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Windows Live® Suchergebnisse VerhaltensökologieEnzyklopädieartikel
Verhaltensökologie, auch Ökoethologie oder Ethoökologie, Zweig der Biologie, der Verhaltensstrategien von Tieren vor dem Hintergrund ökologischer Gegebenheiten zu erklären versucht und erforscht, warum bestimmte Verhaltensmuster evolutionär erfolgreich sind. Eine Verhaltensstrategie ist dann erfolgreich, wenn sie die genetische Fitness eines Individuums erhöht; Letztere gibt an, inwieweit ein Lebewesen mit Kopien seiner Gene am Genpool künftiger Generationen repräsentiert ist. Ein Lebewesen maximiert seine genetische Fitness u. a. dadurch, dass es eigene Nachkommen zeugt, die sich ihrerseits wieder erfolgreich fortpflanzen und so die genetische Information des betreffenden Individuums weitertragen. Ein Tier kann seine genetische Fitness aber auch erhöhen, indem es bei der Aufzucht seiner Geschwister hilft: Geschwister tragen ebenfalls Kopien seiner Gene, so dass ein Individuum im genetischen Sinn auch vom Erfolg seiner Geschwister profitiert; das zugrunde liegende Prinzip nennt man Verwandtenselektion (derartige Fragen sind auch Gegenstand der Soziobiologie). Zu den von der Verhaltensökologie untersuchten Problemen gehört beispielsweise, worin die ökonomischen Entscheidungen bestehen, die ein Räuber bei der Nahrungswahl trifft (im ökologischen Sinn wird jedes Nahrung suchende Tier Räuber genannt). Sollte ein Räuber allein auf Beutesuche gehen wie ein Rotfuchs oder in Schwärmen wie Stare? Ist es effektiv, jedes Beutetier unabhängig von seiner Größe zu ergreifen? Oder sollte der Räuber nur Beute bestimmter Größe aufnehmen? Sollte er seine Strategie möglicherweise je nach der Situation wechseln? Zur Beantwortung derartiger Fragen werden Optimalitätsmodelle getestet, die Vorhersagen über die Art der Anpassung eines Tieres treffen. Weitere Themenkreise der Verhaltensökologie untersuchen z. B. Fortpflanzungsstrategien und beschäftigen sich u. a. mit den Beziehungen zwischen ökologischen Grundlagen und Paarungssystemen, wobei innerartliche und zwischenartliche (intra- und interspezifische) Vergleiche bei der Beantwortung bestimmter Fragen helfen können. Von ökoethologischem Interesse sind zudem Fragen wie diejenigen, wann sich die Verteidigung eines Reviers lohnt, mit welchen Kosten und Nutzen das Leben in Gruppen verbunden ist oder welchen Selektionsvorteil Körperbaumerkmale wie die extrem verlängerten Pfauenfedern besitzen (siehe sexuelle Selektion).
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