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Windows Live® Suchergebnisse AnanasEnzyklopädieartikel
Ananas, Gattung der Ananasgewächse mit etwa fünf großen, bodenbewohnenden Arten, außerdem Bezeichnung für die Frucht der zu dieser Gattung gehörenden Kulturananas. Die Ananas-Arten stammen aus dem tropischen Amerika. Es handelt sich um Rosettenpflanzen mit kurzem Spross, an dem bis zu 60 linealische, etwa fünf Zentimeter breite und bis zu 80 Zentimeter lange, stachelige Blätter unmittelbar mit ihrer breiten Blattbasis spiralig angeordnet sind. Die Wurzeln sind wie bei fast allen Vertretern der Ananasgewächse nur schwach ausgebildet, da Wasser und Nährstoffe vorzugsweise von den trichterartigen Blattbasen aufgenommen werden. Entsprechend erfolgt die Düngung in Ananasplantagen meist durch Versprühen von Nährstofflösungen. Am Spross, der aus der Rosette der Blätter herausragt, entwickeln sich dicht gedrängt zahlreiche kleine Blüten, die sich (bei der Kulturananas ohne Bestäubung und Befruchtung) zu saftigen Beerenfrüchten auswachsen. Zusammen bilden diese einen fleischigen Fruchtverband, eine Sammelfrucht, die im Fall der kultivierten Art als kernlose Ananas in den Handel kommt. Die an der Spitze des Sprosses stehenden Blätter bilden den charakteristischen Blätterschopf der Ananas. Um das Blühen der Pflanzen und damit auch die Ernte zu synchronisieren, wird auf den Plantagen ein Ethylen entwickelndes Mittel (siehe Pflanzenhormone) versprüht, das auch die Ausfärbung der Früchte fördert. Nach der Ernte wird oft das ganze Feld gerodet. Das Neubestellen der Plantagen erfolgt mit Sprossablegern, die bereits ein Jahr später die nächste Ernte liefern. Je nach Sorte werden die Früchte unterschiedlich verarbeitet. Die Sorte ‘Cayenne’ auf Hawaii wird hauptsächlich in Dosen konserviert, während die brasilianische Sorte ‘Pernambuco’ vorwiegend als frische Frucht in den Handel kommt. Die bei der Feldrodung anfallenden Strünke der Ananaspflanze werden zur Gewinnung von Bromelain verarbeitet, einer proteinspaltenden Enzymmischung. Bromelain findet als Fleisch-Weichmacher in der Küche Verwendung und ist auch in Medikamenten enthalten. Indios kultivierten bereits gegen Ende des 15. Jahrhunderts Ananassorten mit kernlosen Früchten. Bald nach der Entdeckung Amerikas gelangte die Ananas mit den Spaniern und Portugiesen in andere tropische Regionen. Sie wird heute weltweit vor allem in den Tropen angebaut, zum Teil aber auch in den gemäßigten Zonen in Gewächshäusern gezogen. 2005 wurden 15,9 Millionen Tonnen Ananas produziert. Systematische Einordnung: Die Ananas-Arten bilden die Gattung Ananas der Familie Bromeliaceae. Die Kultur-Ananas heißt botanisch Ananas comosus.
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