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Windows Live® Suchergebnisse HonigtauEnzyklopädieartikel
Honigtau, zuckerreiches Ausscheidungsprodukt von Blattläusen und verschiedenen anderen an Pflanzen saugenden Insekten, vor allem Vertretern der Gleichflügler. Honigtau produzierende Insekten decken ihren Bedarf an Proteinen, indem sie Saft aus dem Gefäßsystem (Phloem) höherer Pflanzen saugen. Da dieser Pflanzensaft jedoch nur einen geringen Proteinanteil aufweist, müssen die Insekten große Mengen davon aufnehmen. Die beim Saugen aufgenommene überschüssige Flüssigkeit wird als Honigtau wieder ausgeschieden. Honigtau enthält verschiedene Zucker wie Glucose, Fructose, Maltose und Saccharose sowie Aminosäuren und andere organische Verbindungen. Die chemische Zusammensetzung des Honigtaus hängt davon ab, welche Insektenart ihn produziert hat; sie kann von Art zu Art stark schwanken. Viele Ameisen nehmen Honigtau zur Deckung ihres Bedarfs an Kohlenhydraten auf und speichern ihn teilweise auch, um damit Nachkommen zu füttern oder daraus Baumaterial zu gewinnen. Einige Ameisenarten gehen eine Symbiose mit Blattläusen ein, deren Honigtau sie auflecken und die im Gegenzug von den Ameisen beschützt werden. Melezitose, ein spezieller im Honigtau der Blattläuse enthaltener Zucker, dient den Ameisen vermutlich als Signalstoff. Die massive Honigtauausscheidung ist für Blattläuse bedrohlich, weil die zähe, extrem klebrige Substanz den After verschließen oder die Tiere bewegungsunfähig machen kann. Deshalb ist die Entsorgung des Honigtaus durch die Ameisen für viele Arten lebenswichtig. Honigtau konsumierende Ameisen dienen auch manchen Buckelzirpen (eine vor allem in den Tropen verbreitete Familie von Zikaden) als Symbiosepartner. Bienen nutzen Honigtau ebenfalls als Nahrung und Baumaterial; eine im tropischen Südamerika beheimatete Bienenart lässt zur Honigtaugewinnung sogar Blattläuse in ihrem Bau leben. Honigtau wird darüber hinaus von verschiedenen anderen Insekten aufgenommen, insbesondere von Goldwespen, Haarmücken und Halmfliegen. In der Imkerei wird aus Honigtau gebildeter Honig als Honigtauhonig oder Waldhonig bezeichnet. Auf Pflanzenblättern kann ein Honigtauüberzug parasitischen Pilzen (etwa Rußtaupilzen), deren Bewuchs die Photosynthese der betroffenen Pflanze hemmt, als Nährsubstrat dienen. Auf Fensterscheiben und Karosserien von Autos findet sich Honigtau manchmal als schmieriger Überzug, wenn das Fahrzeug unter einem Baum abgestellt wurde, der von zahlreichen Honigtau produzierenden Insekten besiedelt ist. Als Honigtau wird auch ein Sekret des Mutterkornpilzes Claviceps purpurea bezeichnet, das dieser parasitische Pilz bei der Bildung seiner Konidien (siehe Exosporen) in der Blüte einer Getreidepflanze erzeugt. Das zuckerhaltige Sekret lockt Insekten an, welche die Konidien dann auf andere Wirtspflanzen übertragen. Pflanzen wie die Kapuzinerkresse und der Frauenmantel sondern unter bestimmten Bedingungen (z. B. um trotz hoher Luftfeuchtigkeit Transpiration zu ermöglichen) am Rand ihrer Blätter eine Flüssigkeit ab, die ebenfalls oft Honigtau genannt wird.
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