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Windows Live® Suchergebnisse Elektronisches PapierEnzyklopädieartikel
Elektronisches Papier, auch E-Papier, allgemeine Bezeichnung für eine speziell aufgebaute, extrem flache Folie, auf der sich Schrift, Fotos und Graphiken elektronisch darstellen lassen, wobei die Buchstaben und Bilder auch nach Stromunterbrechung noch sichtbar sind. E-Papier lässt sich quasi wie ein Computerbildschirm mehrfach überschreiben. Es sind verschiedene technische Verfahren entwickelt worden: Das System der Firma Xerox („Gyricon”) beruht auf wenige Mikrometer dicken Perlen, die eine schwarze und eine weiße Hälfte besitzen. Die Perlen sind in einer mit speziellem Öl getränkten Siliconfolie eingebettet und können sich unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes drehen. Je nach Feld zeigen die Perlen dem Betrachter ihre weiße oder ihre schwarze Hälfte. Beim Verfahren der amerikanischen Firmen E Ink und Lucent Technologies kommen Kügelchen auf einer speziellen Trägerfolie als Bildpunkte zum Einsatz. Die Kügelchen enthalten eine Mischung aus schwarzen und weißen Farbpartikeln. Letztere sind positiv geladen. Unter der Lage mit den Kügelchen befindet sich eine dünne Schicht winziger Elektroden mit denen sich kleinste elektrische Felder erzeugen lassen. Je nach Feld werden die Farbpartikel in den Kügelchen angezogen oder abgestoßen. Auf diese Weise zeigen die Kügelchen ihren schwarzen oder weißen Inhalt. Diese beiden Verfahren sind allerdings auf Schwarzweiß beschränkt. Im Gegensatz dazu bietet beispielsweise das Verfahren der Firma Siemens auch farbige Darstellungsmöglichkeiten. Das Konzept beruht auf besonderen Leuchtdioden, so genannten OLEDs (Organisches Licht Emittierende Diode). Diese enthalten spezielle Kunststoffe, die durch das Anlegen einer elektrischen Spannung zur Lumineszenz angeregt werden, also farbig aufleuchten. So gelingt es z. B., mit Polythiophen die Farbe Rot, mit Polyfluoren die Farbe Blau und mit Polyphenylenvinylen die Farbe Grün zu erzeugen. Durch entsprechende Kombination wird das ganze Farbspektrum zugänglich. Die OLEDs sind in extrem dünnen Schichten aufgebaut, wobei auf der Trägerfolie abwechselnd auf eine elektrisch leitende Schicht eine Lage Lumineszenzkunststoff folgt. Die Einsatzmöglichkeiten für E-Papier sind vielfältig und reichen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften bis hin zu Reklametafeln und Tapeten. Das technische Konzept lässt sich aber auch auf eine neuartige Bildschirmtechnik übertragen.
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