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Jahresrückblick 2007

Enzyklopädieartikel
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Luciano Pavarotti singt L’elisir d’amore von DonizettiLuciano Pavarotti singt L’elisir d’amore von Donizetti
Artikelgliederung
1

Einleitung

Im Folgenden werden die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2007 chronologisch aufgelistet.

2

Januar

1. Januar: Bulgarien und Rumänien wurden als neue Mitglieder in die Europäische Union (EU) aufgenommen. Damit ist die EU auf 27 Länder mit etwa 486 Millionen Einwohnern angewachsen.

Deutschland übernahm turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union.

Slowenien führte als 13. EU-Mitglied den Euro ein.

Der Südkoreaner Ban Ki-moon löste Kofi Annan im Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen ab. Annan hatte zehn Jahre lang an der Spitze der Vereinten Nationen gestanden.

In der Schweiz übernahm für ein Jahr Micheline Calmy-Rey das Amt des Bundespräsidenten.

7. Januar: Vom 30. Dezember bis zum 7. Januar fand in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen die 55. Internationale Vierschanzentournee statt. Es siegte der Norweger Anders Jacobsen vor dem Österreicher Gregor Schlierenzauer und dem Schweizer Simon Ammann.

11. Januar: In Österreich wurde nach langen Koalitionsverhandlungen die neue SPÖ/ÖVP Regierung mit Alfred Gusenbauer (SPÖ) als Bundeskanzler und Wilhelm Molterer (ÖVP) als Vizekanzler vereidigt.

13. Januar: Der amerikanische Jazzsaxophonist Michael Brecker starb im Alter von 57 Jahren in New York City.

19. Januar: Mehr als sieben Monate nach den Parlamentswahlen wurde in der Tschechischen Republik die neue Mitte-rechts-Regierung unter Mirek Topolánek vom Parlament bestätigt.

21. Januar: Aus den ersten Parlamentswahlen im eigenständigen Serbien ging die ultranationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Vojislav Šešelj mit 81 Mandaten klar als stärkste Partei hervor, gefolgt von Boris Tadićs Demokratischer Partei (DS) mit 65 Mandaten, Vojislav Koštunicas Bündnis aus Demokratischer Partei Serbiens (DSS) und Neues Serbien (NS) mit 47 Mandaten und der G17 Plus mit 19 Mandaten.

Der deutsche Filmkomponist Peer Raben (eigentlich Wilhelm Rabenbauer), bekannt geworden durch seine intensive Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder, starb 66-jährig in Mitterfels bei Straubing (Bayern).

Bei den Sprintweltmeisterschaften im Eisschnelllauf, die am 20. und 21. Januar in Hamar (Norwegen) ausgetragen wurden, gewann bei den Männern der Südkoreaner Kyou-Hyuk Lee den Titel vor Pekka Koskela (Finnland) und Shani Davis (USA). Bei den Frauen siegte die deutsche Läuferin Anni Friesinger vor Ireen Wüst (Niederlande) und Cindy Klassen (Kanada).

22. Januar: Der französische Priester Abbé Pierre (eigentlich Henri Antoine Grouès), Gründer der Emmaus-Bewegung, einer karitativen Organisation zur Bekämpfung der Armut, starb im Alter von 94 Jahren in Paris.

26. Januar: Als Nachfolger des Schweden Lennart Johansson wurde der ehemalige französische Weltklassespieler Michel Platini in einer Kampfabstimmung zum neuen Präsidenten des europäischen Fußballverbandes UEFA gewählt.

27. Januar: Der deutsche Schriftsteller und Drehbuchautor Herbert Reinecker starb im Alter von 92 Jahren in Berg-Kempfenhausen am Starnberger See (Bayern). Bekannt wurde er als Autor der populären TV-Kriminalserien Der Alte (1968-1975) und Derrick (1974-1998).

28. Januar: Bei den Australian Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, das vom 15. bis zum 28. Januar in Melbourne stattfand, besiegte der Schweizer Tennisprofi Roger Federer im Finale Fernando González (Chile) mit 7:6, 6:4 und 6:4. Das Endspiel der Damen gewann die nach längerer Verletzungspause zurückgekehrte Serena Williams (USA) mit 6:1 und 6:2 gegen Maria Scharapowa (Russland).

3

Februar

1. Februar: Der italienisch-amerikanische Komponist Gian Carlo Menotti starb im Alter von 95 Jahren in Monte Carlo (Monaco).

2. Februar: Der Weltklimarat (IPCC) präsentierte in seinem neuesten Sachstandsbericht mehrere Szenarien zur Entwicklung des globalen Klimas bis zum Jahr 2100. Das extremste geht von einem Anstieg der Lufttemperaturen um bis zu 6,4 °C und einem Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 59 Zentimeter aus.

4. Februar: Mit einem Teilnehmerfeld von 24 Mannschaften fand vom 19. Januar bis zum 4. Februar in Deutschland die 20. Handballweltmeisterschaft statt. Das Team des Gastgeberlandes unter Bundestrainer Heiner Brand gewann durch einen 29:24-Finalsieg gegen Polen nach 1938 und 1978 zum dritten Mal den Titel. Die Bronzemedaille ging an das dänische Team, das im Spiel um den dritten Platz Frankreich mit 34:27 besiegte.

7. Februar: Der Chemienobelpreisträger 2000 Alan G. MacDiarmid starb im Alter von 79 Jahren in Philadelphia (Pennsylvania).

11. Februar: In Antholz (Italien) wurden vom 2. bis zum 11. Februar die 41. Biathlon-Weltmeisterschaften ausgetragen. Mit fünf Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen ging Deutschland als erfolgreichste Nation hervor, gefolgt von Norwegen (3–2–2) und Frankreich (1–3–2). Die überragende Teilnehmerin war die 19-jährige deutsche Biathletin Magdalena Neuner mit drei Goldmedaillen. Erfolgreichster Athlet bei den Männern war der Norweger Ole Einar Bjørndalen mit zweimal Gold und einmal Silber.

13. Februar: Die australische Schriftstellerin Elizabeth Jolley starb im Alter von 83 Jahren in Perth.

14. Februar: Die Präsidentschaftswahlen in Turkmenistan gewann erwartungsgemäß Gurbanguli Berdymuchammedow, der unter Präsident Saparmurad Nijasow als dessen Stellvertreter amtiert und seit dessen Tod im Dezember 2006 interimistisch die Amtsgeschäfte geführt hatte.

17. Februar: Der österreichische Schriftsteller und Maler Jakov Lind starb im Alter von 80 Jahren in London.

18. Februar: Vom 8. bis zum 18. Februar fanden in der deutschen Bundeshauptstadt die 57. Filmfestspiele von Berlin statt. Als bester Film wurde der chinesische Beitrag Tu ya de hun shi (Tujas Ehe) von Wang Quan’an mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Im schwedischen Åre wurden vom 3. bis zum 18. Februar die 39. Alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen. Platz eins der Nationenwertung belegte Österreich mit drei Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen vor Schweden (3–2–2) und Norwegen (2–0–0). Erfolgreichste Athletin war mit fünf Medaillen die Schwedin Anja Pärson, die jeweils Gold im Super-G, in der Abfahrt und in der Kombination sowie Silber im Teamwettbewerb und Bronze im Slalom errang. Erfolgreichster Rennläufer war der Norweger Aksel Lund Svindal, der den Titel in der Abfahrt und im Riesenslalom gewann.

22. Februar: Der deutsche Schriftsteller und Kunstsammler Lothar-Günther Buchheim starb 89-jährig in Starnberg (Bayern). Popularität erlangte er mit dem dokumentarischen Kriegsroman Das Boot (1973), erfolgreich verfilmt von Wolfgang Petersen 1981.

25. Februar: In Hollywood ging der amerikanische Regisseur Martin Scorsese als großer Gewinner der 79. Oscar-Verleihung hervor. Scorsese, der zuvor bereits sieben Mal nominiert, doch jedes Mal leer ausgegangen war, wurde für seinen ebenso effektvollen wie subtilen Polizeithriller Departed – Unter Feinden für den besten Film und die beste Regie ausgezeichnet. Darstellerpreise gingen an Forest Whitaker für Der letzte König von Schottland (beste männliche Hauptrolle), Helen Mirren für Die Queen (beste weibliche Hauptrolle), Alan Arkin für Little Miss Sunshine (beste männliche Nebenrolle) und Jennifer Hudson für Dreamgirls (beste weibliche Nebenrolle). Zum dritten Mal in der Geschichte der Oscar-Auszeichnungen wurde eine deutsche Produktion, das Stasi-Drama Das Leben der Anderen von Florian Henckel von Donnersmarck, mit dem Preis für den besten fremdsprachigen Film bedacht. Einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhielt der italienische Filmkomponist Ennio Morricone.

Bei den Präsidentschaftswahlen in Senegal wurde der Amtsinhaber Abdoulaye Wade bereits im ersten Durchgang mit mehr als 55 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Der seit dem 12. Januar vermisste 75-jährige Schweizer Schriftsteller Jürg Federspiel wurde beim Stauwehr Märkt unterhalb von Weil am Rhein (Baden-Württemberg) tot aufgefunden.

28. Februar: Der amerikanische Historiker Arthur M. Schlesinger, der sich vor allem als Biograph und Analyst amerikanischer Präsidenten hervorgetan hatte, starb im Alter von 89 Jahren in New York.

4

März

1. März: Die World Meteorological Organization (WMO) und der International Council for Science (ICSU) eröffneten das Internationale Polarjahr 2007/08. Zwei Jahre lang werden Wissenschaftler aus mehr als 60 Ländern eine Aufnahme der gegenwärtigen Situation der Polargebiete beider Erdhalbkugeln vornehmen. Die Untersuchungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass Polargebiete, in denen gewaltige Wassermengen als Eismassen gebunden sind, auf Klimaänderungen besonders sensibel reagieren.

4. März: Aus den Parlamentswahlen in Estland ging die regierende Koalition des Ministerpräsidenten Andrus Ansip gestärkt hervor: Ansips Reformpartei gewann unter großen Zugewinnen 31 der insgesamt 101 Mandate, die Zentrumspartei kam auf 29 Mandate.

In Sapporo (Japan) fanden vom 22. Februar bis zum 4. März die 46. Nordischen Skiweltmeisterschaften statt. Aus den Wettkämpfen ging Norwegen mit fünf Gold-, vier Silber- und sieben Bronzemedaillen als beste Nation hervor, gefolgt von Finnland (5–1–2) und Deutschland (2–4–3). Erfolgreiche Teilnehmer waren u. a. der Schweizer Simon Ammann, der im Skispringen von der Großschanze Gold und von der Normalschanze Silber gewann. Der Pole Adam Małysz holte Gold im Springen von der Normalschanze. Deutsche Titelträger waren in der Nordischen Kombination Ronny Ackermann (Normalschanze/15 Kilometer) und im Skilanglauf Axel Teichmann (30 Kilometer Verfolgung).

5. März: Einem von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichten Bericht zur Situation der Fischerei und Fischzucht zufolge werden derzeit 52 Prozent der Meeresfischbestände so intensiv ausgebeutet, dass eine Steigerung nicht möglich ist, weitere 25 Prozent sind bereits überfischt. In manchen Meeresgebieten, u. a. im Südostpazifik, Südostatlantik und dem Nordostatlantik einschließlich der Nordsee, liegt der Anteil der überfischten Bestände bereits bei 46 bis 66 Prozent.

6. März: Der französische Philosoph und Soziologe Jean Baudrillard starb im Alter von 77 Jahren in Paris.

7. März: Aus den Wahlen zur Regionalversammlung in Nordirland gingen die radikalen Parteien des protestantischen und des katholischen Lagers gestärkt und als die führenden Kräfte hervor: Die protestantische Democratic Unionist Party (DUP) von Ian Paisley wurde mit 36 der insgesamt 108 Mandate stärkste Kraft, gefolgt von der katholischen Sinn Féin unter Gerry Adams mit 28 Mandaten.

18. März: In Lenzerheide (Schweiz) wurde die Weltcupsaison im alpinen Skisport abgeschlossen. Bei den Männern gewann der Norweger Aksel Lund Svindal zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup vor dem Österreicher Benjamin Raich und dem Schweizer Didier Cuche. Bei den Frauen belegte die Österreicherin Nicole Hosp erstmals Platz eins in der Gesamtwertung vor ihrer Landsfrau Marlies Schild und der Amerikanerin Julia Mancuso. Die Disziplinwertungen gingen bei den Männern an Raich (Slalom), Lund Svindal (Riesenslalom), den Amerikaner Bode Miller (Super-G) und Cuche (Abfahrt), bei den Frauen an Schild (Slalom), Hosp (Riesenslalom) und die Österreicherin Renate Götschl (Super-G und Abfahrt).

Mit den Wettkämpfen in Chanty-Mansijsk (Russland) ging die Weltcupsaison im Biathlon zu Ende. Bei den Männern gewann der Deutsche Michael Greis den Gesamtweltcup vor dem Norweger Ole Einar Bjørndalen und dem Franzosen Raphaël Poirée. Bei den Frauen belegte die Deutsche Andrea Henkel Platz eins des Gesamtklassements vor ihrer Landsfrau Kati Wilhelm und der Schwedin Anna Carin Olofsson.

Die Parlamentswahlen in Finnland bestätigten die Zentrumspartei von Ministerpräsident Matti Vanhanen mit 51 Mandaten knapp als stärkste Kraft; an die zweite Stelle rückte mit 50 Mandaten die Nationale Sammlungspartei vor, die Sozialdemokraten wurden mit 45 Sitzen drittstärkste Partei.

25. März: Während der Feiern zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge wurde unter der Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland die „Berliner Erklärung” verabschiedet, in der sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union darauf verständigten, „die Europäische Union bis zu den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage zu stellen”.

Die deutsche Schriftstellerin Geno Hartlaub (Pseudonym Muriel Castorp) starb im Alter von 91 Jahren in Hamburg.

Auf der Leipziger Buchmesse stellten 2 348 Verlage aus 36 Ländern ihre Neuerscheinungen vor. Vom 22. bis zum 25. März frequentierten etwa 127 000 Besucher die Bücherschau. Die Preise der Leipziger Buchmesse gingen an Ingo Schulze (Belletristik), Saul Friedländer (Sachbuch/Essayistik) und Swetlana Geier (Übersetzung).

In Falun (Schweden) wurden die letzten Weltcupwettbewerbe im Skilanglauf ausgetragen. Wie im Jahr zuvor gewann bei den Männern der Deutsche Tobias Angerer den Gesamtweltcup, bei den Frauen belegte die Finnin Virpi Kuitunen Platz eins der Gesamtwertung.

Mit den Wettkämpfen in Planica (Slowenien) endete die Weltcupsaison im Skispringen. Der Pole Adam Małysz holte nach 2001, 2002 und 2003 zum vierten Mal in seiner Karriere den Gesamtweltcup vor dem Norweger Anders Jacobsen und dem Schweizer Simon Ammann.

Vom 19. bis zum 25. März fanden in Tokyo (Japan) die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften statt. Bei den Herren gewann der Franzose Brian Joubert die Goldmedaille, bei den Damen setzte sich die Japanerin Miki Andō durch. Im Paarlauf siegte das chinesische Duo Shen Xue/Zhao Hongbo, im Eistanz verteidigte das bulgarische Paar Albena Denkowa/Maxim Stawiski seinen Titel.

31. März: Der österreichische Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick starb 85-jährig in Palo Alto (Kalifornien).

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