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Windows Live® Suchergebnisse Paul AusterEnzyklopädieartikel
Paul Auster (*1947), amerikanischer Schriftsteller. Bekannt wurde er durch seine Sammlung postmoderner Detektivgeschichten The New York Trilogy (1987; Die New York-Trilogie). Auster wurde am 3. Februar 1947 in Newark (New Jersey) geboren. Nach einem Studium der Anglistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Columbia University arbeitete er ein Jahr als Handelsmatrose auf einem Tankschiff, bevor er für vier Jahre nach Frankreich ging. 1974 kehrte er nach New York zurück. Seine schriftstellerische Laufbahn begann Auster mit Gedichten und kurzen Dramen in der Tradition Samuel Becketts, dem er in Paris begegnet war; seinen Lebensunterhalt bestritt er mit Übersetzungen aus dem Französischen (u. a. Blanchot, Mallarmé und Sartre) und Essays für die Zeitschriften New York Review of Books und Harper’s Saturday Review. Erste Prosabände blieben weitgehend unbeachtet. Seinen Durchbruch in den USA wie auch in Europa feierte Auster mit der Romantrilogie The New York Trilogy. Die zunächst einzeln publizierten, erst rückwirkend zur Trilogie zusammengefassten Großstadtromane City of Glass (1985; Stadt aus Glas), Ghosts (1986; Schlagschatten) und The Locked Room (1986; Hinter verschlossenen Türen) bestachen durch eine experimentelle Verquickung von Elementen des Kriminalromans mit existentialistisch-philosophischen und psychologischen Einschüben sowie autobiographischen Splittern (der Verfasser tritt selbst als Person auf, die Grenzen zwischen Autor und Figurenpersonal verschwimmen) und begründeten Austers Ruf als eines der kreativsten und bedeutendsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Auch seine beiden folgenden Romane wurden große internationale Erfolge: Die Endzeitchronik In the Country of Last Things (1988; Im Land der letzten Dinge) sowie das komplexe Moon Palace (1989; Mond über Manhattan), die beide den zunehmenden Identitätsverlust des Individuums im modernen Großstadtleben thematisieren, stießen bei der Kritik einhellig auf positive Resonanz und wurden in vielen Ländern Bestseller. Austers Bücher verweigern sich bewusst der gängigen Erwartungshaltung ihrer Leser und mischen realistische Beschreibung und phantastische Elemente zu einem unentwirrbaren Konglomerat. Dabei wird die Künstlichkeit der Darstellung immer wieder hervorgehoben, der Blick des Rezipienten auf das Spiel mit Sprache und auf die Vermischung verschiedener Textebenen (Autor, Erzähler, Figuren) gelenkt. In den neunziger Jahren reagierten weite Teile der Kritik eher enttäuscht auf Austers Werke; dem Autor wurde vorgeworfen, angesichts seines Erfolgs zu schnell und zu unüberlegt neue Romane zu produzieren. Neben der Erzählung The Music of Chance (1991; Die Musik des Zufalls, 1993 von Philip Haas verfilmt) und der Autobiographie The Invention of Solitude (1993; Die Erfindung der Einsamkeit) entstanden die Romane Leviathan (1992; Leviathan) und Mr. Vertigo (1994; Mr. Vertigo). Es folgten die Kurzgeschichtensammlung The Red Notebook (1995; Das rote Notizbuch), die kommentierte Zusammenstellung früher, bislang unveröffentlichter Werke Hand to Mouth (1998; Von der Hand in den Mund), der Roman Timbuktu (1999; Timbuktu) sowie I Thought My Father Was God (2001; Ich dachte, mein Vater sei Gott), eine Sammlung authentischer Geschichten von Radiohörern, die aus ihrem Leben erzählen. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre erregte Auster vor allem mit ambitionierten Filmprojekten Aufsehen. So verfasste er die Drehbücher zu den beiden von Wayne Wang inszenierten, hoch gelobten und international erfolgreichen Hommagen an das Rauchen Smoke (1995; Smoke, mit Harvey Keitel und William Hurt) und Blue in the Face (1995; Blue in the Face, mit Lou Reed, Michael J. Fox und Jim Jarmusch). Seine erste eigene Regiearbeit ist der Liebesfilm Lulu on the Bridge (1998; Lulu on the Bridge, mit Harvey Keitel, Mira Sorvino, Willem Dafoe und Vanessa Redgrave), die Geschichte eines Jazzmusikers, der nach einem tragischen Ereignis die Fähigkeit verliert, sein Instrument zu spielen. Mit dem geschickt konstruierten Roman The Book of Illusions (2002; Das Buch der Illusionen), gelang Auster nach längerer Zeit wieder ein literarisches Werk, das bei Kritik und Lesepublikum auf Zustimmung traf. The Book of Illusions ist eine rätselhafte Geschichte mit unwahrscheinlichen Wendungen, zugleich eine philosophische Reflexion über Schicksal und Zufall. Auch der Roman Oracle Night (2003; Nacht des Orakels), die postmodern erzählte Geschichte eines unter einer Schreibhemmung leidenden Schriftstellers, der durch das zufällige Auffinden eines Notizbuches seine Kreativität wiedergewinnt, wurde begeistert aufgenommen. Der Roman Brooklyn Follies (2005; Die Brooklyn-Revue), ein Reigen ganz unterschiedlicher New Yorker Schicksale, der am Morgen des 11. September 2001 genau 46 Minuten vor den Anschlägen auf das World Trade Center endet, stieß hingegen nur auf gemischte Reaktionen.
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