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Elf Aquitaine Gruppe

Enzyklopädieartikel

Elf Aquitaine Gruppe, auch Elf Aquitaine oder kurz Elf, einer der größten Gas- und Mineralölkonzerne Frankreichs, der unter den weltweit operierenden Ölkonzernen zu den ersten zehn gehört und in über hundert Ländern vertreten ist. 1999 beschäftigte Elf Aquitaine weltweit fast 58 000 Mitarbeiter. Die Hauptzentrale von Elf Aquitaine befindet sich in Paris.

Elf Aquitaine ging 1976 aus der Fusion der SNPA (Société Nationale des Pétroles d’Aquitaine) mit der Elf-Erap (Essences et Lubrifiants de France-Entreprise des Recherches et des Activités Pétrolières) hervor. 1983 gliederte die Société Nationale Elf Aquitaine (SNEA) – so der offizielle Name – den Bereich Chemie aus und gründete hierzu die Tochtergesellschaft Elf Atochem. 1988 und 1989 folgte eine Reihe von Übernahmen internationaler Firmen, und 1991 ging Elf an die New Yorker Börse. Bis 1994 war der französische Staat Großaktionär des Unternehmens, das ab diesem Zeitpunkt privatisiert wurde; der Mischkonzern änderte seinen offiziellen Namen in Elf Aquitaine Groupe.

Die Hauptaktivitäten von Elf konzentrieren sich auf die Felder Erdöl- und Erdgasförderung sowie Lagerstättenerkundung, Raffination und Handel mit Erdölprodukten (z. B. Brennstoffe, Schmierstoffe etc.), Chemikalien (Elf Atochem). Über eine Beteiligung an dem Pharmaunternehmen Sanofi-Synthelabo ist Elf auch im pharmazeutischen Bereich vertreten. 1993 übernahm Elf Aquitaine u. a. auch den Parfümhersteller Yves Saint Laurent.

Ende 1992 gelangten Informationen über dubiose Transaktionen aus den Reihen des Vorstandes und des Managements an die Öffentlichkeit. Die französische Staatsanwaltschaft schaltete sich ein und deckte verschiedene Fälle von Wirtschaftskriminalität auf, so u. a. die Veruntreuung von Geldern in Milliardenhöhe. Einer der Hauptverdächtigen wurde 1996 verhaftet. Im Rahmen der Ermittlungen stellte man 1997 ebenfalls Unregelmäßigkeiten beim Verkauf der Raffinerie in Leuna sowie des ostdeutschen Minol-Tankstellennetzes an Elf fest. So wurde im Zusammenhang mit dem Neuaufbau der Leuna-Raffinerie in Presseberichten der Verdacht geäußert, die Kosten für den Bau seien „künstlich” höher veranschlagt worden, um höhere Subventionen zu erhalten.

1999 wurde Elf Aquitaine durch den heimischen Konkurrenten Total Fina übernommen. Die neue Konzernleitung bemüht sich engagiert, dass die dubiosen Transaktionen vollständig aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die ersten Verurteilungen mit hohen Strafen ergingen im November 2003.

Im Geschäftsjahr 2002 ging der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro zurück (2001: 105,3 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis fiel um 16 Prozent auf fast 11 Milliarden Euro (2001: 13,1 Milliarden Euro). Im Berichtszeitraum 2002 beschäftigte TotalFinaElf weltweit über 122 000 Mitarbeiter.

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