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Windows Live® Suchergebnisse UNESCO WeltdokumentenerbeEnzyklopädieartikel
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UNESCO Weltdokumentenerbe, Memory of the World (MOW, „Gedächtnis der Menschheit”), ein 1992 von der UNESCO ins Leben gerufenes Programm mit dem Ziel, das dokumentarische Erbe der Menschheit zu bewahren und es weltweit zugänglich zu machen. Dokumente im Sinne des MOW sind neben Handschriften oder Büchersammlungen u. a. auch Ton- und Bilddokumente. Die Aufnahme eines Dokuments in das Weltdokumentenerbe erfolgt durch Eintragung in das UNESCO-Weltregister. Über die Aufnahme entscheidet ein internationales Komitee, die Nominierung obliegt den nationalen Komitees der bisher 66 Mitgliedsstaaten. In Deutschland gibt es seit 1999 das Nationalkomitee für das Memory-of-the-World-Programm, in Österreich wurde 2004 ein entsprechendes Nationalkomitee gegründet. Mit der Aufnahme eines Dokuments erhält das Herkunftsland die Verpflichtung, den Erhalt und die Verfügbarkeit des Dokuments zu gewährleisten. Bislang fanden weltweit etwa 120 Dokumente Aufnahme in die MOW-Liste, darunter je acht aus Deutschland und Österreich. Zu den Dokumenten und Dokumentensammlungen der MOW-Liste gehören u. a. die Archive des Warschauer Ghettos, die Annalen der koreanischen Chosŏn-Dynastie, die Logbücher von James Cook, das Menschenrechtsarchiv über die Militärdiktatur in Chile, eine Sammlung traditioneller chinesischer Musik, das Filmmaterial der Südpolexpedition von Roald Amundsen und die hethitischen Keilschriften aus Boğazkale.
Als erster deutscher Beitrag wurden 1999 die „Ältesten Tondokumente traditioneller Musik 1893-1952 (Edison-Zylinder)” aus den historischen Beständen des Berliner Phonogramm-Archivs bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Das im Jahr 1900 gegründete Archiv enthält etwa 145 000 Musikaufnahmen aus aller Welt, darunter einige der ältesten erhaltenen Tondokumente der Menschheit. Gespeichert sind sie u. a. auf mehr als 15 000 so genannten Edison-Zylindern, die zu den frühesten Tonspeichermedien gehören. Als weitere Dokumente aus Deutschland fanden Aufnahme: die 42-zeilige Gutenbergbibel, der literarische Nachlass Johann Wolfgang von Goethes, die Partitur der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens, der Stummfilm Metropolis (1926) von Fritz Lang, die Reichenauer Handschriften aus dem 11. Jahrhundert (ottonische Buchmalerei), die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und die Waldseemüller-Weltkarte von 1507. Überdies stehen in der Bayerischen Staatsbibliothek München acht Bände der ungarischen Bibliotheca Corviniana, einer von König Matthias I. Corvinus im 15. Jahrhundert begründeten, heute in zahlreiche Länder verstreuten Renaissancebibliothek, die seit 2005 zum MOW gehört. Die österreichischen Dokumente im MOW sind: das Wiener Dioskurides-Manuskript, das Abschlussdokument des Wiener Kongresses, die Historische Sammlung des Phonogrammarchivs (1899-1950), die Papyrussammlung des Erzherzogs Rainer, die Schubert-Sammlung der Wiener Stadtbibliothek, der Atlas Blaeu-Van der Hem, die Brahms-Sammlung und die Sammlung gotischer Architekturzeichnungen.
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