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Jahresrückblick 2007Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Januar; Februar; März; April; Mai; Juni; Juli; August; September; Oktober; November; Dezember
2. September: In Osaka (Japan) fanden vom 25. August bis zum 2. September die 11. Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Mit 14 Gold-, vier Silber- und acht Bronzemedaillen gingen die USA als erfolgreichste Nation aus den Wettkämpfen hervor, auf den Rängen zwei und drei folgten Kenia (5–3–5) und Russland (4–9–3). Favoritensiege gab es bei den Männern u. a. über 10 000 Meter durch Kenenisa Bekele (Äthiopien), im Zehnkampf durch Roman Šebrle (Tschechische Republik), über 110 Meter Hürden durch Liu Xiang (China) und im Hammerwerfen durch Iwan Tichon (Weißrussland), bei den Frauen im Stabhochsprung durch Jelena Isinbajewa (Russland), im Siebenkampf durch Carolina Klüft (Schweden), über 5 000 Meter durch Meseret Defar und über 10 000 Meter durch Tirunesh Dibaba (beide Äthiopien). Eine Goldmedaille für das deutsche Team erreichten Franka Dietzsch im Diskuswerfen und Betty Heidler im Hammerwerfen. 3. September: Die Parlamentswahlen in Jamaika gewann nach 18 Jahren in der Opposition die Jamaica Labour Party (JLP); neuer Premierminister wurde ihr Vorsitzender Bruce Golding. 5. September: Der Deutsche Dominique Görlitz gab 900 Kilometer vor den Azoren den Versuch auf, mit einem „prähistorischen” Schilfboot von New York aus den Nordatlantik zu überqueren. 6. September: Der italienische Sänger Luciano Pavarotti starb im Alter von 71 Jahren in Modena. 8. September: Bei den 64. Filmfestspielen von Venedig wurde der historische Spionagethriller Gefahr und Begierde von Ang Lee mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Die Darstellerpreise gingen an Brad Pitt für Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford von Andrew Dominik und an Cate Blanchett für I’m Not There von Todd Haynes. Der italienische Filmregisseur Bernardo Bertolucci erhielt einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Aus den Präsidentschaftswahlen in Sierra Leone ging in der zweiten Runde Ernest Bai Koroma vom bisher oppositionellen All People’s Congress (APC) als Sieger hervor; er löste Alhaji Ahmad Kabbah im Präsidentenamt ab. Bei den Parlamentswahlen am 11. August hatte der APC bereits die absolute Mehrheit der Mandate gewonnen. 9. September: Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer gewann durch einen Dreisatz-Finalerfolg gegen den Serben Novak Djoković zum vierten Mal in Folge die US Open in New York. Bei den Damen setzte sich die Belgierin Justine Henin im Endspiel in zwei Sätzen gegen die Russin Swetlana Kusnezowa durch. 11. September: Der österreichische Jazzmusiker Joe Zawinul starb im Alter von 75 Jahren in Wien. 13. September: Nach mehr als 20 Jahren der Verhandlungen verabschiedete die UN-Vollversammlung eine Deklaration, in der den indigenen Völkern das Recht auf Selbstbestimmung, auf ihr Land und auf die dort liegenden Bodenschätze garantiert wird, soweit durch diese Rechte die territoriale Integrität und politische Einheit souveräner Staaten nicht verletzt wird. 16. September: Bei den Parlamentswahlen in Griechenland konnte die regierende Partei Neue Demokratie (ND) unter Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis mit 152 der insgesamt 300 Mandate ihre absolute Mehrheit knapp verteidigen. Die sozialistische PASOK wurde mit 102 Mandaten zweitstärkste Kraft. 22. September: Der französische Pantomime Marcel Marceau starb 84-jährig in Paris. 23. September: Nach 100 Tagen endete in Kassel die zwölfte documenta, weltweit eine der bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Über 500 Werke von mehr als 100 Künstlern aus aller Welt wurden gezeigt. 29. September: In Myanmar erklärte die Militärregierung Frieden und Stabilität für wiederhergestellt, nachdem sie Massendemonstrationen gewaltsam niedergeschlagen und Tausende Demonstranten verhaftet hatte. Die friedlichen Proteste gegen das Regime hatten sich bereits im August an der drastischen Erhöhung der Preise für Benzin und Gas entzündet. Zunächst waren sie von Studenten getragen, dann aber übernahmen buddhistische Mönche die Führung, immer mehr Menschen schlossen sich den Demonstrationen an, und die Protestwelle weitete sich über das ganze Land aus. Internationale Proteste zeigten keine Wirkung. In Mexiko-Stadt fand vom 13. bis zum 29. September die Schachweltmeisterschaft statt. Mit 9,0 Punkten aus 14 Partien gewann der indische Großmeister Viswanathan Anand das WM-Turnier der wiedervereinigten Schachwelt und wurde damit zum zweiten Mal Weltmeister, nachdem er schon 2000 den Titel der FIDE errungen hatte. 30. September: Bei der Fußballweltmeisterschaft der Frauen, die vom 10. bis zum 30. September in China stattfand, verteidigte die deutschen Mannschaft ihren Titel. Im Endspiel besiegte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid Brasilien mit 2:0. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Ukraine kamen die beiden großen prowestlichen Parteien, Julia Timoschenkos BJuT und Viktor Juschtschenkos Unsere Ukraine, zusammen auf eine knappe absolute Mehrheit von 228 Mandaten; die prorussische Partei der Regionen von Ministerpräsident Viktor Janukowitsch kam auf 175 Mandate.
1. Oktober: Der amerikanische Leichtathlet Al Oerter, zwischen 1956 und 1968 viermal in Folge Olympiasieger im Diskuswerfen, starb im Alter von 71 Jahren in Fort Myers (Florida). Die österreichische Schriftstellerin Marianne Fritz starb 58-jährig in Wien. 4. Oktober: In Pjöngjang endete das Treffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il und dem südkoreanischen Staatspräsidenten Roh Moo-hyun mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung, in der sie die Absicht bekunden, einen Friedensvertrag abzuschließen. Es war das erste nord-südkoreanische Gipfeltreffen seit 2000 und das zweite in der Geschichte der beiden Länder überhaupt. 5. Oktober: Der deutsche Schriftsteller Walter Kempowski starb im Alter von 78 Jahren in Rotenburg (Wümme, Niedersachsen). 6. Oktober: In Pakistan wurde Staatspräsident Pervez Musharraf mit fast 99 Prozent der Stimmen vom nationalen Parlament und den vier Provinzparlamenten im Amt bestätigt. Die Opposition hatte die Wahlen boykottiert. 9. Oktober: In Bayern wurde Günther Beckstein zum neuen Ministerpräsidenten gewählt, nachdem der bisherige Amtsinhaber Edmund Stoiber wie im Januar angekündigt zum 30. September seinen Rücktritt eingereicht hatte. Zum neuen CSU-Vorsitzenden war bereits am 29. September Erwin Huber gewählt worden. 10. Oktober: Der amerikanische Schriftsteller Norman Mailer starb 84-jährig in New York. 12. Oktober: Der japanische Architekt Kurokawa Kishō starb im Alter von 73 Jahren in Tokyo. 14. Oktober: Vom 10. bis zum 14. Oktober waren Verlage aus aller Welt zu Gast bei der Frankfurter Buchmesse. Mehr als 7 400 Aussteller aus rund 110 Ländern präsentierten etwa 390 000 Bücher und andere Medien. Als Ehrengast wurde die katalanische Literatur vorgestellt. Der israelische Historiker Saul Friedländer wurde in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 21. Oktober: Mit seinem Grand-Prix-Sieg im letzten Rennen der Saison wurde der finnische Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen erstmals Formel-1-Weltmeister. Er verwies den Briten Lewis Hamilton und den Spanier Fernando Alonso (beide McLaren-Mercedes) auf die Ränge zwei und drei. Die Teamwertung ging ebenfalls an Ferrari. Bei den Nationalratswahlen in der Schweiz wurde die SVP mit ihrer Galionsfigur Christoph Blocher unter deutlichen Zugewinnen erneut stärkste Partei: Sie erreichte 29 Prozent der Stimmen – keine andere Partei hatte seit 1919 einen so hohen Stimmenanteil gewonnen – und 62 Mandate. Die SPS auf der anderen Seite des politischen Spektrums innerhalb der Regierung rutschte auf 19,5 Prozent (43 Mandate) ab; die beiden Parteien der Mitte, CVP und FDP, konnten sich mit je 31 Mandaten in etwa behaupten. Auch die Grünen gewannen erheblich hinzu und kamen nun auf 20 Mandate. Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen in Polen ging die oppositionelle liberale Bürgerplattform (PO) unter Donald Tusk überraschend deutlich mit 41,5 Prozent der Stimmen (209 Mandate) als Siegerin hervor. Die regierende rechtskonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Jarosław Kaczyński wurde mit 32,1 Prozent der Stimmen (166 Mandate) nur noch zweitstärkste Kraft. Das von Aleksander Kwaśniewski geführte sozialdemokratische Parteienbündnis Linke und Demokraten (LiD) zog mit 53 Abgeordneten als drittstärkste Kraft ins Parlament ein. 26. Oktober: Arthur Kornberg, Medizinnobelpreisträger von 1959, starb im Alter von 89 Jahren in Stanford. 27. Oktober: In Darmstadt wurde der deutsche Schriftsteller Martin Mosebach von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. 28. Oktober: Die Präsidentschaftswahlen in Argentinien gewann bereits im ersten Wahlgang die Peronistin Cristina Fernández de Kirchner, die Ehefrau des amtierenden Staatspräsidenten Néstor Kirchner.
4. November: In Guatemala setzte sich in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen der Sozialdemokrat Álvaro Colom gegen den rechtsgerichteten ehemaligen General Otto Pérez Molina durch. 13. November: Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Dänemark behauptete sich die die rechtsliberale Partei Venstre von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen nur noch knapp als stärkste Kraft, und auch die regierende Mitte-rechts-Koalition aus Venstre und Konservativer Volkspartei verfügte zusammen mit der sie unterstützenden Dänischen Volkspartei nur noch über die knappe Mehrheit von 90 der insgesamt 179 Mandate. Die oppositionellen Sozialdemokraten wurden zweitstärkste Kraft, die größten Zugewinne erfuhr die Sozialistische Volkspartei. 17. November: Bei den Parlamentswahlen im Kosovo verlor die regierende LDK mehr als die Hälfte ihres Stimmenanteils und wurde mit etwa 22 Prozent der Stimmen nur noch zweitstärkste Kraft. Die Wahlen gewann mit etwa 34 Prozent die aus der UÇK hervorgegangene PDK von Hashim Thaçi. 20. November: Im Alter von 88 Jahren starb Ian Smith, der als Premierminister von Rhodesien (heute Simbabwe) 1965 einseitig die Unabhängigkeit der Kolonie von Großbritannien erklärte und trotz internationaler Ächtung und umfassender Sanktionen sein weißes Minderheitsregime aufrechterhielt. 21. November: In Deutschland wurde Olaf Scholz (SPD) zum Bundesminister für Arbeit und Soziales ernannt, und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernahm das Amt des Vizekanzlers, nachdem Franz Müntefering (SPD) als Arbeitsminister und Vizekanzler der großen Koalition zurückgetreten war. 22. November: Der französische Tänzer, Choreograph und Regisseur Maurice Béjart starb im Alter von 80 Jahren in Lausanne (Schweiz). 24. November: Die Parlamentswahlen in Australien führten nach elfeinhalb Jahren einen Machtwechsel herbei: Die regierende konservative Koalition aus Liberal Party und National Party unter John Howard büßte gegenüber 2004 mehr als 20 Mandate ein und kam nur noch auf 64 der insgesamt 150 Sitze, während die Labor Party unter Kevin Rudd erheblich hinzugewann und mit 83 Mandaten klar die absolute Mehrheit im Parlament erreichte. 25. November: Die Parlamentswahlen in Kroatien bestätigten die regierende konservative Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) von Ministerpräsident Ivo Sanader mit 66 Mandaten als stärkste Kraft und die oppositionelle Sozialdemokratische Partei (SDP) mit 56 Mandaten als zweitstärkste Partei. Der deutsche Schriftsteller Wilhelm Genazino wurde in Berlin mit dem angesehenen, mit 20 000 Euro dotierten Kleist-Preis ausgezeichnet. 30. November: Der amerikanische Motorradstuntman Evel Knievel starb im Alter von 69 Jahren in Clearwater (Florida).
1. Dezember: In Berlin wurde das Abtreibungsdrama 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. 2. Dezember: Bei den Duma-Wahlen in Russland gewann die Partei des Präsidenten Wladimir Putin, Einiges Russland, mit 64,2 Prozent der Stimmen 315 der insgesamt 450 Mandate und damit die für Verfassungsänderungen notwendige Zweidrittelmehrheit der Mandate. Zweitstärkste Kraft wurde mit 11,6 Prozent (57 Mandate) die Kommunistische Partei (KPRF), die einzige echte Oppositionspartei in der neuen Duma. Außerdem zogen noch zwei weitere regierungsnahe Parteien in die Duma ein: die Liberaldemokratische Partei Russlands (LDPR, 40 Mandate) und Gerechtes Russland (38 Mandate). In Venezuela wurde eine von Staatspräsident Hugo Chávez vorgelegte Verfassungsreform, die die Macht des Präsidenten erheblich ausweiten und den Sozialismus als Staatsziel verankern sollte, in einem Referendum knapp abgelehnt. 5. Dezember: Der deutsche Komponist Karlheinz Stockhausen starb im Alter von 79 Jahren in Kürten (Nordrhein-Westfalen). Als Pionier der elektronischen Musik, der seriellen Musik und der Aleatorik war er einer der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. 13. Dezember: In Lissabon (Portugal) unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder den so genannten Vertrag von Lissabon, einen Reformvertrag, der nach seiner Ratifikation in den Mitgliedsländern die gescheiterte Europäische Verfassung ersetzt. 15. Dezember: Auf Bali (Indonesien) ging die UN-Klimakonferenz zu Ende. Zwar einigte man sich auf einen Rahmen für weitere Verhandlungen und ein neues Umweltschutzabkommen als Nachfolgedokument für das Kyoto-Protokoll, eine Festlegung auf konkrete Ziele, etwa in Bezug auf eine Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen, wurde jedoch vermieden. 17. Dezember: Der Schweizer Illustrator und Graphiker Celestino Piatti starb 85-jährig in Duggingen (Kanton Basel-Landschaft). 21. Dezember: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn traten dem so genannten Schengen-Raum bei. Damit entfallen die Passkontrollen zu anderen Schengen-Staaten. 23. Dezember: Aus den Parlamentswahlen in Thailand ging die Phak Palang Prachachon (PPP, Volksmachtpartei) als Siegerin hervor. Die PPP wurde erst wenige Monate zuvor als Nachfolgeorganisation der Partei Thai Rak Thai (TRT) des im September 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gegründet. Der kanadische Jazzpianist Oscar Peterson starb im Alter von 82 Jahren in Mississauga (Ontario). 27. Dezember: In Rawalpindi (Pakistan) fiel während einer Wahlkampfveranstaltung die Oppositionsführerin Benazir Bhutto einem Attentat zum Opfer. Bhutto war erst im Oktober nach langjährigem Exil nach Pakistan zurückgekehrt, um an der Spitze ihrer Partei, der Pakistan People’s Party (PPP), an den für Januar 2008 geplanten Parlamentswahlen teilzunehmen. Die Präsidentschaftswahlen in Kenia gewann laut offiziellen Angaben der Wahlkommission Amtsinhaber Mwai Kibaki vor seinem Herausforderer Raila Odinga. Die Opposition erkannte das offensichtlich manipulierte Wahlergebnis allerdings nicht an und organisierte Proteste. Aus den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen ging das von Odinga geführte Oppositionsbündnis Orange Democratic Movement (ODM) als stärkste Kraft hervor. 31. Dezember: Der italienische Architekt und Designer Ettore Sottsass starb 90-jährig in Mailand.
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