![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Aníbal Cavaco SilvaEnzyklopädieartikel
Aníbal Cavaco Silva (*1939), portugiesischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker, Ministerpräsident (1985-1995) und Staatspräsident (seit 2006) von Portugal. Aníbal Cavaco Silva wurde am 15. Juli 1939 in dem Dorf Boliqueime (Faro, Portugal) geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Er besuchte eine Handelsschule, studierte Wirtschaftswissenschaften und erwarb 1974, kurz vor der Nelkenrevolution, an der Universität York (England) den Doktortitel. Nach der Nelkenrevolution lehrte er Volkswirtschaftslehre an der Katholischen und an der Neuen Universität in Lissabon und war an der portugiesischen Nationalbank tätig, und zwar als Direktor der Abteilung für Wirtschaftsstudien. Zudem schloss er sich noch 1974 dem konservativen Partido Popular Democrático (PPD), später umbenannt in Partido Social Democrata (PSD), des späteren Ministerpräsidenten Francisco de Sá Carneiro an. 1980/81 fungierte er als Finanz- und Planungsminister in der PSD-Regierung. Im Mai 1985 wurde Cavaco Silva mit knapper Mehrheit zum Vorsitzenden des PSD gewählt. Wenig später zerbrach die vom Partido Socialista (PS) unter Mário Soares angeführte Regierungskoalition mit dem PSD. Aus den vorgezogenen Neuwahlen im Oktober 1985 ging der PSD zwar als stärkste Kraft hervor, blieb aber weit unter der absoluten Mehrheit und formierte nun eine Minderheitsregierung mit Cavaco Silva als Ministerpräsidenten. Die Wahlen vom Juli 1987 und Oktober 1991 erbrachten jeweils die absolute Mehrheit für den PSD und bestätigten Cavaco Silva im Amt des Ministerpräsidenten. Begünstigt durch den Beitritt Portugals zur Europäischen Gemeinschaft (EG) 1986 und den damit verbundenen Fördermaßnahmen verhalf Cavaco Silva seinem Land zu einem beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung, was ihm den Ruf als „Vater des portugiesischen Wirtschaftswunders” einbrachte; seine Sparmaßnahmen und seine liberale Wirtschaftspolitik führten jedoch auch zu hoher Arbeitslosigkeit und provozierten Protestaktionen und langwierige Streiks. 1995 verzichtete er nach zehnjähriger Amtszeit – der bisher längsten eines Ministerpräsidenten in Portugal – auf eine neuerliche Kandidatur, auch wegen der ständigen Konflikte mit dem sozialistischen Staatspräsidenten Soares, und legte alle Parteiämter nieder. In der Folge verlor der PSD im Oktober 1995 die Parlamentswahlen und musste die Macht an die Sozialisten unter António Guterres abgeben. 1996 bewarb sich Cavaco Silva um das Amt des Staatspräsidenten, unterlag jedoch dem sozialistischen Kandidaten Jorge Sampaio. Er zog sich nun vorerst aus der Politik zurück, wurde wieder für die Nationalbank tätig und lehrte wieder an der Katholischen Universität. Bei den Präsidentschaftswahlen am 22. Januar 2006 trat er erneut an und konnte sich nun mit 50,6 Prozent der Stimmen klar durchsetzen – nicht zuletzt deshalb, weil die Linke mehrere Kandidaten aufgestellt hatte und weil große Teile der Bevölkerung in Cavaco Silva die Hoffnung setzten, er könne das Land erneut aus der wirtschaftlichen Stagnation führen. Am 9. März 2006 wurde Cavaco Silva als Nachfolger von Sampaio und als erster Konservativer seit der Nelkenrevolution im Amt des Staatspräsidenten vereidigt.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |