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Joanne K. Rowling

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Joanne K. RowlingJoanne K. Rowling

Joanne K. Rowling (*1965), britische Schriftstellerin. Mit der siebenteiligen Reihe ihrer Harry-Potter-Romane gelang ihr auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur ein beispielloser kommerzieller Erfolg. Das umfangreiche Werk fand auch bei erwachsenen Lesern großen Anklang.

Joanne Kathleen Rowling wurde am 31. Juli 1965 in Chipping Sodbury (Gloucestershire) geboren. Sie studierte Französisch an der Universität Exeter und arbeitete anschließend als Lehrerin für Englisch als Fremdsprache. Die schriftstellerische Tätigkeit übte sie zunächst nur nebenbei aus und konzipierte in sechsjähriger Arbeit ein umfangreiches Erzählwerk um die Figur Harry Potter. Erstes Ergebnis war das mit Elementen des klassischen Märchens und der Fantasy-Literatur durchsetzte Jugendbuch Harry Potter and the Philosopher’s Stone (1998; Harry Potter und der Stein der Weisen), 2001 erfolgreich verfilmt von Christopher Columbus. Es erzählt vom Leben der Titelfigur, die nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern im strengen Haushalt des Onkels und der Tante lediglich geduldet wird und kurz nach ihrem elften Geburtstag überraschend Aufnahme in der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei findet, die man als Eingeweihter nur über das geheimnisvolle Gleis neundreiviertel erreicht. In der Hogwarts-Schule wird Harry Potter mit den Grundlagen der Magie vertraut gemacht. Von nun an warten Abenteuer und Abwechslung auf den mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestatteten Helden, der mit seiner Nickelbrille und seiner Narbe auf der Stirn sehr identifikationsnah gezeichnet ist und seinen Namen zwei Jugendfreunden der Autorin aus Winterbourner Zeiten, wohl aber auch der Illustratorin Beatrix Potter verdankt.

Der Fortsetzungsband Harry Potter and the Chamber of Secrets (1998; Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Filmadaption 2002) beginnt mit einer turbulenten Anwendung von Harry Potters neuen Talenten, mit denen der Protagonist anschließend die rätselhaften Vorgänge auf Hogwarts aufklärt. In Harry Potter and the Prisoner of Azkaban (1999; Harry Potter und der Gefangene von Askaban, Filmadaption 2004) wird Harry von einem gefürchteten Verbrecher bedroht – und in der Auflösung der Fabel die Brücke vom Zauberreich zum Tod der Eltern geschlagen. Im vierten Band, Harry Potter and the Goblet of Fire (2000; Harry Potter und der Feuerkelch, Filmadaption 2005), treten die Gründe für den Tod der Eltern und Harrys Kampf für das Gute deutlicher in den Vordergrund. In Band fünf, Harry Potter and the Order of the Phoenix (2003; Harry Potter und der Orden des Phönix, Filmadaption 2007), nimmt Rowling die narrative Herausforderung an, ihren in einer zeitlosen Zauberwelt lebenden Helden realistischere Charaktereigenschaften zu verleihen, ihn dem Alterungsprozess auszusetzen und ihn mit den Gefühlswirren der Pubertät sowie mit schmerzhaften Erfahrungen wie dem Tod eines nahestehenden Menschen zu konfrontieren. Dadurch kommt eine persönliche Entwicklung in Gang, die den Regeln der Hogwarts-Lebenswelt widerspricht. Harry Potter and the Half-Blood Prince (2005; Harry Potter und der Halbblutprinz), der sechste Teil der Abenteuer des nunmehr 16-jährigen Zauberlehrlings, rückt die Entwicklung der Figuren und ihre Beziehungen in den Vordergrund und bereitet dramaturgisch den Schlussband vor. Den Abschluss der Reihe bildet der handlungsreiche siebte Band Harry Potter and the Deathly Hallows (2007; Harry Potter und die Heiligtümer des Todes), der mit dem Tod von Harry Potters Widersacher Lord Voldemort endet und der alle Rätsel auflöst. Der versöhnliche Epilog zeigt die Hauptfiguren 19 Jahre später, nach einer Hochzeit integriert in ihre Kleinfamilien. Ergänzend zu den Harry-Potter-Büchern erschienen Quidditch through the Ages (2001) und Fantastic Beasts and Where to Find Them (2001).

Rowlings einfallsreich und psychologisch differenziert geschriebene Harry-Potter-Reihe über ein phantasievoll-kindliches Gegenuniversum zur Sphäre der „Muggels” (Zauberunkundige), vor allem repräsentiert durch die bornierte Alltagswelt spießiger Erwachsener, avancierte auf eine in der Geschichte des Buchhandels einzigartige Weise zum internationalen Bestseller; sie übertraf alle Verkaufsrekorde und gehört zu den größten kommerziellen Erfolgen in der Geschichte des Buchhandels. Obwohl die Autorin nach übereinstimmender Auffassung der Kritik keine große Stilistin ist und die Bücher dem bekannten Fantasyschema von Werken wie J. R. R. Tolkiens The Lord of the Rings (1954/55; Der Herr der Ringe) oder George Lucas’ Star-Wars-Filmtrilogie (1977, 1979, 1983) folgt, konnte Rowlings weltweit Millionen von Lesern begeistern. Als narratives Muster liegt den Harry-Potter-Romanen das Modell des Bildungsromans bzw. Entwicklungsromans zugrunde, in dessen Handlungsverlauf der elternlose Protagonist sich als besonders begabte Figur mit einer glückhaften Laufbahn erweist. Das Harry-Potter-Universum unterliegt einem einfachen dualistischen Schema, demgemäß die dargestellte Welt strikt in ein Reich des Guten und ein Reich des Bösen aufgeteilt ist. Rowlings Stärken sind die erfolgreiche Fusionierung der Genres Internatsgeschichte, Fantasy-Literatur und Entwicklungsroman, Detailreichtum und Humor bei der Darstellung der Nebenfiguren sowie die Aufrechterhaltung des Spannungsbogens über lange Erzähldistanzen.

Zu Rowlings Auszeichnungen gehören jeweils in der Kinderbuch-Kategorie der British Book Award 1998 und 1999 sowie der Whitebread Award 1999 und der Nestlé Children’s Book Prize 1998 und 1999.

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