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Rezeptoren, erstens Sensoren: Zellen des Nervensystems, an denen Reize aufgenommen werden; zweitens Rezeptormoleküle: Moleküle bzw. Molekülkomplexe, an die bestimmte andere Moleküle (z. B. Hormone oder Antigene) andocken müssen, bevor die Rezeptoren eine Reaktion auslösen können.
Sensoren oder Rezeptoren nennt man die sensorischen Neuronen (Nervenzellen), die sich in jedem Sinnesorgan befinden und die eine Wahrnehmung auslösen können. Die Art des auslösenden Reizes ist bei einem Rezeptor in der Regel spezifisch: Chemorezeptoren (z. B. die Riechzellen in der Nase) reagieren nur auf chemische Substanzen, Elektrorezeptoren nehmen Elektrizität wahr (z. B. bei Nilhechten, siehe Knochenzüngler) oder Magnetfelder (z. B. bei Haien), Mechanorezeptoren Druck (z. B. das Seitenlinienorgan der Fische), Nozizeptoren Schmerzen, Photorezeptoren Licht und Thermorezeptoren Wärme. Man unterscheidet auch zwischen (1) Exterorezeptoren, mit denen äußere Reize aus der Umwelt aufgenommen werden (z. B. die Haarzellen im Corti-Organ des Innenohres oder die Stäbchen und Zäpfchen der Netzhaut des Auges), (2) Enterorezeptoren wie den Geschmacksknospen auf der Zunge sowie (3) Propriorezeptoren, die im Körperinneren liegen und z. B. das Gleichgewicht (im Innenohr), den Blutdruck, den Dehnungszustand von Muskeln und die Lage von Körperteilen relativ zueinander messen (siehe siehe Kinästhesie).
Die in der Zytologie (Zellbiologie) als Rezeptoren bezeichneten Moleküle sind Proteine in der Zellwand bzw. Plasmamembran von Zellen. Das Andocken (die Bindung) eines bestimmten, chemisch komplementären Moleküls (z. B. eines Hormons, eines Medikaments oder eines Neurotransmitters) an einen solchen Rezeptor oder auch der Kontakt mit einer anderen Zelle, in deren Plasmamembran bzw. Zellwand sich ein solches komplementäres Molekül befindet, löst eine biochemische Reaktion innerhalb der mit dem Rezeptor ausgestatteten Zelle aus. Beispielsweise gibt es Rezeptoren in der Hülle der Eizelle, an die ein Spermium bei der Befruchtung andockt, wodurch sich die Membran der Eizelle öffnet. Defekte oder blockierte Rezeptoren können die Ursache von Krankheiten sein (z. B. Diabetes mellitus oder Parkinsonkrankheit), und Viren können eine Zelle über den Kontakt mit einem bestimmten Rezeptor an ihrer Oberfläche infizieren. Krankheitserreger und körperfremde Substanzen werden andererseits aber durch die Antigen-Rezeptoren der T-Zellen des Immunsystems gebunden und vernichtet. Eine besondere Rolle spielen Rezeptorproteine an der Oberfläche von Zellen während der frühen Embryonalentwicklung, indem sie die morphogenetischen Bewegungen (siehe Entwicklungsbiologie) der Zellen und deren Überleben im wachsenden Embryo beeinflussen. Auch bei der Entstehung von Tumoren sind Rezeptorproteine von großer Bedeutung: Werden aufgrund einer Mutation zu viele Rezeptoren für Wachstumsfaktoren an der Zelloberfläche eingefügt, kann dies zur unkontrollierten Zellwucherung führen.
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