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Windows Live® Suchergebnisse Soziale KostenEnzyklopädieartikel
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Soziale Kosten (englisch social costs), volkswirtschaftliche Kosten, die durch das Handeln eines Wirtschaftssubjekts (Unternehmen, privater Haushalt etc.) entstehen, aber nicht in der Kostenrechnung dieses Wirtschaftssubjekts erscheinen, sondern auf andere Wirtschaftseinheiten oder die Allgemeinheit abgewälzt werden. Soziale Kosten können in großem Umfang z. B. durch Umweltbelastungen wie Verschmutzung durch Abfälle oder Emissionen von Abgasen oder Lärm aufkommen. Sie entstehen meistens der Allgemeinheit, ohne dass der Verursacher dafür eine angemessene Ausgleichsleistung erbringt. Analog zu den sozialen Kosten spricht man von sozialen Erträgen (englisch social benefits), wenn der Nutzen einer wirtschaftlichen Betätigung (teilweise) nicht dem Verursacher, sondern der Allgemeinheit zugutekommt. Dies geschieht beispielsweise, wenn infolge land- oder forstwirtschaftlicher Betätigung zugleich Landschaftspflege betrieben wird. Weil soziale Erträge und soziale Kosten beim Verursacher gleichermaßen keinen direkten finanziellen Effekt erzielen, werden sie unter dem Begriff „externe Effekte” zusammengefasst. Externe Effekte finden keinen Eingang in die Wirtschaftsrechnung des Verursachers und beeinflussen daher seine ökonomischen Entscheidungen nicht. Das hat zur Folge, dass möglicherweise gesamtwirtschaftlich wünschenswerte Maßnahmen unterlassen und schädliche ergriffen werden, weil dies dem einzelnen Unternehmen (oder privaten Haushalt) als wirtschaftlich günstiger erscheint. Der freie Markt erzeugt somit volkswirtschaftlich ineffiziente Resultate, weil einzelne Wirtschaftssubjekte die sozialen Kosten ihrer Entscheidungen nicht zu tragen haben.
Konzepte, die die sozialen Kosten dem Verursacher aufbürden, werden unter dem Begriff Internalisierung externer Effekte zusammengefasst. Ein Ansatz hierzu besteht in haftungsrechtlichen Regelungen. Wird ein Wirtschaftssubjekt gezwungen, für den von ihm verursachten Schaden gegenüber dem Geschädigten zu haften, so wird es diesen möglichen Schaden (externen Effekt) bei seinen Entscheidungen von vornherein berücksichtigen (internalisieren). Allerdings kann die Möglichkeit, sich gegen Haftungsansprüche zu versichern, dem Ziel der Schadensvermeidung zuwiderlaufen (siehe Umweltökonomie). Der britische Volkswirtschaftler Arthur Cecil Pigou (1877-1959) forderte, der Staat solle die Verursacher sozialer Kosten besteuern, die Verursacher sozialer Erträge subventionieren. Die Höhe der so genannten Pigou-Steuer solle so gewählt werden, dass die Verursacher sich aus Eigeninteresse im Sinne eines gesamtwirtschaftlich wünschenswerten Resultats verhalten. Die Idee der Pigou-Steuer wurde in der Wissenschaft vielfach diskutiert und weiterentwickelt, und es entstanden einige praktikable Lösungen wie etwa Steuern auf Emissionen, deren Ziel nicht die vollständige Internalisierung, sondern die Reduzierung externer Effekte war. Zum Themenkomplex Internalisierung externer Effekte entwickelte der britisch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Ronald H. Coase ein theoretisches Modell (Coase-Theorem), nach dem die Teilnehmer eines Marktes Probleme, die durch externe Effekte entstehen, selbst lösen können, wenn sie über die Zuteilung (Allokation) der Ressourcen verhandeln und bindende Abmachungen treffen, unabhängig davon, wer für den Schaden verantwortlich gemacht wird. Das Coase-Theorem gilt nur unter bestimmten Bedingungen. So dürfen keine Kosten durch die Verhandlungen entstehen, und die Vor- und Nachteile der Betroffenen müssen allen Verhandlungspartnern bekannt sein.
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