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Flussdelphine

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AmazonasdelphineAmazonasdelphine
Artikelgliederung
1

Einleitung

Flussdelphine, vier nicht näher miteinander verwandte Arten von Zahnwalen, die überwiegend Flüsse und Flussmündungen bewohnen.

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Körperbaumerkmale und Verwandtschaft

Flussdelphine unterscheiden sich von der Familie im Meer lebender Delphine nicht nur hinsichtlich ihres Lebensraumes, sondern auch anatomisch. Ihre Halswirbel sind im Gegensatz zu denjenigen anderer Delphine nicht miteinander verwachsen, so dass der vom übrigen Körper leicht abgesetzte Kopf relativ gut beweglich ist. Dies ist vermutlich eine Anpassung an ein Leben in periodisch überfluteten Flussauen oder Mangrovenwäldern, wo die Tiere zwischen zahlreichen Hindernissen manövrieren müssen.

Die Schwanzflosse sowie die Brustflossen von Flussdelphinen sind im Vergleich zu denen der Delphine relativ breit, die Rückenflosse ist dagegen nur schwach ausgebildet oder auf einen Buckel reduziert. Das lange, schnabelförmige und leicht gebogene Maul ist vom übrigen Kopf abgesetzt, die Stirn ist steiler als bei Delphinen. Die Augen der Flussdelphine sind sehr klein, zur Orientierung nutzen die Tiere – wie die meisten anderen Wale – in erster Linie ihr hoch entwickeltes Echolotsystem. Flussdelphine werden eineinhalb bis knapp drei Meter lang und etwa 50 bis 160 Kilogramm schwer.

Man geht heute davon aus, dass die Flussdelphine kein echtes Taxon darstellen, ihre Ähnlichkeit also nicht auf Verwandtschaft, sondern auf Konvergenz beruht. Sie haben sich also im Lauf der Evolution unabhängig voneinander entwickelt. Diese Annahme wird auch dadurch gestützt, dass sie in weit voneinander entfernt liegenden Regionen der Welt leben.

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Lebensweise und Bedrohung

Über die Lebensweise der Flussdelphine ist wenig bekannt. Die meisten sind vermutlich Einzelgänger, es wurden aber auch Gruppen von bis zu 15 Tieren beobachtet. Flussdelphine ernähren sich in erster Linie von Fischen und Krebstieren, je nach Art und Lebensraum auch von Wasserschildkröten oder Tintenschnecken. Die Weibchen bringen nach einer Tragzeit von knapp einem Jahr ein Junges zur Welt.

Alle Flussdelphine werden von der World Conservation Union (IUCN) als bedrohte Arten eingestuft; Hauptgründe für den Rückgang der Bestände sind die Verschmutzung ihrer Lebensräume, der Bau von Staudämmen und Schleusen sowie die Jagd auf die Tiere oder der Tod als Beifang in Fischernetzen.

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Arten

Im Einzugsgebiet von Amazonas und Orinoco lebt der noch relativ weit verbreitete Amazonasdelphin. In seinem Kiefer befinden sich hinter den für Zahnwale typischen spitzen auch stumpfe, breitere Zähne, mit denen er die Nahrung zermahlen kann. Auf dem oberen Maul wachsen Borsten, die vermutlich der Orientierung im trüben Wasser oder dem Aufspüren von Beutetieren im Schlamm dienen.

Der La-Plata-Delphin bewohnt das Brack- und Salzwasser im Ästuar des Río de la Plata, er wandert aber auch an der Küste entlang nach Norden. Der Ganges-Delphin kommt im Einzugsgebiet von Ganges, Brahmaputra und Indus vor; die im Indus lebenden Ganges-Delphine galten zeitweilig als eigene Art, werden aber heute als Unterart geführt. Der im Jangtsekiang beheimatete Chinesische Flussdelphin oder Baiji galt 2006 als möglicherweise ausgestorben. Chinesische Flussdelphine wurden häufig durch Kollisionen mit Motorbooten verletzt oder getötet und waren außerdem durch den Bau des Drei-Schluchten-Dammes im Mittellauf des Jangtsekiang bedroht.

Nicht zu den Flussdelphinen, sondern zur Familie der Delphine gehören einige andere Arten, die sowohl im Meer als auch im Süßwasser leben, wobei manche Populationen ausschließlich Flüsse bewohnen. Der Tucuxi oder Sotalia hat ein ähnliches Verbreitungsgebiet wie der Amazonasdelphin, bewohnt aber im Gegensatz zu diesem nicht flache Nebenflüsse und Überschwemmungsgebiete, sondern die Hauptarme der Flüsse und das Meer. In küstennahen Gewässern ganz Westafrikas beheimatet ist der Kamerunflussdelphin, im Irawadi und in anderen Flüssen und Flussdeltas in Südostasien und Australien lebt der Irawadidelphin.

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