ließ eine neuerliche Eskalation der Spannungen im Libanon befürchten. In Nepal schlossen Regierung und maoistische Rebellen ein Friedensabkommen, das den seit zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg beenden soll. Das Abkommen sieht u. a. die Entwaffnung der Rebellen und die Wahl einer verfassunggebenden Nationalversammlung vor. Der frühere Staatspräsident von Dschibuti (1977-1999), Hassan Gouled Aptidon, starb im Alter von 90 Jahren. 22. November: Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen in den Niederlanden ging überraschend wieder der CDA des amtierenden Ministerpräsidenten Jan-Peter Balkenende mit 41 Mandaten als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der sozialdemokratischen PvdA (32 Mandate), der Sozialistischen Partei (26 Mandate) und dem bisherigen Koalitionspartner der CDA, der VVD (22 Mandate). Weder das konservative noch das linke Lager erreichten eine klare Mehrheit. 23. November: Der französische Filmschauspieler Philippe Noiret starb 76-jährig in Paris. 26. November: Die Präsidentschaftswahlen in Ecuador gewann in der Stichwahl der Kandidat der Linken, Rafael Correa, der sich politisch an den Linkspopulisten Chávez in Venezuela und Morales in Bolivien orientiert.
1. Dezember: Sein erster Besuch in einem islamischen Land führte Papst Benedikt XVI. in die Türkei, wo er sich vom 28. November bis zum 1. Dezember aufhielt. Die schwierige diplomatische Mission stand im Zeichen des Dialogs und der Versöhnung mit der islamischen Welt und der orthodoxen Kirche. 3. Dezember: In Venezuela wurde bei den Präsidentschaftswahlen der linkspopulistische Amtsinhaber Hugo Chávez mit etwa 62 Prozent der Stimmen wiedergewählt. 5. Dezember: In Fidschi übernahm nach einem Putsch gegen die Regierung Qarase das Militär unter der Führung von Frank Bainimarama die Macht. 10. Dezember: Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet starb im Alter von 91 Jahren in Santiago de Chile. 16. Dezember: In Bhutan dankte König Jigme Singye Wangchuk zugunsten seines Sohnes Jigme Khesar Namgyel Wangchuk ab. 21. Dezember: Im Alter von 66 Jahren starb der turkmenische Präsident Saparmurad Nijasow, der sein Land seit der Unabhängigkeit 1991 diktatorisch regiert und sich mit einem beispiellosen Personenkult umgeben hatte. 25. Dezember: Der amerikanische Soulmusiker James Brown starb im Alter von 73 Jahren in Atlanta (Georgia). 26. Dezember: Der frühere US-Präsident Gerald Ford starb 93-jährig in Rancho Mirage (Kalifornien). 30. Dezember: In Bagdad wurde der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein hingerichtet, nachdem ihn im November ein Sondertribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt hatte. 31. Dezember: Die österreichische Innenministerin Liese Prokop starb überraschend im Alter von 65 Jahren in Sankt Pölten.
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