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Vogeleier

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Geschlüpftes HühnerkükenGeschlüpftes Hühnerküken

Vogeleier, aus Eizelle (siehe Keimzelle) und Eihüllen bestehende Fortpflanzungseinheiten der Vögel, die reich an nährstoffhaltigem Dotter und von einer kalkhaltigen Schale umgeben sind.

Ähnlich wie die Eier der Reptilien und Kloakentiere dienen Vogeleier dem Schutz und der Nährstoffversorgung des in ihnen wachsenden Embryos. Dank der überwiegend aus Kalk bestehenden Schale sowie mehrerer weiterer Schutzhüllen ist der Vogelembryo vor Austrocknung geschützt. Die Schale ist eine entscheidende Anpassung für eine von Wasser unabhängige Fortpflanzung an Land. Die feste, zwischen 0,2 und 0,4 Millimeter dicke Kalkschale der Vogeleier schützt auch vor Verletzungen. Ihre Außenseite ist von einem Eiweißhäutchen bedeckt, das kurz nach der Ablage trocknet. So wird verhindert, dass Krankheitserreger durch winzige Poren eindringen. Auf der Innenseite der Kalkschale liegen zwei dünne, pergamentartige Eihäute aus Keratin. Am stumpferen Pol des Eies befindet sich zwischen diesen beiden Eihäuten eine mit Luft gefüllte Kammer.

Durch die ihn umgebenden, nährstoffreichen Eischichten wird der Embryo versorgt. Die gelbe Dotterkugel (umgangssprachlich als Eigelb bezeichnet) ist eine mit Nährstoffen enorm angereicherte Eizelle. Sie enthält überwiegend Proteine und Fette sowie Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe. Der Dotter ist umgeben von dem gallertartigen Eiklar (Albumen; umgangssprachlich als Eiweiß bezeichnet), eine weitere Hüllschicht, die Albumine und andere wasserlösliche Nährstoffe enthält. Die zwischen den beiden Eipolen aufgespannte Hagelschnur (Chalaza) hält Embryo und Dotter geschützt in der Mitte des Eies.

Vogeleier entstehen in Follikeln des meist einzigen Eierstocks und werden bei der Ovulation freigesetzt. Das Ei wandert durch den Legedarm (den sehr flexiblen, muskulösen Eileiter der Vögel) bis zur Kloake. Währenddessen wird es Schritt für Schritt von den verschiedenen Eihüllen umgeben, die von Drüsen erzeugt werden. Bereits bevor sich die Eihüllen bilden, werden Vogeleier befruchtet. Dies muss deshalb geschehen, weil das Ei anschließend nach außen weitgehend verschlossen und nur noch der Austausch von Atemgasen und Wasser möglich ist. Da sich im Legedarm eines Vogelweibchens nur ein Ei befinden kann und dessen Entwicklung rund einen Tag dauert, wird höchstens ein Ei pro Tag gelegt.

Die meisten Vogeleltern sorgen durch das Bebrüten ihres Geleges dafür, dass die Temperatur des Eies nahe ihrer eigenen Körpertemperatur liegt. Oft hilft ein gut durchbluteter, federloser Brutfleck am Körper dabei, dass sich der Embryo möglichst rasch entwickelt. Der Vogelembryo entsteht aus der Keimscheibe (beim Hühnerei „Hahnentritt” genannt), die der Blastula bzw. Blastozyste bei anderen Embryonen entspricht. Im befruchteten Ei bildet sie sich als halbkugelförmige Scheibe von wenigen Millimeter Durchmesser direkt am Dotter. In der Folge umwächst embryonales Gewebe die Dotterkugel und bildet so den Dottersack, die schützenden Embryonalhüllen (Amnion, Chorion bzw. Serosa) sowie die mit zahlreichen Blutgefäßen ausgekleidete Allantois. Diese dient dem wachsenden Embryo zunächst als Harnsack, später als Atmungsorgan. Um die Nährstoffversorgung des Embryos zu verbessern, wachsen Blutgefäße im Ei. Während seiner Entwicklung verbraucht der Embryo einen Teil des in der Schale enthaltenen Kalks, um seine Knochen aufzubauen. Die Flüssigkeit im Ei wird zunehmend durch Luft ersetzt. Beim Schlüpfen zerbricht das Küken die Eischale mit Hilfe eines auf seinem Oberschnabel sitzenden Eizahns und drückt die Schale meist mit dem Hinterkopf auf.

Bei Vogelarten, die kein geschlossenes Nest bauen oder in Höhlen brüten, haben die Eier häufig die typische ovale, an einem der Pole abgeplattete Form. Sie verhindert, dass das Ei in eine Richtung davonrollen kann. Viele Eier sind weiß oder hell pastellfarben. Vor allem bei im Freien brütenden Vögeln sind sie zur besseren Tarnung gepunktet, gefleckt oder gemustert. Die mit rund 15 Zentimeter Durchmesser und etwa 1,5 Kilogramm Gewicht größten Vogeleier legt der Strauß. Die mit weniger als einem Zentimeter Durchmesser und etwa 0,2 Gramm Gewicht kleinsten Eier stammen von Kolibris. Die verhältnismäßig größten Vogeleier legen Kiwis. Sie wiegen rund ein Viertel des Körpergewichts der Muttertiere. Die Größe des Eies hängt auch damit zusammen, ob die Jungen Nestflüchter oder Nesthocker sind. Bei Nestflüchtern sind sie in der Regel größer. Die Gelege der Vogelarten sind ebenfalls unterschiedlich groß; die Zahl der Eier schwankt zwischen einem und bis zu zwanzig.

Die Eier von Haushühnern, Wachteln, Enten, Straußen und einigen anderen Vogelarten dienen dem Menschen als Nahrungsmittel. Weitaus am meisten werden weltweit Eier von Haushühnern gegessen oder zu Nahrungsmitteln verarbeitet. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als zehn Milliarden Hühnereier gelegt. In der Geflügelhaltung werden zu diesem Zweck spezielle Legehennenrassen oder Hybride von Hühnerrassen gezüchtet, die besonders viele Eier legen. Der normale, durch das Hormon Prolaktin ausgelöste Brutinstinkt ist bei diesen Tieren meist verschwunden. Er kann auch unterdrückt werden, indem man regelmäßig frisch gelegte Eier entnimmt. Durch geeignetes Futter oder Kunstlicht wird die Legeleistung weiter gesteigert. Manche Hennen legen zumindest im ersten Jahr nach Eintritt der Geschlechtsreife (im Alter von etwa fünf Monaten) monatelang fast täglich ein Ei. Da die meisten dieser Eier ohne vorangegangene Paarung mit einem Hahn gereift sind, können sich aus ihnen keine Küken entwickeln.

Siehe auch Batteriehaltung

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