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Windows Live® Suchergebnisse James EllroyEnzyklopädieartikel
James Ellroy, eigentlich Lee Earle Ellroy, (*1948), amerikanischer Schriftsteller. Seine ernüchternden, von Gewaltdarstellung geprägten Kriminalromane in der Tradition der „Hard boiled fiction” Dashiell Hammetts und Raymond Chandlers basieren vielfach auf wahren Begebenheiten und beleuchten düstere Kapitel der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten. Ellroy wurde am 4. März 1948 in Los Angeles (Kalifornien) geboren. Als er zehn Jahre alt war, wurde seine Mutter, bei der er nach der Scheidung der Eltern aufwuchs, ermordet. Nach diesem traumatischen Erlebnis glitt er in die Kriminalität ab und wurde von der Schule verwiesen. Er lebte auf der Straße und wurde drogen- und alkoholabhängig; bis Mitte der siebziger Jahre war er wegen verschiedener Delikte etwa 50-mal inhaftiert. Gesundheitlich nahezu ruiniert, versuchte er sein Leben ab 1977 wieder in den Griff zu bekommen und begann aus selbsttherapeutischen Motiven mit dem Schreiben. Bereits mit seinen ersten beiden Kriminalromanen, der düsteren Detektivgeschichte Brown’s Requiem (1981; Browns Grabgesang) und dem Polizeiroman Clandestine (1982; Heimlich), der auch auf den Mord an seiner Mutter anspielt, erregte Ellroy Aufsehen. Es folgte die Trilogie um den neurotischen Polizisten Lloyd Hopkins Blood on the Moon (1984; Blut auf dem Mond), Because the Night (1984; In der Tiefe der Nacht) und Suicide Hill (1986; Hügel der Selbstmörder), in der Ellroys Faszination für blutige Serienmorde zum Ausdruck kommt. International bekannt wurde Ellroy mit dem L.A. Quartet, vier zum Teil auf wahren Begebenheiten beruhenden Kriminalromanen aus dem Los Angeles der späten vierziger bis sechziger Jahre. The Black Dahlia (1987; Die schwarze Dahlie) widmet sich einem rätselhaften Kriminalfall, bei dem eine junge Frau bestialisch ermordet aufgefunden worden war. Der Roman wurde 2006 von Brian De Palma mit Josh Hartnett und Scarlett Johansson in den Hauptrollen verfilmt. The Big Nowhere (1988; Blutschatten) verschränkt die Jagd nach einem Serienmörder mit der Kommunistenhatz der McCarthy-Ära. Am bekanntesten wurde der dritte Teil der Tetralogie, L.A. Confidential (1990; Stadt der Teufel), über drei in Bestechung und Abhängigkeiten verstrickte und verschiedene Ziele verfolgende Polizisten, die in dem historisch belegten „Night-Owl-Massaker” ermitteln. Die Verfilmung des Romans durch Curtis Hanson von 1997, besetzt mit einem Starensemble (u. a. Kevin Spacey, Russell Crowe, Kim Basinger und Danny DeVito) wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet und erhöhte auch Ellroys Popularität weiter. Der vierte L.A.-Roman White Jazz (1992; White Jazz) spitzt das Thema der Korruption und Brutalität der Ermittlungsbeamten noch stärker zu. Mitte der neunziger Jahre begann Ellroy eine weitere Trilogie, mit der er das Genre des Kriminalromans verließ. Die Underworld USA benannte Reihe will die amerikanische Geschichte von 1958 bis Anfang der siebziger Jahre als düstere, verkommene und kaum entwirrbare Verflechtung von Strippenziehern und skrupellosen Handlangern der Regierung, des Geheimdiensts, des FBI und des organisierten Verbrechens darstellen. Der erste Teil American Tabloid (1995; Ein amerikanischer Thriller) behandelt den Zeitraum von 1958 bis zur Ermordung John F. Kennedys, der zweite Teil Cold Six Thousand (2001; Ein amerikanischer Albtraum) beschreibt die Folgezeit bis zum Mord an Robert Kennedy. Dazwischen erschien My Dark Places (1996; Die Rothaarige), ein auf alten Ermittlungsakten basierender dokumentarischer Roman über den unaufgeklärten Mord an Ellroys Mutter.
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