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Weltsozialforum

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Weltsozialforum, internationaler offener Treffpunkt für die weltweite globalisierungskritische Bewegung. Mit dem Ziel, gesellschaftliche und politische Alternativen zu einer durch Wirtschaftsliberalismus und Kapitalinteressen geprägten Welt zu entwickeln und die schon erzielten Fortschritte vorzustellen, präsentiert sich das Weltsozialform seit 2001 als jährliche Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum und in Form regionaler Treffen.

Ins Leben gerufen wurde das Weltsozialforum 2001 von zahlreichen Initiativen und Organisationen, vor allem Nichtregierungsorganisationen, die sich vor Ort gegen die rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur durch internationale Konzerne wehrten und eine überregionale Zusammenarbeit suchten.

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Zielsetzung und Organisation

Laut seiner 2001 verabschiedeten Charta der Prinzipien versteht sich das Weltsozialforum als offener Treffpunkt für „Gruppen und Bewegungen der Zivilgesellschaft, die sich dem Neoliberalismus und der Herrschaft der Welt durch das Kapital und jeder möglichen Form des Imperialismus widersetzen”. Unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich” will es „ein permanenter Prozess des Suchens und des Aufbauens von Alternativen” zu einer von Wirtschaftsinteressen gelenkten Politik sein, um eine „Globalisierung in Solidarität” zu ermöglichen.

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Treffen

Das Weltsozialforum will globalisierungskritische Gruppen und Organisationen aus aller Welt zusammenführen, beansprucht aber nicht, selbst ein „Dachverband” dieser Gruppen zu sein. Es dient den teilnehmenden Gruppen als Plattform zum Austausch von Erfahrungen und zur Vernetzung. Auch gemeinsame Erklärungen oder Aktionen können innerhalb des Forums erarbeitet werden; jedoch ist niemand autorisiert, Stellungnahmen im Namen des Weltsozialforums als Institution abzugeben.

Das erste Weltsozialforum fand vom 25. bis zum 30. Januar 2001 im brasilianischen Pôrto Alegre statt. An rund 400 Veranstaltungen nahmen etwa 12 000 Menschen teil; mehr als 1 000 Organisationen von allen Kontinenten waren vertreten. Im folgenden Jahr kamen bereits etwa 60 000 Menschen nach Pôrto Alegre, um an rund 800 Einzelveranstaltungen (Seminaren und Workshops) teilzunehmen. 2003 stieg die Teilnehmerzahl noch einmal deutlich auf etwa 100 000 an; beherrschendes Thema in diesem Jahr war der bevorstehende Irak-Krieg.

Nach dem indischen Mumbai (früher Bombay) 2004 war 2005 wieder Pôrto Alegre Tagungsort. 2006 trafen sich die Aktivisten der Bewegung gleichzeitig an drei verschiedenen Orten auf drei Kontinenten: in Bamako (Mali), Caracas (Venezuela) und Karachi (Pakistan). Für den Januar 2007 wählte man mit Nairobi (Kenia) wieder einen gemeinsamen Treffpunkt.

Neben den Treffen des Weltsozialforums gibt es auch regionale Sozialforen, die zum Teil der inhaltlichen Vorbereitung auf das Weltsozialforum dienen. In Europa boten bisher vier europäische Sozialforen Gelegenheit, den Stand der globalisierungskritischen Bewegung darzustellen und Perspektiven zu diskutieren: in Florenz (2002), Paris (2003), London (2004) und Athen (2006).

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Teilnehmer

Die Teilnehmerschaft des Weltsozialforums ist sehr heterogen. Neben internationalen Netzwerken wie attac sind auch regionale und lokale Aktionsgruppen vertreten. Auch inhaltlich umfasst das Weltsozialforum ein deutlich breiteres, weniger einheitliches Spektrum als frühere internationale Bewegungen wie etwa die Sozialistische Internationale oder die Umweltbewegung.

Wegen des nichtstaatlichen und nichtparteilichen Charakters des Forums können laut Charta Repräsentanten politischer Parteien (wie auch militärischer Organisationen) nicht teilnehmen; Regierungsmitglieder, die sich zu den Grundsätzen der Charta bekennen, können jedoch als Privatleute eingeladen werden.

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