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Meiji-Reform, Bezeichnung für die Reformperiode in Japan, in deren Verlauf das Schogunat der Tokugawa gestürzt, die Kaiserherrschaft restauriert und das Land in einen modernen Staat umgewandelt wurde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich der Kontakt Japans mit der westlichen Welt intensivierte, wurde die Schwäche der Schogune und ihres Regierungssystems offensichtlich. 1854 hatten US-amerikanische Kriegsschiffe die wirtschaftliche Öffnung Japans erzwungen, nachdem dieses sich über zweihundert Jahre nach außen hin abgeschlossen hatte. Die Schogunate, die zur Sicherung der Vorherrschaft der Schwerter tragenden Samurai die Herstellung und den Besitz von Feuerwaffen weitgehend eingeschränkt hatten, verfügten nicht über die militärischen Mittel, sich gegen die modernen amerikanischen Streitkräfte wirksam verteidigen zu können. Radikale, die sich von den Ideen Motoori Norinagas leiten ließen, und vor allem junge Samurai aus den westlichen Daimyo-Gebieten, das waren Lehensgebiete, die die Oberherrschaft der Tokugawa nie akzeptiert hatten, sahen in der Wiederherstellung der kaiserlichen Direktherrschaft einen Ausweg aus der Krise; die inneren Auseinandersetzungen zwischen den Schogun-Anhängern und den Radikalen entluden sich 1866 in einem Bürgerkrieg. 1867 forderten prokaiserliche Daimyo den Rücktritt des Schogun Tokugawa Yoshinobu und die Anerkennung der kaiserlichen Autorität. Yoshinobu stimmte dem im November 1867 prinzipiell zu; aber misstrauische Radikale eroberten trotzdem den kaiserlichen Palast in Kyoto und proklamierten am 3. Januar 1868 die Wiederherstellung der Kaiserherrschaft unter dem jungen Kaiser Mutsuhito. Yoshinobus Truppen wurden aus Kyoto vertrieben, und eine neu geschaffene kaiserliche Armee erreichte die friedliche Kapitulation der Schogun-Hauptstadt Edo. 1869 trat Yoshinobu zurück und überließ die Regierungsgeschäfte Saigo Takamori, Okubo Toshimichi, Kido Takayoshi und anderen; der Bürgerkrieg kam zu einem Ende. Die neue Regierung nahm die konfiszierten Ländereien der Tokugawa, etwa 25 Prozent des Ackerlandes von Japan, unter ihre Verwaltung und dehnte damit ihren Einflussbereich bedeutend aus. 1869 verlegte der Kaiser seinen Hof nach Edo, das in Tokyo (”östliche Hauptstadt”) umbenannt wurde; der Umzug symbolisierte einen politischen Neuanfang. Bis 1871 waren alle Daimyo-Fürstentümer wieder direkt dem Kaiser unterstellt und in Präfekturen umgewandelt; die Daimyo wurden weitgehend entmachtet. Schul- und Wehrpflicht wurden eingeführt, westliche Experten ins Land geholt, um Eisenbahn, Industrie, Flotte und Armee aufzubauen. Außerdem wurde die Bank von Japan gegründet und eine Steuerreform durchgeführt. Die Unzufriedenheit der Samurai über die Aufhebung ihres Privilegs, ein Schwert zu tragen, und über die Besteuerung ihrer Pensionen entlud sich 1877 in einem Aufstand, der von der neuen Armee niedergeschlagen wurde. 1889 trat eine autoritäre Verfassung in Kraft, an der u. a. auch Ito Hirobumi mitgearbeitet hatte; die Macht lag aber weiterhin, fast die gesamte Meiji-Ära hindurch, in den Händen einer Adels-Oligarchie, die am neu geschaffenen Parlament vorbei agierte und außerhalb der Kontrolle der Verfassung stand.
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